08.03.2006 - 00:00:00
THOMAS ANDERS
Thomas Anders: "Bohlen gehört zu meiner Vita"!
Von Ehefrau Nora hat sich THOMAS ANDERS (43) scheiden lassen, die Goldkette mit ihrem Namenszug liegt im Safe - auf seinen musikalischen Ex-Partner Dieter Bohlen (52) trifft er dagegen immer wieder.
Doch der Sänger, der mit Bohlen als Modern Talking zum erfolgreichsten deutschen Pop-Duo avancierte, nimmt es gelassen: "Ich habe mich daran gewöhnt, dass zu meiner Vita der Name Bohlen gehört", sagt der 43-Jährige, der an diesem Donnerstag bei der Grand-Prix-Vorentscheidung in Hamburg gegen Vicky Leandros und Olli Dittrichs Band Texas Lightning antritt.
Selbst beim Finale am 20. Mai in Athen drohte ein Duell des einstigen Erfolgsduos, das in den 80er Jahren mit Hits wie "You're My Heart, You're My Soul" weltweit Millionen Schallplatten verkaufte. Doch das Duo Indiggo, das beim rumänischen Vorentscheid mit einem Lied Bohlens ins Rennen gegangen war, landete nur auf dem siebten Platz. Anders dagegen muss sich erst noch dem Votum der Fans stellen. Den Grand Prix nimmt er ernst: "Sollte ich nach Athen fahren dürfen, dann ganz klar mit der Message: Ich kämpfe um einen vorderen Platz."
Jede andere Einstellung wäre nach Ansicht des Popmusikers "fatal". Genau darin sieht er das Problem des Wettbewerbs in den vergangenen Jahren: "Viele Plattenfirmen haben die Sendung benutzt, um ihre Nachwuchskünstler zu promoten - die Teilnahme am Grand-Prix-Finale war ihnen egal. Das ist aber nicht Sinn und Zweck eines Wettstreits, zu dem Europa seine besten Künstler schicken soll", meinte der Sänger, der schon als kleiner Junge Fan der Musikshow und vor allem von ABBA und deren Siegertitel "Waterloo" (1974) begeistert war.
Auch als Jugendlicher blieb Anders, der mit bürgerlichem Namen Bernd Weidung heißt, dem Grand Prix treu: "In meiner Generation gab es nicht so viele Musiksendungen im Fernsehen. Da war der Grand Prix schon immer das jährliche Highlight." Noch vor Jahren hätte er sich jedoch nicht vorstellen können, selbst anzutreten, etwa als die "Spaßfraktion" den Vorentscheid erobert hatte. Anders: "Das entsprach dem Zeitgeist. Ich hätte aber keine Lust gehabt, damit in Verbindung gebracht zu werden. Das wäre für mich eine Kapitulation gewesen."
Seine Musik und seinen Beruf nimmt der mit Ehefrau Claudia und Söhnchen Alexander in Koblenz lebende Künstler dafür zu ernst. Das neue Grand-Prix-Konzept habe ihn daher sofort überzeugt, "weil drei renommierte Künstler antreten". "Da gibt es keine Stutenbissigkeit, weil jeder von uns weiß, dass er ein erfahrener Künstler ist", meint der Sänger, der mit der Pop-Ballade "Songs That Live Forever" teilnimmt. Das Lied entstand als eine Art Ouvertüre zu seinem gerade erschienen Album "Songs Forever", auf dem er mit großem Orchester Hits aus den 80er Jahren interpretiert.
"Da auch viele Grand-Prix-Songs heute immer noch gehört werden und überlebt haben, war der Titel meines Beitrags geradezu Programm", sagt Anders. Sollte er im internationalen Finale singen, könnte er bei der Punktvergabe auch von früheren Erfolgen profitieren. "Modern Talking hatte sehr viele Fans in Osteuropa und nach wie vor gebe ich dort sehr viele Soloshows." Zuletzt war das Ex-Duo sogar vor Gericht wegen Darstellungen in Bohlens Autobiografie aneinander geraten. Er selbst wolle kein Buch schreiben, sagte Anders. "Und wenn, dann ein Kochbuch - dann darf ich jemanden in die Pfanne hauen."
Quelle: dpa
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