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13.12.2006 - 00:00:00

smago! "Knüppel aus dem Sack" KOLUMNE
Schlagernachwuchs? - Unerwünscht!

...könnte man meinen, wenn man sich die aktuelle Radiolandschaft anschaut! WAS SAGEN SIE ZU DIESER ENTWICKLUNG??? - DISKUTIEREN SIE MIT!!!

Bei den Plattenfirmen, die noch deutsche Schlager mit Newcomern produzieren, schrillen die Alarmglocken. War es ohnehin in letzter Zeit schwer genug, neue deutsche Stimmen mit U-Musik in ARD-Programmen unterzubringen, dreht der Bayrische Rundfunk dem deutschen Schlager jetzt komplett den Hahn zu. Er nimmt seit Oktober keine (!!!) neuen Produkte mehr für seine Tagesprogramme an. Die bereits vor Monaten gekürzte Hitparadenzeit am Samstagabend nimmt ohnehin nur noch eine Alibi-Funktion ein. Bayern 1 verbannt endgültig die deutsche Sprache aus seinen Sendungen, spielt fast nur noch englischsprachige Oldies. Die bisher monatlich neu angenommenen vier Schlagertitel (eigentlich auch schon ein Witz...!) brauchen von den Redaktionen nun auch nicht mehr gesichtet zu werden. Zum Vergleich: Man stelle sich mal vor, Bayern München (oder Werder Bremen) dürfte keine deutschen Spieler mehr aufstellen.

Die Quintessenz von der Geschicht': In ganz Bayern gibt es KEINEN einzigen öffentlich-rechtlichen Sender mehr, der deutschen Schlager oder Volksmusik spielt - und das in dem Bundesland, wo angeblich deutsche Tradition noch sehr gepflegt wird.

Wie reagieren die immer noch kreativen Musikschaffenden, die deutschen Schlager produzieren und veröffentlichen? Sie stehen ohnmächtig, entsetzt, gefrustet und wütend ob der Haltung in vielen der ARD-Sender da. Radio Bremen spielt schon lange keinen Schlager mehr. NDR Mecklenburg-Vorpommern braucht ebenso nicht mit "seichter Musik" (- !!!) bemustert zu werden. SWF und SDR haben fusioniert zu SWR, macht einen Schlagersender weniger. Ebenso fusionierten SFB 88,8 Berlin und ORB (jetzt RBB).Ein weiterer Sender weg. Der beachtete Privatsender Radio Brocken verschwand genauso wie das hunderttausendfachgehörte RPR 2 oder Berlin 100,6.

Berlin hat im übrigen 26 Rundfunksender, davon spielt KEINER Schlager oder Volksmusik! Gibt es irgendwo auf der Welt ein Land, das seine eigene Musik nicht spielt? Und das auch noch in der Hauptstadt!!!


 



Promoter hören seit geraumer Zeit in den norddeutschen Sendern: "Unsere Hörer sind im Schnitt über 60, wollen Altbewährtes, keine Newcomer." Dieser Meinung schloss sich wohl zum Leidwesen auch der WDR 4 an, spielt 50 % Songs, die älter als zwanzig Jahre sind, steigert jetzt den Anteil an englischen Oldies gegenüber den deutschen Klassikern. Songs, die 19 Jahre alt sind, gelten als aktuell. Für die Newcomer gilt jetzt richtigerweise der WDR 4-Slogan zu: "Schönes bleibt", aber nur im Archiv von WDR4.

MDR Thüringen meidet "volkstümlichen Schlager" gänzlich, MDR Sachsen dagegen streicht den Pop-Schlager oder rockige Titel aus dem Programm. Zudem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in MDR-Sendern ostdeutsche Produkte gegenüber westdeutschen noch immer den Vorzug erhalten. Klare, einheitliche Richtwerte gibt es schon lange nicht mehr.

Manche Plattenfirmen resignieren insoweit, dass sie ihre CDs einfach nur noch verschicken und abwarten, wer überhaupt noch was spielt. Ein neuer Name ist da zudem schon ein Hindernis und nicht erwünscht.

Aber: Wo bleibt da der deutsche Schlager-Nachwuchs? Sollen die mittelgroßen und kleinen Labels endgültig in den Ruin getrieben werden, sich ihre Betreiber andere Berufe suchen? Wie kommt so was? Wer denkt sich solche Strategien aus? Was ist mit den Interpreten, die (noch) nicht Bernd Clüver- oder Gitte Haenning-Status haben, auf keine "Schlager-Klassiker" verweisen können wie Udo Jürgens, Roland Kaiser oder Marianne Rosenberg?

Rühmliche Ausnahmen gibt es dennoch. SR 3 wie auch HR 4 geben nach wie vor unbekannten Stimmen eine Chance, bieten bunte, soll heißen: "gemischte" Programme. SWR 4 in Mainz teilweise auch noch.

Zu allem Übel zeigt das Fernsehen zwar gern volkstümliche Sendungen (da diese ja unbestritten beim Publikum sehr beliebt sind), dafür werden diese Lieder aber im Rundfunk größtenteils nicht gespielt. Genauso ist es auch umgekehrt. Wenn es von den wenigen neuen Titeln und Interpreten einer geschafft hat, im Funk öfters gespielt zu werden, findet er dafür nicht im Fernsehen statt. Das nennt man dann eine gute Zusammenarbeit!!!

Es ist uns sogar zu Ohren gekommen, dass einige Redakteure die Plattenfirmen oder Produzenten dazu auffordern, die Titel zu ändern. Beispiel: "Das Intro ist viel zu lang, wenn ihr es kürzt, setz ich den Titel ein". Oder: "Die Gitarre ist zu laut, der Gesang ist zu leise und und und........"

Um den Redakteuren zu gefallen und in allen Sendern mit einem Lied gespielt zu werden, müssen die Produzenten in Zukunft wahrscheinlich zehn verschiedene Versionen des Titels aufnehmen, denn die meisten spielen scheinbar nur das, was ihnen ganz persönlich gefällt. Die Hörer dürften dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen.

"Natürlich gibt es auch sehr viel schlecht produzierte Titel, die es gilt, auszusortieren. Aber wenn ein Titel gut produziert ist, sollte man ihm wenigstens eine Chance geben." 


smago! bietet Lesern an dieser Stelle ein Forum. Soll der deutsche Schlager endgültig von der Bildfläche verschwinden? Lohnt es sich, sich zu wehren? Was können die "schlagerfreundlichen" Labels, Produzenten, Autoren und Künstler überhaupt noch tun?

 

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Kommentare:

15.01.2007 22:26:22

Mein Radio
Draufratshofer hat's einfach drauf. Macht ein qualitativ als absolut miserabel einzustufendes Radio und will damit WDR und MDR das Fürchten lernen. Dabei hat er ganze "8" Hörer im Schnitt pro Stunde und 6 davon faked er.

geschrieben von: Walter
 

15.01.2007 18:48:45

Mein Radio
Es ist schon komisch dass ein Irrer für "sein Radio" überall Werbung macht, obwohl das ein absoluter Schrottsender ist. WDR + MDR sollen sich warm amziehen - kaum zu fassen wie sich da wieder mal jemand gnadenlos überschätzt.

geschrieben von: KG
 

31.12.2006 16:21:00

Mal kurz erwähnt
Ich weiß nicht, woher der Autor der Kolumne seine Informationen bezieht, aber in ein paar Punkten irrt er.

Dass mit der Fusion von ORB und SFB Sender verschwunden sind, stimmt nicht. Alle noch da, sie heißen jetzt nur anders. Für den Schlager und die Volksmusik tagsüber ist Antenne Brandenburg zuständig, auch das Stadtradio 88,8 spielt ihn ab und an. Demnach ist die Einschatzung "KEINER" nicht hundertprozentig richtig. Auch hat der Radiosender 100,6 früher schon nicht mit ausgeprägtem Schlagerprogramm gepunktet, nach der Georg-Gafron-Pleite und einer abenteuerlichen Geschäftspiraterie durch den letzten Geschäftsführer ist er jetzt als MotorFM auf einer etwas rockigeren Schiene. Ansonsten bliebe hier noch TeddyFM zu nennen, die ein etwas kindgerechteres Programm bringen, inklusive Reinhard Lakomy, Rolf Zuckowski usw. Im weitesten Sinne Schlager für Kinder.

Nur zur Ergänzung des obigen Textes.

Grüße aus OSW und einen guten Rutsch

geschrieben von: AndyOSW
 

28.12.2006 20:37:13

Richtig und Falsch ?!
Wir haben Euren Artikel gelesen und bestätigen diesen voll und ganz. Die deutsche Radio- & TV - Landschaft ist ziemlich "heavy" geworden.

Aber ist es vielleicht nicht auch dadurch gekommen, dass vor ca. 5 - 8 Jahren viele, viele Produktionen mit Künstlern (die die Welt nicht brauchte) auf den Markt kamen, die wohl leider den Ruf des Schlagers auf das heftigste schädigten ? ? ?
Waren es nicht Produktionen die grottenschlecht waren ?
Oder Künstler die tatsächlich weder eine Performance noch eine Stimme hatten ?

Fragen über Fragen - wobei wir hier NICHT ausdrücklich die Gegebenheiten gut heissen!

Zum "Vorschreiber", dem "Kleines Label": ist es vielleicht nicht so gewesen, dass der Titel "Ein Stern" vom tatsächlichen Urheber und Sänger Nik P. aus Österreich, glaube 1997, erschienen ist. Sicher - mit mässigen Erfolg! Im Frühjahr hab es dann diese Cover - Version von Nic......und nun "Stern - Teil 3" :-) von DJ Ötzi & Nik P. Wir sind uns glaube ich einig, wer das Rennen machen wird. So ist es und war es immer......so what?

Trotzdem wünsche ich allen viele, viele Hits für das Jahr 2007 - Glück, Gesundheit und viel Erfolg!

geschrieben von: dieter gross
 

20.12.2006 12:44:48

Habe Recht behalten
Ich hätte Prophet werden sollen, denn nun ist es amtlich........
Nicht Nic, der "Einen Stern" zum Hit gemacht hat, sondern Nic P. und DJ Ötzi, der sich auch hier wieder einmal als Trittbrettfahrer erweist (siehe Hey Baby u.v.m.) kriegen die großen TV Sendungen.
Man verliert den Glauben an manche Redakteure.
Ich wünsche allen ehrlichen Menschen und Nichtschmarotzern in unserer Branche ein frohes Weihnachtsfest.

Kleines Label

geschrieben von: Kleines Label
 

13.12.2006 23:59:14

Traurig, aber wahr...
Liebes Smago-Team!

Vor fast 20 Jahren habe ich im Musikmarkt einen Leserbrief geschrieben, der scheinbar aktueller denn je ist. Da ich mich mit der im Artikel genannten "Problematik" seit nunmehr Jahrzehnten hobby-mäßig beschäftige, komme ich langsam in die Resignations-Phase. Ich muss wohl akzeptieren, dass "meine" Musik entweder nicht genug Freunde hat oder (was ich vermute) der "schweigenden Mehrheit" angehört, die den Zustand hinnimmt. Dass die "Privaten" ihr Programm am Hörer vorbei gestalten, ist traurig genug. Dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Publikum nicht ernst nehmen, ist zwar seit der Absetzung von Mal Sondock 1984 (damals beliebteste Radio-Sendung, übrigens kein Schlager - aber zu publikumsorientiert) bekannt - aber dennoch noch immer ärgerlich. Den Sender WDR 4 muss ich ausdrücklich in Schutz nehmen - hier finde ich zumindest zeitweise noch ein buntes Musikprogramm mit deutschen Titeln ("Schallplattenbar", "Schlager, Pop und Co." und "Rhythmus der Nacht" - unterschiedliche Sendungen, die ein breites Spektrum abdecken)....

Im Zeitalter von MP3 unt Internet hoffe ich, dass die Plattenfirmen selber aktiv werden und die ältere Generation als Käuferschicht neu entdecken. Die Jugendlichen haben ja inzwischen eine selbstverständliche "Umsonst"-Menthalität, während ältere Käufer (oder sagen wir "volljährige Käufer") den Wert einer hochwertigen CD zu schätzen wissen...

In der Hoffnung, dass noch einige Felsen in der Brandung verbleiben (Radio: WDR 4, Internet: Smago, Konzert: Udo Jürgens), grüßt

Stephan Imming

geschrieben von: Stephan Imming
 

13.12.2006 21:27:59

Aus meiner Sicht
Lieber Andy,
wieder einmal hat Smago Mut bewiesen und ein leidiges Thema aufgegriffen.
Nun, zu sehr möchte ich mich über dieses Thema nicht äußern, denn man bekommt in dieser Branche schnell den Gegenwind zu spüren.
Darum nur soviel.......
Leider ist es nicht nur bei Newcomern so, sondern auch bei etablierten Künstlern, die über Jahre hinweg ihr Können an der Basis (nämlich am Publikum) unter Beweis stellen. Auch hier gibt es Einige, die von Redakteuren gemieden werden.
Vielleicht sollten die Verantwortlichen öfter einmal bei angesagten Veranstaltungen und Konzerten erscheinen um sich ein objektives Bild zu machen.
Natürlich haben eine Andrea Berg oder ein Semino Rossi ein Anrecht auf eine große Familiensendung wie z.B. "Wetten Dass", aber viel wichtiger wäre wieder eine größere Plattform zu schaffen, denn die Klientel, die deutschen Schlager und volkst. Schlager hört, ist viel größer als es uns manche Medien (vor Allem die Privaten) vorgaukeln.
An einem aktuellen Beispiel wird man in Kürze sehen, wie ungerecht es bei TV-Besetzungen zugeht.
Nic P. hatte mit "Einen Stern" nur mäßigen Erfolg.
Später kam der gleiche Titel viel besser produziert von einem Newcomer, der sich einfach nur Nic nennt mit großem Erfolg in Deutschland raus und das ohne jegliche Medienunterstützung.
Im Gegenteil......entgegen den Geschmack des Publikums meidet man diesen Song.
Nun zieht Irgendjemand in der Industrie wieder Fäden, läßt den Titel ein weiteres Mal mit Nic P. produzieren allerdings mit Unterstützung von DJ Ötzi, und ich wette, das Funk- und TV Einsätze garantiert sind.
Ich hoffe, das es kein Problem ist, das ich anonym schreibe, aber man hat es in dieser Branche, die leider nur aus Kumpanei und Geschiebe besteht eh nur minimale Chancen.
Und genau die möchte ich meinen Künstlern nicht verbauen.
Aber es hat auf den Fingern gebrannt.

Hut ab vor Smago, die sich hoffentlich nicht scheuen, weiterhin solche Themen aufzugreifen und auch objektiv berichten.

geschrieben von: Kleines Label
 

13.12.2006 17:14:41

Patentlösung gibt es wohl nicht..
lieber andy,
danke für diesen bericht.
aber der hätte auch schon vor 10 oder 15 jahren geschrieben werden können.
es war doch nie anders !
medienpartner sind doch auch nur menschen. erinnere mich an einen tv promotion kollegen der niedergeschlagen von einem termin von einem tv sender kam, vor vielen jahren - leider absage weil der künstler zu dick ist und ungepflegte haare hat. das ding wurde trotzdem ein top ten hit und der gleiche tv kollege der beim ersten mal ablehnte, meinte dann wenn wir hier in deutschland noch mehr von diesen "erdigen - echten" künstlern hätten..
ja erfolg ,macht dich auch bei den medien dann wieder interessant.
nur wie kam der künstler damals ohne tv in die top ten , oder war es sogar ein platz 1 ? ganz einfach - knochenjob - auftritte - auftritte.
die fangemeinde wollte den song.

aber da gebe ich dir jetzt recht - die spirale dreht sich immer weiter zum negativen . tv sendungen gibt es kaum, radio will nicht spielen und wo sind die auftrittsmöglichkeiten geblieben ?
ausser gegen spesen im möbelhaus,
beim autohändler um die ecke ?
discotheken , mit regelmässigen bezahlten auftrittsmöglichkeiten gibt es ja auch kaum noch.
also wo - soll noch was passieren?

also doch internet ?
aber da muß dann noch viel passieren. einzelkämpfer werden es fast nicht schaffen und du - herr heck oder uwe hübner alleine reichen nicht - oder doch ?
vielleicht wenn es eine gemeinsame plattform im internet geben würde für alle !! deutsche schlagerkünstler.
liebevoll gemacht (so wie smago :-)
mit news / videos / downloads ?
dann müssten aber einzelne künstler / management und plattenfirmen interessen zurückgestellt würden und alle !! gemeinsam dafür werben.
egal ob koch / da / emi / sonybmg u.s.w. alle unter einem dach - möglichst noch ein gemeinsames internetradio
hmmm - pisch träum weiter :-)

ein schwacher trost - auch anderen bereichen in der musikbranche - siehe dance - geht es nicht anders.
eine patentlösung gibt es wohl zur zeit noch nicht. aber daran sollten wir alle versuchen zu arbeiten ..
einen schönen abend.

geschrieben von: Ralf Pisch
 

13.12.2006 16:41:55

Direktkontakt
Lieber Andy, liebes Smago-Team,

was soll man da noch kommentieren?! Ich bin seit 1987 kontinuierlich in der Schlagerbranche als Autor und interoret aktiv.
Es hat immer zeiten gegeben, in denen der Rundfunk mit zu viel "Neuem" gefüttert wurde.
Egal, ob Newcomer oder "Profi", interessant ist doch für den Hörer das, was er hört. Wenn es gut gemacht ist - iddenreiche Texte und eingängige Melodien, das ist nun mal der Schlager - oder sollte er zumindest sein, sollte DAS LIED eine Chance bekommen, gespielt zu werden. Nur so bin ich mit einer deutschen Produktion in die Media Control Charts gekommen
Wir wissen um die Situation in den Sendern, wo schon vor 20 Jahren die Redakteure die Klinke in die Hand gaben. Ich bin heilfroh in NRW zu arbeiten, meine Werke meinem Heimatsender anbiete und diesen Sender nur Loben kann.
Denn wenn die Damen und Herren Redakteure mal direkt mit den Hörern und Liebhabern des deutschen Schlagers konfrontiert würden, und es auch zuließen, dann würden mehr Menschen vor den Funkhäusern stehen als Bemusters CD's auf den Tischen der Redakteure je Platz haben.
WDR4 geht raus zu den Menschen mit verschiedenen Sendeformaten, sieht was da draussen los ist und stellt sich auch zu bestimmten Zeiten auf den Schlagerfreund ein.
Superwunschhitparade, Hafenkonzerte, Weihnachtsprogramme auf öffentlichen Plätzen und, und, und.
Aber leider ist das nicht überall so -und wer weiß, wie lange überhaupt noch. Leider gibt es in Deutschland nicht die Situation wie z.B. in Frankreich, dass 50% der Musik aus dem eigenen Land sein muß.
Deshalb auswandern??? Ich denke, das sich wie eh und je alles von selbst erledigt.aber ein bischen dran schrauben sollten wir schon.

Wolfgang Arnold -Andre

geschrieben von: Wolfgang Arnold
 

13.12.2006 14:30:24

Die Situation bietet auch Chancen
Als langjähriger "Newcomer" und Schlagersänger, der gewiss nicht zu den meistgespielten Interpreten im Radio zu zählen ist, möchte ich die derzeitige Situation dennoch von einem anderen Blickwinkel betrachten:

Der Schlagermarkt befindet sich derzeit in der Phase der Bereinigung. In der vergangenen Zeit wurde unser Genre mit einer zu großen Anzahl an Veröffentlichungen überstrapaziert. Zu viele Menschen fühlten sich berufen, eine Schlagerkarriere anzustreben. In den meisten Fällen litt darunter der Anspruch und die Qualität, die Quantität dominierte und statt einer preisgekrönten Produktion verfolgte man eine preisgünstige. Dieser Welle des Überflusses muss nach wirtschaftswissenschaftlicher Theorie eine Marktbereinigung folgen.

Gehen wir einige Jahrzehnte in eine Hochphase des Schlagers zurück. Das Angebot konnte die Nachfrage gar nicht stillen. Es war u.a. auch deutlich mühsamer, einen Tonträger zu veröffentlichen. Nebenbei erwähnt stimulierte dieses Umfeld auch die Kreativität – die Schlagerlieder von damals waren im Ganzen einfallsreicher als die meisten von heute. Eine positive Ausnahme ist hier bspw. Andreas Zaron, dessen Ideenreichtum aber auch von den Redakteuren heute gewürdigt wird.

Ich bin der festen Überzeugung, dass in gar nicht allzu langer Zeit die Vorzeichen für Newcomer im Bereich Schlager wieder besser stehen werden. Bis dahin heißt es langen Atem zu haben, sich für später eine gute Ausgangsbasis zu erarbeiten und sich neue Wege und Möglichkeiten zu erschließen, Schlagerfans anzusprechen. Wenn man dies clever angeht, bietet die derzeitige Marktsituation für Newcomer mehr Chancen als Gefahren. Zu Fordern ist einfach - dies beginnt bei den Rufen nach einer Radioquote und hört bei einer Schelte für Redakteure auf. Zum Erfolg führt dies für einen Musikschaffenden jedoch vermutlich nicht.

Viele Grüße aus München

TOBY
www.TOBYonline.de

geschrieben von: TOBY
 

13.12.2006 12:54:27

Moderator
SCHADE, SCHADE und nochmals Schade, daß es nun immer weniger Sender gibt die dem deutschen Liedgut eine Plattform bieten. Ich selber habe mehr als 10 Jahre die einzige deutsche Schlagersendung neben dem Programm von WDR4, im Rahmen von NRW-Radio moderiert. Das ist allerdings leider auch schon fast 7 Jahre her. Noch heute sprechen mich zahlreiche Menschen,persönlich,oder per Post, Email u.s.w. an, und "betteln" förmlich darum wieder Schlager im Radio, in "Ihrem" Radio zu hören.
Doch das wird wohl nichts mehr,denn solange junge unerfahrene Redakteuer, die gerade ihr Abi gemacht haben und keinen blassen Schimmer vom wirklichen Leben haben, das sagen haben und sich nur auf die "ach so erfolgreiche" Werbewirtschaft und Ihre Analysen stützen wird es wohl nie wieder eine Chance für den Schlager geben,....
SChade, schade,schade,....
Musikalische Grüße
Matthias Lutz

geschrieben von: Matthias Lutz
 

13.12.2006 10:38:09

Etikettenschwindlerei
Früher gab es in Bayern gute Sender, z.B. \"Radio Arabella\". Heute kann man in Bayern nur noch- wenn man es empfangen kann- Radio Salzburg hören. Alles andere wäre im Land der \"Schadbären\" unzumutbar.
Man redet von Naturschutz, knallt aber ein im Grunde zahmes ( vermenschlichtes) Tier ab, man redet von Brauchtummspflege- spielt aber keine neuen deutsche Lieder mehr. Und man redet von Flexibilität und Transrapid und streicht im ländlichen Raum aber die öffentliche Verkehrsanbindung am Wochenende zusammen. Sodass Kranke und Ältere faktisch in \"ihren Bergen\" eingeschlossen sind.
Dieses \"gesund sparen\" hat aber nichts mehr mit Veränderung zu tun. Man schließt ganze Gruppen aus der Gesellschaft aus und spielt Interessen gegeneinander aus. Das nenne ich perfide!
Proteste bei der Staatsregierung gegen die \"Streichung deutschen Liedguts\" bleiben unbeantwortet. Dann sollte man doch gleich den Rundfunkstaatsvertrag aufkündigen, so ist es Etikettenschwindlerei!

geschrieben von: Hartmut Mayer
 

13.12.2006 10:23:17

Schlager im Radio
Sie bringen es auf den Punkt. Wenn immer weniger Schlager gespielt werden, dann wird es auch keine neuen Gassenhauer geben, weil keiner die Titel kennt. Ich erinnere mich noch an die 70er Jahre, als es das heutige "Formatradio" noch nicht gab. Da waren aber im Bereich des NDR oder WDR immer mal wieder zwischendurch Schlager im Radio (WDR 2, NDR 2, aber damals auch in den ersten Programmen) zu hören. Ich selbst als "Schlagerfreak" stelle auch immer wieder fest, dass viele Leute (auch Jüngere) auf diese Musik und auch die neuen "Pop-Schlager" stehen. Nur: Wenn sie nirgendwo im Radio gespielt wird, gibt es auch keine Nachfrage. Und die Redakteure sagen: Das will niemand hören. Ein Teufelskreis. Ich selbst gestalte wöchtentlich zwei Unterhaltsungsprogramme im Krankenhausfunk Gronau und stelle jeden Samstag acht neue deutsché Titel vor. Natürlich von den arrivierten wie den Flippers oder Andrea Berg, von Xavier Naidoo oder Rapsoul, aber auch von Jörg Bausch, Angelina oder Michael Wendler. Und bei den programmen werden von den Hörern zu 70% deutsche Titel gewünscht. Und die Musikwünsche werden nicht irgendwann, sondern in der jeweiligen Sendung (während der Sendezeiten haben die Leute die Möglichkeit, mir gebührenfrei ihre Musikwünsche telefonisch durchzugeben) gespielt. Und da laufen mal die Rolling Stones nach Heino, Anneliese Rothenberger nach Sarah Connor usw. Der Schlager ist nicht tot, wird aber durch viele Sender (weil die Redakteure meinen out zu sein, wenn sie Schlager und Volksmusik spielen?) mittlerweile leider totgeschwiegen. Schade, oder?

geschrieben von: Hubert Holtkamp
 

13.12.2006 09:45:32

smago hat LEIDER Recht!
Danke für die mutige SMAGO Kolumne. Wir arbeiten mit Künstlern aus mehreren Ländern und in keinem Land wird die einheimische Musik so boykottiert wie hier in Deutschland. Einige Musikredakteure in den Rundfunksendern spielen sich wie Könige auf und wollen dem Hörer ihren eigenen Geschmack aufdrängen.
Einige Künstler wechselten ihre Autoren, um durch diese Autoren dann auch bei einigen Sendern gespielt zu werden. Diese Autoren öffnen Türen beim Radio und TV. Eine sehr verrückte Situation.
In Hong Kong, Spanien, Frankreich, Indonesien, Bulgarien und Schweden wäre so eine Situation unvorstellbar.

Der MDR spielt teilweise auch noch Künstler aus ihrem Sendegebiet. Was gibt es daran zu bemängeln?

Radio-Musikredakteure zerstören mit ihren Wünschen die Vielfalt an deutschsprachiger Schlagermusik.

geschrieben von: Alexander
 

13.12.2006 05:21:33

Radio VHR - Schlager und Volksmusik
Liebe Musikredaktion von smago,

ein wenig Hoffnung gibt es ja! Wir von Radio VHR, ein reines Internetradio, spielen Schlager und Volksmusik im 24h Livestream. Hörer,- und Besucherzahlen beweisen uns immer wieder - Die deutsche Musik lebt! Viele Schlager und Volksmusikfreunde haben schon den Weg zu uns gefunden. Und das Beste, unzählige Nachwuchskünstler und auch unbekanntere Interpreten befinden sich in unserer Songliste. Es ist keine Frage, auch wir sortieren schlecht produzierte Titel aus - aber bei uns gilt die Devise: Dem Nachwuchs eine Chance! Und das sich grad Radio VHR ganz massiv für den Nachwuchs einsetzt, beweisen unsere wochenlangen Promotionaktionen für "Claudia & Alexx" die ja bekanntermassen einen sensationellen 3. Platz beim letzten "Grand Prix der Volksmusik" belegt haben. Klar, es gilt viel Hindernisse zu überwinden, aber wir haben uns dem Schlager und der Vollksmusik verschrieben und werden diesen Weg konsequent weitergehen. Wir freuen uns über jedwede Unterstützung durch Interpreten Labels, Produzenten, Autoren, Produktmanagern, Radiopromotern, usw. - Diverse Umfragen in unseren Portalen haben ergeben, dass unsere Hörer einen Altersdurchschnitt von 37 - XX haben. Und das tollste, auch immer mehr "Ältere" haben ihren Mut für den PC entdeckt und erfreuen uns mit Ihren Besuchen. Und seien wir doch mal ehrlich, wenn der Musikantenstadl mit Andy Borg über 6.000.000 Zuschauer hat, kann die deutsche Musik ja nicht am Boden sein. Egal ob hier bei smago als Musikmagazin oder bei Radio VHR, als Internetradio - wir bieten der deutschen Musik eine Plattform, sich zu präsentieren. Bei uns hat die deutsche Musik ihre Zukunft. Wir unterstützen gemeinsam, jeder auf seine Weise, ganz massiv die deutsche Musik! In diesem Sinne, unterstützt auch ihr, liebe Leser von smago, Schlager und Volksmusik, damit die deutsche Musik Ihre Zukunft nicht verliert!

Ihr Team von RADIO VHR

geschrieben von: Radio VHR
 

13.12.2006 00:53:39

Danke
Liebes Smago, lieber Andy,

dieser Artiekl trifft in allen Bereichen zu und zeigt eine Entwicklung auf. die man schon seit 10 Jahren beobachten kannn ( man denke z.B. an Alster Radio Hamburg oder Arabella München). Auf den berühmten Punkt.

Es ist mehr als nur bedauerlich, daß selbst wir im Kern des Musikbusiness, die ein Hauptinteresse haben sollten, kaum etwas ausrichten können und nahezu ohnmächtig daneben her laufen.

Irgendetwas läuft da in unserer Republik verdammt schief, wenn man hören muß, daß "die Hörer ja alle englisch sozialisiert sind" ( O-Ton eines ARD-Funk- Programmverantwortlichen der eigentlich "deutschen Programme") und auf der anderen Seite eine Vielzahl deutscher Mitbürger die eigenenSprache nicht einmal mehr annähernd beherrschen.

Natürlich muß man auch positiv werten, daß zumindest seit 2-3 Jahren deutsche Popmusik in den ARD-Popsendern der sog."3.Programme" zum Einsatz kommt,wenn auch für Newcomer unter kaum überwindbaren Hürden.

Danke für den Artikel.
Wolfgang Teschner
PANTA MUSIK GmbH

geschrieben von: Wolfgang Teschner
 

13.12.2006 00:52:35

Smago hat 100% Recht!
DANKE an SMAGO dass dieses Thema überhaupt mal aufgegriffen wurde!
Es ist tatsächlich so dass die Redaktionen in einigen Radiosendern versuchen Einfluss auf die Produktionen zu nehmen und auch Interpreten ausklammern, die ihnen zu volkstümlich oder zu poppi sind - oder die ihnen irgendwie nicht passen, jeder hat da ein anderes Mass! Nur: Konsequent sind sie eben alle nicht! Einerseits werden dann hübsche Sängerinnen doch gespielt, egal was der Titel für eine Stilistik hat... Viele Redakteure wissen auch nicht wirklich was volkstümlich und nicht volkstümlich ist! Diese Leute spielen nach ihrem Geschmack und vergessen dass da viele Hörer sind die etwas anderes erwarten! Und diese Leute bezahlen dafür ja auch, das vergessen aber einige immer wieder! Diese Leute gehören nicht in ein öffentlich-rechtliches Radio, die erfüllen ihren Auftrag nicht, der heisst: die Menschen zu unterhalten und nicht: ihren eigenen Geschmack tausenden aufzuzwingen!
Selbst Briefe, Mails und Anrufe an die Sender bewirken da gar nichts, denn jeder bekommt eine andere Ausrede serviert! Die schönste und einfachste ist: passt nicht ins Format! Nur in was für ein Format denn??? Oder wollen einige wirklich behaupten sie hätten ein Format?! "Was ich selbst nicht hören will, das müssen die Hörer auch nicht hören" - anders kann man es wirklich nicht mehr bezeichnen! Dass die Diskrepanz zwischen hohen TV-Quoten bei Schlager- und Volksmusiksendungen da ist, das merken diese Leute aber gar nicht, oder ignorieren es. Dafür gibt es aber Intendanten, Rundfunkräte usw... die werden ihrer Verantwortung überhaupt nicht mehr gerecht und lassen jeden murxen wie es ihm gerade einfällt!
Und dann bekommen Leute die den Schlager ausrotten wollen auch noch den ADS-Schlagerpreis, welch ein Hohn! Und das Schlimmste ist: sie nehmen den auch noch an.
Man kommt ja in der Welt ab und zu etwas herum und es ist unvorstellbar dass in Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland oder den USA nicht ihre eigene Musik läuft. Da hört mein kein einziges Deutsches Lied, aber wir spielen bevorzugt ausländische Musik im Radio - da muss man sich doch fragen ob wir nicht einen grossen Sprung in der Schüssel haben!
Es wird auch bald kaum noch deutschsprachige Musik produziert werden können, denn es gibt bald keine Einnahmen mehr und damit verschwindet der Schlager fast gänzlich von der Bildfläche! Dafür bekommen die ausländischen Autoren und Verlage jedes Jahr Milliarden aus Deutschland überwiesen weil ja deren Musik in Deutschland langsam Gesetz geworden ist! Vorschlag an einiuge Sender: bringt doch auch die Nachrichten, den Verkehrsfunk und das Wetter in englisch, dann fühl ihr Euch sicher noch wohler in Euren Stuben.
Betreffs Bayern 1, die spielen die Österreicher rauf und runter, die dürfen auch zum Interview erscheinen wenn sie eine neue CD haben, wie Herr Fendrich - dass der kokst ist da völlig egal und uninteressant - "keine Macht den Drogen" hiess es ja mal... und heisst es noch... Wir spielen nur Hits - nur wer macht die? Oder spielten die in 30 Jahren immer noch die Hits die heute schon 30 oder 40 Jahre alt sind.

Der Hörer kann eigentlich nur eines wirkungsvoll tun: abschalten, erst dann wird sich wirklich etwas ändern!

geschrieben von: Paul Meier
 

 

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Programminformation, Fragen zum Radio?

ATLANTIS // Wir haben noch lange nicht genug (CD)

  Ireen Sheer
  Astrid Breck
  Wendler
  Helden
  Lena Valaitis
  Michael Morgan
  Christian & die sauberen Jung's
  Markus Becker
  Lippe
  Allessa
  Andreas Martin
  AMIGOS Und LADINER
  Roger Whittaker
  NIC
  Inka
  Midsommer
  Jens Bogner
  Feuer und Flammen
  Wiedl