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04.11.2008 - 00:00:00

smago! INFORMIERT
US-Wahl: Schicksalstag für Weltwirtschaft!

Neuer US-Präsident soll Wende herbeiführen und für Stabilität sorgen!

Die Erwartungen an den designierten US-Präsidenten sind unabhängig von der Wählerentscheidung hoch gesteckt. Egal, ob Barack Obama oder John McCain das Rennen um das US-Präsidentenamt heute, Dienstag, für sich entscheidet, die Finanz- und Wirtschaftskrise gehört zumindest in der ersten Amtsperiode zu den zentralsten Themen für den künftigen Staatslenker. Dabei stehen die beiden Kandidaten schon im Vorfeld der Wahl und lange vor Amtsantritt unter unvergleichbar starkem internationalem Druck. Nicht nur die USA, sondern die gesamte Weltwirtschaft hofft auf eine rasche und möglichst schmerzfreie Wiederherstellung stabiler Verhältnisse. Der künftige US-Präsident allein soll es sein, der die Wende herbeiführt.

Während sowohl Europa als auch zahlreiche Emerging Markets auf eine konjunkturelle Stagnation zusteuern und einige Staaten von begründeten Rezessionsängsten geplagt sind, strauchelt die Weltwirtschaftsmacht USA zunehmend und sorgt für eine anhaltende internationale Abwärtsspirale. Dabei galten besonders die Emerging Markets als Hoffnungsträger und potenzielles Zugpferd der Weltwirtschaft aus der Krise, die in den USA ihren Ursprung fand. "Die Schwellenländer können sich nicht von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abkoppeln", meint hingegen Peter Westerheide, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung www.zew.de, im Gespräch mit pressetext.


 



Dass die USA derzeit nicht in der Lage sind, eine wirtschaftliche Wende aus eigener Kraft einzuleiten, wird an dem als Indikator für die Konjunktur geltenden Automarkt ersichtlich. Im Oktober fielen die Absatzzahlen auf das niedrigste Niveau seit der Ära nach dem Zweiten Weltkrieg und der europäische Markt folgt dieser Tendenz. Dabei müsse sich die Autobranche auf einen langfristig anhaltenden Abschwung einstellen, urteilt Ferdinand Dudenhöffer, Automobilmarktexperte und Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Fachhochschule Gelsenkirchen, gegenüber pressetext. So stehen in den USA Tausende Arbeitsplätze auf der Kippe (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081031017). Die marode Autobranche ist jedoch nur ein Ausdruck dessen, wie schwer angeschlagen die US-Wirtschaft tatsächlich ist, die der zukünftige US-Präsident im Alleingang auf Vordermann bringen soll.

Erwartungen in die Präsidentschaftskandidaten bestehen auch in Hinblick auf die Bereiche Umweltschutz und Klimawandel. Das Erreichen der Klimaziele mit Nachdruck und oberster Priorität anzustreben, ist angesichts des drohenden wirtschaftlichen Abschwungs aber nicht nur ein umweltpolitisch relevantes Thema. Durch ohnehin notwendige Investitionen in Erneuerbare Energien und Klimaschutzmaßnahmen sei eine nachhaltige Erholung am Arbeitsmarkt sowie eine Stabilisierung der Konjunktur erreichbar (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081031031). Zudem hätte ein Klimakollaps bedeutend einschneidendere Folgen als die wirtschaftliche Krise und wäre nicht mit Mrd.-schweren Rettungspaketen zu reparieren.

Der Nachfolger von George W. Bush befindet sich in jedem Fall gleich zu Beginn seiner Amtszeit in einer kaum beneidenswerten Position. Favorit Barack Obama habe zwar bereits ein umfangreiches und kompetentes Expertenteam um sich versammelt, um die US-Wirtschaft und dadurch die Weltwirtschaft anzukurbeln und der Finanzkrise zu begegnen. Ihm selbst werfen Kritiker jedoch einen bedenklichen Mangel an Erfahrung vor. McCain hingegen würde schlichtweg nicht über die "richtigen" Rezepte verfügen, meint die demokratische Gegenseite. Die Entscheidung liegt schlussendlich bei den Wählern. Den wohlstandsverwöhnten US-Bürgern kommt besonders in der Anfangsphase der ersten Amtsperiode in Hinblick auf die Akzeptanz politischer Entscheidungen und eine mögliche Wiederwahl eine weitere tragende Rolle zu. So präsentieren die US-Wähler Politikern, unter denen sie an Wohlstand verlieren, gerne unmittelbar die Rechnung. Die neue Regierung läuft damit bereits jetzt Gefahr, für das wirtschaftliche Erbe der Vorgängerregierung abgestraft zu werden.


Foto-Credit: Foto: pixelio.de, mad max

Quelle: pressetext.deutschland, Manuel Haglmüller

 

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