12.02.2008 - 00:00:00
PATRICK LINDNER
Namensstreit um Eisbär "Flocke: Patrick Lindner besitzt Markenrecht!
"Frieden fängt im Herzen an", sang einst Schlager-Barde PATRICK LINDNER. Im Moment aber scheint sein innerer Frieden ein bisschen gestört. Den Grund dafür liefert Deutschlands aktueller Lieblings-Star, das Nürnberger Eisbären-Baby Flocke - oder besser dessen Name. Patrick Lindner besitzt eine Marke, die genauso heißt.
Zahlreiche Namensvorschläge gingen bei der Stadt Nürnberg ein. Im kleinen Kreis hatte eine Jury schließlich über die Namensvergabe entschieden. Am Ende setzte sich der Name Flocke durch, der dem weißen Fellknäuel zuvor auch schon von den Pflegern gegeben wurde. Doch der Name könnte der Stadt nun zum Verhängnis werden. Der ehemalige Manager des 47-jährigen Volksmusikers Patrick Lindner soll den Namen Flocke bereits 1994 patentrechtlich geschützt haben. Bisher sei der Stadt offiziell nichts dergleichen mitgeteilt worden, erklärte der Pressesprecher der Stadt Nürnberg, Siegfried Zelnhefer. "Wir sind da aber sehr gelassen. Man wird halt miteinander reden müssen", sagte Zelnhefer. Mögliche Ansprüche müssten die Anwälte prüfen.
Zwei Monate alt
Unterdessen ist die kleine Nürnberger Eisbärin zwei Monate alt geworden. "Der Mini-Geburtstag wird für sie aber ein ganz normaler Tag sein", sagte Clara Grau vom Presseamt der Stadt Nürnberg. Flocke gedeihe prächtig und wiege inzwischen schon 6,2 Kilogramm. Mehrmals täglich trinke sie bis zu 330 Milliliter Milch mit großem Appetit. Nachdem das Jungtier in der vorigen Woche vier Eckzähne und zwei Schneidezähne bekommen hatte, schimmern inzwischen weitere Schneidezähne durch. "Sie genießt es, wenn man ihr das Zahnfleisch massiert", erzählte Grau. Beim Trinken sei Flocke aber sehr behutsam und habe bislang die Schnuller der Milchflasche nicht kaputt gebissen. Die junge Bärin werde zunehmend agil und bewege sich immer mehr. Noch in dieser Woche soll daher ihr Gehege zu einer begehbaren Box erweitert werden, um ausreichend Platz für ihren Bewegungsdrang zu bieten. "Richtig gehen kann sie zwar noch nicht, aber sie krabbelt immer mehr", berichtete Grau.
Das Drama um "Knut II."
Ursprünglich wollte der Chef des Nürnberger Tiergartens Dag Encke das Eisbären-Baby "naturnah" aufwachsen lassen. Selbst nach dem Tod der beiden Eisbären-Babys der zweiten Eisbärin Vilma hatte er die Strategie des Nicht-Eingreifens in die natürliche Brutpflege noch verteidigt. Er vermutet, dass Vilmas Jungtiere krank waren und die Eisbärin sie daher aufgefressen habe. Das Muttertier Vera habe sich in seiner Bruthöhle gestört gefühlt und seine Wurfhöhle als Versteck konsequent abgelehnt, erklärt der stellvertretende Tiergarten-Chef Helmut Mägdefrau. Mehrmals habe es seinen Nachwuchs im Gehege des Nürnberger Tiergartens vor die Bruthöhle getragen. Nachdem sich die Eisbärin so auffällig verhalten habe, wurde das Eisbären-Baby von seiner Mutter getrennt. Das Jungtier hätte keine Chance gehabt, noch von der Mutter großgezogen zu werden, so die Begründung von Tiergarten-Direktor Dag Encke.
Hoffnung auf weiteren Nachwuchs
Nach langer Trennung wurden am Montagmorgen die Eltern von Flocke erstmals wieder zusammengeführt. Eisbär Felix war erst Donnerstagnacht nach mehreren Monaten im Zoo Gelsenkirchen wieder zurück nach Nürnberg gebracht worden. Das erste Zusammentreffen mit Flockes Mutter Vera sei sehr gut verlaufen. "Sie haben sich sofort wiedererkannt und beschnuppert", schilderte Clara Grau von der Stadt Nürnberg. Die beiden Eisbären sollen nun für weiteren Nachwuchs im Nürnberger Zoo sorgen.
Quelle: MDR
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