05.09.2007 - 00:00:00
OLIVER FRANK vs. NICO GEMBA
smago! exklusiv: Lesen Sie hier die "gutachterliche Stellungnahme"...
smago! berichtete gestern (04.09.07) vom "Krieg der Party-Schlager-Könige" OLIVER FRANK und NICO GEMBA. Der Produzent von Oliver "Mr. Italienische Sehnsucht" Frank, Ulrich Moorlampen, will den Verkauf des Albums "King Of Fox" von Nico Gemba wegen des darauf enthaltenen Titels "Wahrheit oder Pflicht" gerichtlich stoppen lassen. Das Interview mit Ulrich Moorlampen (SAM) können Sie HIER NACHLESEN...:
Heute präsentieren wir Ihnen exklusiv das Gutachten von Heinz Ehme...:
Sehr geehrter Herr Moorlampen,
mit Schreiben vom 28.08.2007 baten Sie um eine gutachterliche Stellungnahme, ob und inwieweit die Titel "Italienische Sehnsucht" und "Wahrheit oder Pflicht" kompositorisch identisch oder ähnlich sind.
Titel 1: Italienische Sehnsucht
Interpret: Oliver Frank
Veröffentlichung: 1996 SAM Sound-Around Music
- Original -
Titel 2: Wahrheit oder Pflicht
Interpret: Nico Gemba
Veröffentlichung: 2007 DA Music
- Plagiat -
Ergebnis:
Die Titel 1 und 2 sind in wesentlichen Bestandteilen identisch. Nicht nur, dass 12 der 16 Takte im Refrain des Plagiats vollständig dem Original entnommen wurden, so sind beide Titel auch noch in ihrer Struktur, ihrem Rhythmus und ihrer Instrumentierung nahezu identisch. Dabei sind die musikalischen Veränderungen im Plagiat von weit untergeordneter Bedeutung, so dass von einer vollständigen Entnahme des musikalischen Inhaltes gesprochen werden kann. Das Plagiat entfaltet keine musikalische Eigenständigkeit und besteht nahezu ausschließlich aus dem musikalischen Inhalt des Originals.
Eine Zufälligkeit kann dabei ausgeschlossen werden. Vielmehr kann nur von einer bewussten Entnahmehandlung ausgegangen werden.
Gründe:
Im Jahre 1996 veröffentlichte die Firma SAM Sound-Around Music den Titel "Italienische Sehnsucht" mit dem Sänger Oliver Frank auf Tonträger (CD SAM 8520-2). Dieser Titel ist von Howard O’Melley und Thorsten Schotten komponiert und getextet worden. Die Rechte liegen bei der MVV Musikverlags- und Vertriebs GmbH. 2007 brachte die Firma DA Music den Titel "Wahrheit oder Pflicht" auf CD heraus (CD 871950-2), gesungen von Nico Gemba. Komponiert und getextet wurde der Titel von Tommy De Vito, Peter Schnell und Nico Gemba. Die Rechte liegen bei Maren MV. Die MVV Musikverlags- und Vertriebs GmbH und die Autoren Howard O’Melley und Thorsten Schotten werfen den Autoren Tommy De Vito, Peter Schnell und Nico Gemba und dem Maren Musikverlag Urheberrechtsverletzung vor:
Bei der Komposition "Wahrheit oder Pflicht" habe man unerlaubter Weise auf das Lied "Italienische Sehnsucht" zurückgegriffen.
Der Titel "Italienische Sehnsucht" ist im deutschen Schlager / Discofox angesiedelt und ist in der Tonart Db-Dur komponiert. Er ist im 4/4 Takt mit ca. 131 Schlägen pro Minute angelegt. Eine Notation der Gesangsmelodie des Refrains findet sich anbei.
Der Titel "Wahrheit oder Pflicht" ist ebenfalls im deutschen Schlager / Discofox angesiedelt und ist ebenfalls in der Tonart Db-Dur komponiert. Er ist ebenfalls im 4/4 Takt mit ebenfalls ca. 131 Schlägen pro Minute angelegt. Eine Notation der Gesangsmelodie des Refrains findet sich anbei.
Der Titel "Italienische Sehnsucht" ist dabei einer der bekanntesten Titel in diesem Bereich und auch über den Bereich des deutschen Schlagers hinaus bekannt.
Vergleicht man nun beide Refrains, so ist die Übereinstimmung unübersehbar. Um dies zu verdeutlichen wurden beide Refrains in die C-Stimme gesetzt. Deutlich erkennbar ist, dass die ersten 5 ½ Takte beider Refrains vollkommen identisch sind, wobei unter der Beibehaltung der Harmonik die Melodieführung des Plagiats über die Mitte von Takt 6 bis Ende Takt 7 leicht abweicht, um am Anfang von Takt 8 wieder komplett ins Original überzugehen. Die Melodieführung des Originals wird von dieser Stelle an im Plagiat bis Mitte Takt 10 weiter vollständig beibehalten. Die weitere Fortführung im Plagiat bis Mitte Takt 14 stellt wiederum eine Entnahme aus dem Original dar. Im Original wird an dieser Stelle aus dramaturgischen Gründen die Melodie leicht variiert, im Plagiat stellt sie lediglich eine einfache Wiederholung des Refrain-Anfangs da, der zuvor beim Original entnommen wurde.
Insgesamt sind damit 12 der 16 Takte des Refrains im Plagiat verglichen zum Original vollständig identisch.
Weitere Merkmale:
Für den kommerziell ausgerichteten modernen Deutschen Schlager ist generell der Gesamtklang bzw. Sound der Mainstream-Popmusik verbindlich. Der Sound einer Produktion, der sich aus den Klangkomponeten der einzelnen Vokal- und Instrumentalstimmen zusammensetzt, stellt hier einen wesentlichen Faktor dar, wenn es um die Bestimmung von eigenschöpferischen Elementen und um die Festlegung von musikalischen Prägnanzgraden geht. Ihm sollte bei der Frage nach kompositorischer Leistung in diesem Genre ebensoviel Gewicht beigemessen werden, wie der motivisch-melodischen Gestaltungsebene.
Auch hierbei ergeben sich deutliche Übereinstimmungen.
Bis auf eine Note im Takt 6 sind weiterhin die ersten 10 Takte auch rhythmisch vollständig identisch. Speziell hierdurch und durch weitere Übernahme von charakteristischen Arrangementmerkmale im Refrain (rot dargestellt) wird das Durchscheinen des Originals beim Plagiat noch einmal verstärkt. Die Rhythmik dieser Arrangementmerkmale, die erheblich zum Charakter dieser sogenannter Fill-Ins beiträgt, ist in einem Fall vollständig und in dem zweiten Fall bis auf 1 zugefügte Note wiederum identisch.
Auch im Intro sind deutliche Parallelen festzustellen. Bereits hier ist in beiden Werken eine Chorstimme zu hören, die von den ersten 3 Noten her gleich ist. Die Struktur und Funktion dieser Chorstimme wurde neben der Harmonik komplett übernommen. In den Versen kreist wie beim Original im Plagiat die Melodie auf derselben Harmoniestruktur tonal um das dreigestrichene C, den man in melodischer Sicht gewissermaßen als Leitton bezeichnen kann, um dann zum Refrain hin auf das viergestrichene C (wieder als Leitton) zu führen. Akustisch wird dadurch ein Oktavsprung erreicht. Auch diese Technik wurde beim Plagiat übernommen.
Akustisch gesehen sind durch die Übernahme von sowohl syntaktischen als auch semantischen Aspekten für den Zuhörer beide Werke praktisch gleich. Sie stimmen in wesentlichen Teilen überein, das Plagiat greift weiterhin auf charakteristische Stilmerkmale des Originals zurück, wodurch der Effekt des Durchscheinens des Originals beim Plagiat über die komplette Spiellänge gegeben ist.
Somit führt auch ein akustischer Vergleich zu dem Ergebnis, das wesentliche Klangkomponeten identisch sind, wodurch das Original deutlich im Plagiat durchscheint und der Zuhörer beide Titel als identisch empfindet.
CDs beider Titel zum Vergleich anbei.
Hamburg, den 29.08.07
Heinz Ehme
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Kommentare:
17.02.2008 13:10:57
@Henry
Ich gebe meiner Vorrednerin Alex recht. Oliver kann Live singen und tut dieses bei seinen Aufritten auch. Er trifft jeden Ton sogar wenn er Akapella singt das ist echt toll ich denke mal da kann sich so mancher Künstler ne scheibe abschneiden. Weil die meisten Sänger singen doch nur Vollplayback oder Singen über das Playback so das es keiner merkt.
Und sobald die Live singen sollen hört man das sie es nicht können.
Also Henry wenn du schon mit reden willst und anfängst hier auf Oliver rum zuhacken dann würde ich mich erst mal infomieren bevor du den Mund auf reißt wo nur Müll rauskommt.
geschrieben von: Melanie
09.09.2007 03:28:24
@ Henry
Dann hör dir Oliver mal live an. Glaube kaum, dass du dann noch der Meinung bist. Auch Oliver kann mit Band/Orchester singen, was er auch des Öfteren schon bewiesen hat.
Und man mag es kaum glauben, er trifft sogar jeden einzelnen Ton. Wie sagte Dieter schon so schön im Gästebuch, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!!!
Erst sich selber davon überzeugen, dann reden.
geschrieben von: Alex
09.09.2007 03:23:38
Nicht das erste Mal
Es ist halt schwer, sich was auszudenken, wenn kopieren einfacher ist. Sei es der "Stern" oder "Eheringe zu verkaufen"(Traue keinem über 30 - M. Wendler). Das damals bei dem Lied nicht schon was gesagt wurde, wundert mich. Der Ref. ist gleich mit dem von Michael...
geschrieben von: Alex
08.09.2007 20:33:16
Frank vs. Gemba
Ich habe mir von Nico Gemba die CD angehört und muss wirklich sagen, dass da VIELES was "produziert" wurde, anderen Liedern sehr ähnlich klingt (Frank, Wendler, Nic, ...).
Warum kann man sich nicht neue Melodien ausdenken?
Ich bin mal gespannt, wie der "Streit" hier noch endet... :-)
geschrieben von: Steffi
05.09.2007 16:17:17
Oh Bitte
Egal von wem man im sogenannten Popschlager spricht..........es ist und bleibt die unterste Schublade. Ich bin überzeugt, das nicht einer von den Königen,Kaisern,Päbsten und Göttervätern auch nur zufällig einen Ton trifft. Laßt diese Wendler,Gemba,Frank - Elite doch einmal mit Band oder Orchester live singen.
RTL könnte dann wieder eine Show machen "Die 10 peinlichsten Akustikpannen" und Gemba mit Silbereisen noch in eine Modesendung.....das wär's !!
Armes Deutschland.
Und ihr wundert Euch tatsächlich, warum die Medien den Schlager zerreißen ??
geschrieben von: Hénry
05.09.2007 08:17:38
Gemba vs O.Frank
Sehr amüsant dieser Artikel,beim anhören beider Titel ist natürlich schon eine starke Annäherung des Gemba Titels an "Italienische Sehnsucht" erkennbar...ABER ich finde es melodisch völlig neu gesungen.Und mal ehrlich , wer kann heute schon einen Foxtitel einem Interpreten zuordnen wenn darauf nicht gesungen wird?Titel von Michael Dorth(Bauhaus,Wendler,Nic,Bert Silver...)Jörg Bausch,Anja Regitz usw klingen fast alle ähnlich.Das liegt doch an den Sounds die gewünscht sind.Solange es nicht 1:1 melodisch übernommen wird würde ich sagen seid froh das der deutsche FOX so knallt wie nie zuvor.
Gruß an alle Foxer
Olli
geschrieben von: Olli
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