03.07.2007 - 13:23:00
NENA
Allianz-Krawattenträger von Nena beleidigt!
Im Prozess zwischen der Popsängerin NENA und der Allianz-Versicherung haben sich die Parteien am Montag vor dem Münchner Landgericht nicht auf einen Vergleich einigen können. Deshalb wird das Gericht in etwa zwei Wochen ein Urteil fällen müssen.
In dem Rechtsstreit geht es um einen Auftritt der Sängerin bei einer Mitarbeiterfeier der Allianz im September 2004. Die Versicherung wirft Nena vor, damals eine minderwertige Show abgeliefert und die anwesenden Versicherungsmitarbeiter beleidigt zu haben. Deshalb fordert der Konzern die Hälfte der ausgezahlten Gage zurück. Nena selbst war bei der Verhandlung nicht anwesend.
Nena soll gelallt haben
Am Dienstag wurden zahlreiche Zeugen verhört, die der Feier beigewohnt hatten. Dabei lieferten die sechs befragten Gäste der Feier ein einheitliches Stimmungsbild: Nena sei "auf die Bühne gestolpert", habe "mehr gesprochen als gesungen", sei "rumgetorkelt" und habe "angefangen zu lallen", sagten die Zeugen aus. Sie hätten den Eindruck gehabt, die Sängerin sei betrunken gewesen oder habe unter Drogen gestanden. Als "unter aller Kanone" bezeichnetet eine Frau die Show des Popstars. Nena habe "kein Lied zu Ende gesungen".
Befragten sagten zudem, die Popsängerin habe sich despektierlich über das Publikum geäußert. Sätze in der Art wie "Seid nicht so steif, ihr Krawattenträger" und "mitsingen kann jeder, singen kann jeder, genauso wie jeder Versicherungen verkaufen kann" habe die Sängerin von sich gegeben. Mehr als die Hälfte der etwa 500 Gäste hätten den Saal während des Auftritts verlassen. Ein Zeuge sagte, als Vergleich zu Nenas Show fiele ihm der Auftritt "von Kanzler Schröder am Wahlabend" ein.
Agent empfiehlt Heino
Anders sah das der damalige Agent des Popstars. Es sei kein ungewöhnlicher Auftritt von Nena bei der Allianzgala gewesen. "Wer Nena kennt und weiß, wie sie performt, hat eine normale Show gesehen", sagte der Musikagent. Es sei auch nicht mehr gesprochen als gesungen worden. Nach der Zeugenvernehmung sagte der Anwalt der Sängerin, Michael Decker, es sei der Eindruck entstanden, dass es zwischen Nena und dem Publikum "einfach nicht gepasst" habe. "Wenn ich mir die Leute angucke, die hier als Zeugen gesessen haben, dann ist das natürlich ein anderes Publikum, als Nena normalerweise anspricht", betonte Decker. Die Allianz müsse schon wissen, ob sie nicht vielleicht lieber Heino engagieren sollte.
Die Anwälte der Allianz AG sagten hingegen, ein Urteil würde zeigen, dass sich Künstler trotz einer gewissen "Narrenfreiheit" bei Auftritten salopp gesagt nicht benehmen könnten "wie die Axt im Walde". Nun muss der Richter entscheiden, ob Nenas Auftritt qualitativ minderwertig war, oder ob Publikum und Sängerin einfach nicht zusammenpassten.
Quelle: ddp
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