26.11.2008 - 00:00:00
MICHAEL WENDLER
Vom Saulus zum Paulus...bei der "Großen Schlagernacht" am 22.11.2008 in der o2 World in Berlin!
Dass MICHAEL WENDLER die Schlager-Nation spaltet, ist hinreichend bekannt. Der Paradiesvogel im deutschen Pop-Schlagergeschäft bietet auch ganz gewiss einige "Reibungspunkte", über die man diskutieren kann (oder auch nicht). Allerdings steht auch fest, dass er das Schlagerschäft so auf den Kopf gestellt hat, wie lange kein anderer Sänger vor ihm.
Am Samstag, den 22. November 2008 trat "der Wendler" erstmals in seiner Karriere im Rahmen einer "Großen Schlager-Starparade" auf, nämlich bei der "Schlager Nacht des Jahres" in der Berliner o2-Arena - vor gut und gerne mehr als 12.000 Schlager- (jedoch nicht zwangsläufig Wendler-)Fans. Dieses Gefühl, vor weit mehr als 10.000 Menschen zu spielen, kennt "der Wendler" von seinen Gastspielen in der KöPi Arena in Oberhausen...
Nur: In Berlin sah sich "der Wendler" mit einem Publikum konfrontiert, das ihn mit einer Mischung aus völlig Ablehnung, einer gewissen bis gänzlichen Gleichgültigkeit und "höflicher Neugierde" "empfing". Allerdings: "der Wendler kämpfte" wie ein Löwe um Anerkennung. Und das mit gutem Erfolg. Zwar wollten sich beileibe nicht alle Besucher(innen) der o2-Arena in Ballermann-Stimmung versetzen lassen - vor allem die etwas älteren Semester waren mit der Art und Weise der Wendlerschen Darbietung (inklusive acht äußerst spärlich bekleideter Tänzerinnen!) leicht überfordert ("das ist doch unanständig!") -, aber nach und nach zog "der Wendler" immer mehr Fans in seinen Bann.
Und: "der Wendler" feierte in der o2-Arena sogar die Live-Premiere seines brandneuen Disco-Fox-Knallers "I Don't Know". We know, dass this wird ein ganz großer Hit!!! Mit "I Don't Know" hat "der Wendler" nämlich erneut ein echtes "Brett" aus dem Ärmel gezaubert, dass in Sachen "Neuer Deutscher Disco Fox" neue Maßstäbe setzt.
In seinem Ansinnen, als eine Art "Rattenfänger von Berlin" in die deutsche Schlager-Geschichte einzugehen, ging "der Wendler" mit äußerster Raffinesse vor. Bemerkend, dass sich noch längst nicht alle Gäste der o2-Arena in "Wendler-Mania" befanden, nahm er seinen "Gegnern" mit cleveren Ansagen den Wind aus den Segeln. "Viele von Ihnen da oben auf den Rängen fragen sich sicher: Wer ist dieser Wendler? Was will der hier? Wann geht der endlich wieder?" (- für letzteren Satz gab es sogar Applaus...). Spätestens damit hatte er den Großteil der "Wendler-Hasser" auf seine Seite gezogen. Hatte er bereits zuvor mit Titeln wie "Wenn alle Stricke reißen", "180°" und - natürlich ganz speziell - "Nina" bereits bewiesen, dass seine Songs auch vor dem einem "normalen "Schlager-Starparaden-Publikum" bestehen können, gab es bei "Sie liebt den DJ" kein Halten mehr. Auf einmal stand die ganze Halle Kopf. Die Bewährungsprobe bei seiner ersten "Schlager Starparade" - beziehungsweise bei dem ersten "Ableger" der Veranstaltungsreihe "Die große Schlager-Starparade(n)" hat "der Wendler" mit äußerster Bravour bestanden. Wenngleich sein Auftritt auf Veranstalterebene eher "kontrovers" diskutiert wurde. In jedem Fall war das Engagement Michael Wendlers für diese Veranstaltung ein hochinteressanter Farbtupfer. Und: Innerhalb weniger Minuten wurde er - zumindest in der Berliner o2 Arena - vom Saulus zum Paulus... Auch hielt "der Wendler" ein Plädoyer für mehr Zusammenhalt in der Schlagerszene. Dem kann man sich wahrlich nur anschließen!
Man kann von "dem Wendler" halten, was man will - aber: Er ist mittlerweile einer der erfolgreichsten Sänger in diesem unserem Lande. Seine vor Kurzem bei Shop24Direct erschienene 4-er-CD-Box "Nur das Beste", die stolze 49,99.- € kostet, verkauft sich ausgesprochen gut. Auch wenn "der Wendler" bislang nicht in Amigossche Sphären vorgedrungen ist, so sind alle Beteiligten bereits jetzt mehr als zufrieden. Auch der sogenannte "Back-Katalog" läuft hervorragend. Seine beiden aktuellen Alben "Unbesiegt" und "Best Of - Vol. 1" sind längst zu echten Dauerbrennern in den doch sehr kurzlebig gewordenen Verkaufscharts geworden. Unter den "jungen Wilden" gilt "der Wendler" bereits jetzt als das beste (und erfolgreichste) Pferd im Stall seiner Plattenfirma Ariola. Gewiss, "der Wendler" polarisiert. Und natürlich ist es grenzwertig, wenn ein Sänger in der Fachzeitschrift "Der Musikmarkt" die Titelseite bucht, um "den geilsten Wendler-Fans der Welt" zu danken: Jörg Hellwig, Elisabeth Angerer und Ken Otrema von seiner Plattenfirma (Ariola) und diese Anzeige dann auch noch mit "der Wendler, 'Retter des Schlagers'" unterzeichnet. Gleichwohl ist diese Aktion an Genialität wohl kaum noch zu toppen. Sind es im Regelfall doch die Plattenfirma, die mit Anzeigen wie "Herzlichen Glückwunsch zu Gold und Platin" den beiden wichtigsten Fachzeitschriften "Der Musikmarkt" und "MusikWoche" (- in alphabetischer Reihenfolge -) ein gewisses Auskommen sichern. "Der Wendler" macht es genau umgekehrt. Er bedankt sich bei seiner Plattenfirma - wissend, dass sich die Ariola für ihn wirklich weit mehr als nur ein Bein ausgerissen hat.
Dass "der Wendler" mit zum Teil erheblichen Vorurteilen und Vorbehalten seine Person betreffend "belegt" ist, lässt sich nicht der Hand weisen. Wahrscheinlich hat "der Wendler" das auch ein Stück weit mit einkaluliert. Nur: Dass "der Wendler" auch in Kollegenkreisen (- zumindest außerhalb der Pop- und Partyschlagerszene -) so unbeliebt ist, beruht möglicherweise auch auf einem großen "Missverständnis": Zu gerne wäre "der Wendler" nach seinem Auftritt in der o2 Arena in Berlin noch "backstage" zu seinen Kollegen ins "Catering" gesetzt, um sich ihnen einmal richtig vorstellen zu können. Allein: Er hatte an diesem Samstagabend, wie eingangs erwähnt, noch zwei weitere Live-Auftritte zu absolvieren. Dass "der Wendler" es nicht für nötig befindet, sich mit seinen Schlager(pop)kollegen abzugeben, ist völliger Quatsch. Nur: Aufgrund seiner unendlichen vielen Live-Termine muss er ganz einfach oftmals unmittelbar direkt nach seinem Auftritt gleich wieder weiter, um pünktlich an seinem nächsten Veranstaltungsort zu sein. Und: Man mag es zwar kaum für möglich halten (und hoffentlich schaden wir jetzt nicht seinem Image), aber "hinter den Kulissen" ist "der Wendler" wirklich ein feiner Kerl, der eher schüchtern-zurückhaltend und in-sich-gekehrt als "Graf Großkotz" ist. Eigentlich zählt "der Wendler" zu jener Sorte Mensch, der man unentwegt "Junge, du schaffst das schon!" entgegenrufen möchte. Außerdem: Wenn "der Wendler" die Bühnenfigur "Michael Wendler" verkörpert, ist ganz gewiss auch ein gerüttelt Maß an Ironie mit im Spiel. Auch wenn das viele nicht erkennen wollen (oder können...) Nachdem früher ja immer behauptet wurde, dass "Papa Wendler" alle Tonträger seines Sohnemanns aufkauft, wird "heutzutage" bisweilen ja behauptet, jetzt kauft "der Wendler" seine CDs selbst (was für ein Blödsinn!!!). Sooo reich ist "der Wendler" nun auch noch nicht. Und was macht "der Wendler"? - Lässt sich eiskalt und ganz, ganz cool von den Fotografen der Zeitschrift "Meine Melodie" in seinem Büro, das einer riesengroßen Lagerhalle gleicht, vor Paletten seiner eigenen CDs ablichten. "Der Wendler" - der Till Eulenspiegel des dritten Jahrtausends?! (Wobei jetzt ganz gewiss wieder Einwände kommen werden á la "Ach was, 'der Wendler' ist so dumm, dass er gar nicht merkt, wie er hier aufs Glatteis geführt wird... Wie sagte unsere Chemie-Lehrerin immer: "Es gibt kluge und es gibt sehr kluge Leute... - Es gibt auch sehr dumme..."... In jedem Fall hat "der Wendler" 100pro mehr Schalk im Nacken, als man ihm zugestehen will.
Und vor allem: Er hat dem deutschen Schlager sein Selbstbewusstsein wieder gegeben. Endlich einmal ein Künstler, der wirklich hinter seinen eigenen Sachen steht. Viel zu lange fristete er ein Schattendasein im deutschen Schlagergeschäft. Kann man es ihm verdenken, dass er jetzt, nachdem der große Durchbruch geschafft ist, ab und an einmal in seinen Interviews (ganz bewusst) etwas über die Strenge schlägt? Auch wenn er sich bei dem "Spiel" mit der Boulevardpresse schon das eine oder andere Mal die Finger verbrannt hat, ist "der Wendler" bis heute überaus kooperativ und im großen Rahmen für die Presse "verfügbar". Ob er nun der weltbeste Sänger ist oder nicht, das sei einmal dahin gestellt. Aber: Man kommt nicht umhin, "dem Wendler" absolutes Spitzen-Entertainment zuzubilligen. Sein Plan, ein Hauch von Hollywood in die deutsche Schlagerszene zu bringen, ist mehr als aufgegangen. Und das Schlagergeschäft könnte längst noch ein paar so schillernde Gestalten mehr vertragen... In jedem anderen Land wäre man stolz darauf, so einen wie "den Wendler" zu haben. Einen "Leithammel", der endlich auch in den Schlager unspezifischen Medien für Furore sorgt und den Schlager in all seinen Facetten - auch für andere Zielgruppen - wieder salonfähig macht. Es ist typisch deutsch, dass man jemandem, der sich seinen Erfolg hart erarbeitet hat, sogleich zu demontieren versucht, wenn dieser auf seinem vorläufigen Gipfel angekommen ist.
Dass "der Wendler" in den deutschen Rundfunkprogrammen läuft nach wie vor so gut wie überhaupt gar nicht gespielt wird, passt da nur zu gut ins Bild... Und doch gibt "der Wendler" auch diesbezüglich nicht auf. Und hofft, dass er auch bei den Radioredakteuren eines Tages endlich seine verdiente Chance bekommt. (Die TV-Sender reißen sich ja mittlerweile förmlich um ihn... Nur der Funk spielt mal wieder nicht mit...)
Im Grunde genommen wäre "der Wendler" sogar mittlerweile reif für einen Auftritt bei "Wetten, dass..?".
Und wer weiß: Vielleicht wird des Wendlers Wohnort eines Tages tatsächlich in "Wendler-Town" umbenannt. Und wenn Dinslaken schon nicht ganz offiziell "Wendler-Town" wird, dann sollte zumindest ein "Michael-Wendler-Weg" für den "König des Popschlagers", der für eine ganze Generation neuer Pop- und Partyschlagersänger den Weg (mit) geebnet hat, drin sein. Sonst zieht "der Wendler" vielleicht eines Tages tatsächlich nach Berlin, wie er während seines Auftritts in der o2 Arena - wohl im Spaß - angekündigt hat.
Wenn (voraussichtlich!) im Frühjahr 2009 das dritte reguläre Wendler-Album (die "Best Of - Vol. 1" zählen wir jetzt einfach mal mit) erscheint, wird für "König Michael" die Stunde der Wahrheit schlagen... Kann er den Erfolg des Vorgängeralbums "Unbesiegt" (immerhin Platz 11 der deutschen Album-Charts) noch überbieten? Auch wenn einer der brandneuen - noch gar nicht veröffentlichten - Wendler-Titel "I Don't Know" heißt. We know: Yes, He Can...
Quelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de
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