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12.12.2007 - 00:00:00

JONNY HILL
Die CD "Live in Concert" im Test von Holger Stürenburg!

15 Titel finden sich auf vorliegender CD, die zwar alle "irgendwie" mit Country zu tun haben, dieses Genre aber ein ums andere Mal mit interessanten Elementen der verschiedensten Stilistiken anreichern!

Dieser Tage beendete JONNY HILL seine umfangreiche Abschiedstournee, die ihn durch unzählige Städte des deutschsprachigen Raums führte. Künftig wolle er nur noch Tonträger veröffentlichen, sich allerdings dem Streß einer Konzertreise nicht mehr aussetzen.

Um seinen Fans aber zu beweisen, daß er durchgehend ein mehr als nur passabler Livekünstler war, veröffentlichte seine Plattenfirma MCP Sound & Media vor kurzem einen knapp einstündigen Konzertmitschnitt unter dem Titel "Jonny Hill – Live in Concert", im Zuge dessen der verschmitzte Grazer fraglos alle Facetten seines Könnens aufbietet.

15 Titel finden sich auf vorliegender CD, die zwar alle "irgendwie" mit Country zu tun haben, dieses Genre aber ein ums andere Mal mit interessanten Elementen der verschiedensten Stilistiken anreichern.

So hat das Intro zu Jonnys Liveauftritt, "Meine Liebe lebt", etwas sehr Ernstes, geradezu Chansonartiges an sich, während "Alles gehabt und alles verloren" tief im Blues verwurzelt ist, und die mit fetten Dudelsackklängen aufgedonnerte Ballade "Tierra Libre" gekonnt mit Stilmitteln schottischer Folklore spielt.

Neben klassischen Hits und Evergreens der Sorte "Country Roads", "Lucille" oder "Some Broken Hearts never mend", hören wir auf "Live in Concert" die gitarrenlastige, Mid-Tempo-Selbstreflexion "Wer wie ich viel unterwegs war", die romantische Reminiszenz an die unvergeßliche Erste Liebe, "Es sind nur Erinnerungen", oder die aufbauenden, mutmachenden Country-Hymnen "Heute schon gelebt?" bzw. "Suchst Du Gold" – letztere in fetzige, rasante Gitarren-Arrangements verpackt.

Zudem singt sich Jonny über zehn Minuten lang durch ein überaus liebenswertes Potpourri, bestehend aus den geläufigsten und legendärsten Country-Standards aus aller Welt: Johnny Cashs "Ring of Fire" kommt darin genauso zum Einsatz, wie Tom Jones’ wehmütiger Schleicher "Green, Green Gras of Home" oder das freundliche Schnaderlhüpferl "Oh my Darling Clementine" – was allerdings die schwülstige Engelbert-Schnulze "Please, Release me" in einem Country-Medley zu suchen hat, bleibt dem Rezensenten verschlossen (obwohl Jonny auch diesen Gassenhauer perfekt und voller Inbrunst zu intonieren in der Lage ist!).

Klar, daß gegen Ende des Konzerts, als erste Zugabe, NATÜRLICH der tränendrüsendrückende Kulthit "Ruf Teddybär 1-4" keinesfalls fehlen darf, bevor die Show programmatisch mit der Volker-Lechtenbrink-Ballade "Ich lösche das Licht aus" fulminant zu Ende geht.

Obwohl der Rezensent Jonny Hill bislang ausschließlich im Rahmen von Schlagerfestivals oder Package-Tourneen, aber niemals mittels eines Soloauftritts ‚live’ erlebt hat, so zeigt die CD "Live in Concert" trotzdem nicht nur ihm, sondern auch vielen, vielen anderen Freunden countryinfizierter Pop/Schlager-Klänge, wie viel Talent in diesem ewig unterschätzten Sänger, Texter und Entertainer steckt. Jonny Hill ist weitaus mehr, als der sprichwörtliche, ewige "Teddybär 1-4", auf den man ihn – und dies ist als sehr bedauerlich anzusehen – während seiner über 30 Jahre andauernden künstlerischen Laufbahn oft allzu voreilig reduziert hat.

Schade ist jedoch, daß trotz des gegenteiligen Albumtitels, von realer Konzertatmosphäre auf "Live in Concert" so gut, wie nichts, zu verspüren ist. Nicht allzu selten wirkt es so, als hätte Jonny seine größten Erfolge im Studio neu eingesungen, und das – ohnehin nur nuancenhaft zu vernehmende – Klatschen und Jubeln der Fans sei nachträglich hinzugemischt worden, zumal auch – was ja häufig den spezifischen Charme von Livemitschnitten ausmacht – keinerlei Kommunikation des Künstlers mit seinem Publikum auf der CD berücksichtigt wurde.

Davon abgesehen aber, bietet hier analysierte Silberscheibe rund 60 Minuten lang schöne, eingängige Melodien, mit mal ironischen, mal gefühlvollen, mal "betroffenen", dabei allerdings immer ehrlichen, trefflichen und authentischen Texten, die zum Mitsingen, wie Nachfühlen gleichermaßen geeignet sind!


 




Gesamtnote: 2

Quelle: Holger Stürenburg, 10./11.12.2007

 

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