04.07.2008 - 00:00:00
HELENE FISCHER
Die CD "Zaubermond" im Test von Holger Stürenburg!
Nur wenige Wochen nach ihrer höchsterfolgreichen Handelssingle "Laß mich in Dein Leben", veröffentlichte das unverbrüchliche Schlagerphänomen HELENE FISCHER das dritte Album "Zaubermond" (EMI). Die erst knapp 24jährige gebürtige Sibirierin hat es, Dank einer schier perfekten und womöglich unkopierbaren Mischung aus hervorragender Stimme, graziler Schönheit, lasziver Erotik, immenser Ausstrahlung und ultraeingängigem Liedmaterial, innerhalb von kaum zweieinhalb Jahren vermocht, sich an die Spitze der deutschen Schlagerszene hochzuarbeiten. Die "Traumfrau des Deutschen Schlagers" hat bislang über eine halbe Million Tonträger verkauft, erreichte ganze neun Mal die Spitzenposition der hiesigen Rundfunkhitparaden; ihr letztes Opus "So nah wie Du" (2007) hielt sich – für eine Schlagerproduktion ganz und gar nicht alltäglich! – volle zehn Wochen lang in den Top 10 der offiziellen "Media Control"-Listen. O.g. Maxi-CD "Laß mich in Dein Leben" schaffte es, umgehend nach Erscheinen, locker in die Top 40 der Singlecharts.
Nun bekommt der interessierte Schlagerfreund auf "Zaubermond" gleich 16 brandneue Titel der hochtalentierten, mittelblonden Traumschönheit zu hören. Diese entstammen kompositorisch in Gänze aus der Feder von Songschreibergenie Jean Frankfurter und repräsentieren durchwegs den von ihrem Erschaffer gewohnten Sound in prägnantester Form.
Die ausnahmslos hochemotionalen Texte schrieben Helenes Entdeckerin, "Chaoskönigin" Kristina Bach, die Grande Dame der muttersprachlichen Schlagerlyrik, Irma Holder, sowie der so vielseitig begabte Düsseldorfer Nachwuchstexter Tobias Reitz, wobei gerade die Reime aus Tobias’ Feder durch besonders interessante, eigentlich eher schlager-untypische Wortspiele/-bilder der Sorte. "Eine Ladung Charme" oder "ich lach die Sorgen kurz und klein" betören.
Hinsichtlich der musikalischen Umsetzung, bekommt der Fan genau das, was er von der bildhübschen Lady aus Krasnojarsk erwartet. Auf "Zaubermond" vernehmen wir fetzigen, stark rhythmisierten, mit überzeugenden Gitarren-/Synthesizer-Riffs ausgestatteten Disco-Fox zum schwitzigen Mittanzen ("Etwas ist manchmal zu lang", "Mal ganz ehrlich", "König der Herzen"), neben Frankfurter-typischen Up-Tempo-Ohrwürmern ("Vergeben, Vergessen und wieder Vertrau’n, "Tanz noch einmal mit mir", "Gefühle wie wir") und mal mehr dramatisch-monumentalen ("Jeden Morgen wird die Sonne neu gebor’n"), eher stillen/intimen ("Hab den Himmel berührt", "Ich geb nicht auf (Am Anfang war das Feuer)", "Willkommen in meinen Träumen") oder gar wiegend-bluesig im Stil der 50er Jahre (Titellied) gehaltenen Balladen.
Französisches Chansonflair versprüht, mittels des Einsatzes eines freundlichen Akkordeons, der sympathische Schleicher "Jeder braucht eine Insel", latent russische Elemente finden sich im feurig-aufmunternden Tanzflächenfüller "Wer will denn schon vernünftig sein", der inhaltlich über einen heißen Flirt bzw. die erotischen Verführungskünste des Lied-Ichs erzählt – einer DER Lieblingstitel des Rezensenten aus "Zaubermond", der m.E. Eins zu Eins seitens Jean Frankfurter und seinem wohl gelehrigsten Schüler, Tobias Reitz, in fraglos bravouröser Manier auf Helene zugeschnitten wurde.
Auch meine beiden weiteren speziellen Favoriten aus Helenes neuester Produktion möchte ich an dieser Stelle gesondert hervorheben:
Das wäre zunächst die überaus authentisch-ehrliche Mid-Tempo-Melodie "Frag nicht wo und wann", die zweifellos atmosphärisch absolut an Hanne Hallers phänomenalen, zugleich unvergeßlichen 1984er-Evergreen "So Long und Good-Bye" erinnert, ebenso von einer aussichtslosen Liebe zweier Partner eines One-Night-Stands berichtet, und mit einiger Sicherheit ebenfalls Single-Chancen aufweist.
Die meisten von uns kennen das aus dem Mittelalter stammende, britische Traditional "Scarborough Fair" in der 1968er-Hitfassung des US-amerikanischen Folkduos "Simon & Garfunkel". Jean Frankfurter reanimierte diesen Klassiker für "Zaubermond", ersann einen deutschen Text namens "Meine Welt" dazu und eröffnete seinem Schützling Helene Fischer auf diese Weise, sich, trotz schlagerhaften Arrangements, auch mal in einem ganz anderen Genre zu beweisen, was der edlen Deutsch-Russin wahrhaftig sehr gut gelingt und ihrer grandiosen Stimme, die sich ohnehin im Laufe der letzten Monaten immer deutlicher, trefflicher, punktgenauer ausgeprägt und entwickelt hat, eine spezifische, prickelnde Geltung verschafft.
"Meine Welt" beweist in aller Form die vom Verfasser dieser Zeilen seit längerem vertretene, von manchen Beobachtern ggf. als provokant aufgefaßte These, Helene sei in stimmlicher Hinsicht mit manchen der von Frankfurter für sie konzipierten Kompositionen – mögen diese noch so knackig, eingängig und ohrwurmrelevant daherkommen – schlicht und einfach unterfordert.
"Zaubermond" ist Mainstream pur, keine Frage. Es finden – von "Meine Welt" abgesehen – keinerlei Experimente statt. Aber, die mehr als nur harmonisch verlaufende Zusammenarbeit zwischen Helene und ihrem phantastisch aufeinander abgestimmtem Team, sorgt in geradezu einmaliger Art und Weise dafür, daß vorliegende, knapp einstündige CD für alle Freunde gutgemachter deutscher Musik zwischen Schlager und Pop einen realen Leckerbissen darstellt. "Zaubermond" ist ein Album, das gleichsam zum Träumen, zum Tanzen, zum Schwärmen, einlädt und darüber hinaus zum wiederholten Male die explizite Stellung seiner bezaubernden Interpretin im einheimischen Schlagerbusiness untermauert!
Gesamtnote: 1
Quelle: Holger Stürenburg, 03. Juli 2008
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Kommentare:
06.07.2008 10:16:05
Zaubermond - H. Stürenberg
An smago! Chefredaktion
Sie schreiben u.a.: "Sooo geistreich war (und ist) Ihr erster Beitrag ja nun nicht" – offensichtlich ist Kritik bei Ihnen tatsächlich unerwünscht, denn eine derart subjektive Beurteilung meines Kommentars steht Ihnen nicht zu. Ich habe nur meine Meinung geschrieben und werde Ihnen und mir zukünftig den Besuch Ihrer Website ersparen
geschrieben von: Pollak Michael
04.07.2008 22:57:02
Helene's 3.
Den Werdegang von Helene Fischer verfolge ich nunmehr seit Februar 2006. Am Anfang war das "Feuer am Horizont" welches in mir loderte.
Ein wenig unheimlich wird mir ihr Aufstieg schon, da es wie ein Märchen oder Traum mir vorkommt.
Verdient hat sie sich diese Erfolge allemal, da sie und das Team hart daran gearbeitet haben.
Leider kommen jetzt immer mehr Neider aus den Löchern gekrochen.
Schade eigentlich, da jeder Schlagerfan - egal ob Fan von ihr oder nicht - sich über diese erfolgreiche Schlagersängerin freuen müßte!
Gespannt bin ich auf ihren Einstieg in die TOP100.
Unter die ersten 5 wird sie sicher schaffen, jedoch Platz 1...?
Egal, ist Helene doch eine große Bereicherung für UNSERE Musik!
Zu "Zaubermond": Eine musikalische Weiterentwicklung durch ein Album mit 17(!) Titeln (Weltbild-Edition) ohne Schwachstellen.
Ein Ohrwurm nach dem anderen aus der Feder J. Frankfurters.
Helene's Stimme dazu, fertig ist ein perfektes Album - ebenso Bestnote von mir!
geschrieben von: Rainer Hellwig
04.07.2008 18:31:32
Zaubermond ist einfach toll
Also ich kann zur neuen CD nur sagen,das ich sie wieder ganz toll gelungen finde.Ruhigere Titel wechseln sich mit schnelleren ab und Helene hat eine tolle Stimme.Ich bekomme nie genug von ihr und freue mich schon,wenn ich sie wieder live sehe.
geschrieben von: Marion Najib
04.07.2008 17:00:25
Warum denn so ungeduldig...?!!
Hallo Herr Pollack,
was bilden Sie sich eigentlich ein??? Glauben Sie, wir haben nichts Besseres zu tun, als minütlich alle neuen Kommentare freizuschalten? In aller Regel überprüfen wir die entsprechenden Felder mehrmals täglich... (So auch heute). Halten Sie also bitte den Ball - zumindest ein bisschen - flach...
Im Übrigen: Sooo geistreich war (und ist) Ihr erster Beitrag ja nun nicht, als dass man diesen unbedingt sofort hätte veröffentlichen müssen...
geschrieben von: smago! Chefredaktion
04.07.2008 14:57:09
Zaubermond - H. Stürenberg
Aktuell 04.07.2008 um 14.55: "Bisher sind keine Kommentare oder Ergänzungen eingetragen worden" - wenn man einmal davon absieht, dass ich heute bereits zwei Kommentare geschickt habe, die NICHT freigeschaltet wurden. Kritische Meinungen sind offensichtlich von Ihnen nicht erwünscht.
MfG
M.P.
geschrieben von: Pollak Michael
04.07.2008 12:15:11
Zaubermond
Ich bin schon erstaunt, dass mein Kommentar (vor Stunden erstellt),bis jetzt nicht erschienen ist. Vielleicht doch zuviel Kritik meinerseits und deshalb unerwünscht?
MfG
M.P.
geschrieben von: Pollak Michael
04.07.2008 10:04:51
Zaubermond
Sehr geehrter Herr Stürenburg,
ganz offensichtlich sind ein bekennender Fan von Helene Fischer. Sie lassen in Ihrer Kritik keine Note aus und sind des Lobes voll. Sie heben u.a. lobend hervor: "...fetzigen, stark rhythmisierten, mit überzeugenden Gitarren-/
Synthesizer-Riffs ausgestatteten Disco-Fox".
Merkwürdig, genau das wurde bei Andrea Berg immer kritisiert: sog. Musik vom Computer und alles klingt gleich. Bei Helene Fischer ist es nicht anders. Nur, das hatten wir alles schon einmal: von Andrea Berg und Michelle! Wenn man seine Musik an die der beiden erfolgreichen Sängerinnen anlehnt und nur ein bisschen verändert, ist der Erfolg doch vorprogrammiert.
Ihre Ausführungen sind bestens geeignet, diese CD künstlich zu pushen. Obwohl sie sich kaum von den ersten beiden Alben unterscheidet - nur die Texte sind anders und ein paar Noten geändert.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Pollak
geschrieben von: Pollak Michael
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