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20.12.2007 - 00:00:00
GÜNTER NORIS
Günter Noris gestorben!
Der Gründer der Big Band der Bundeswehr, GÜNTER NORIS, ist tot. Der Musiker starb nach langer Krankheit bereits Ende November im Alter von 72 Jahren. Noris war in den 1960er Jahren Pianist, Arrangeur und Bandleader auch beim WDR.
Sein Bruder Helmut Maier bestätigte am Mittwoch (19.12.07) den Tod Günter Noris'. Noris war bereits am 27.11.07 nach langer Krankheit in einem Krankenhaus verstorben. "Der Tod kam überraschend", erklärte Maier in Bad Kissingen. Der Musiker wurde am Montag (17.12.07) im engsten Familienkreis in Kerpen beigesetzt.
"Platte des Jahres" in Japan
Günter Noris wurde am 5. Juni 1935 in Bad Kissingen geboren. Nach dem Schulbesuch studierte er von 1955-58 am Bayerischen Staatskonservatorium für Musik in Würzburg Klavier und Kompositionslehre und gründete gleich nach dem Studium am Konservatorium eine eigene Jazzcombo.
Ende der 1950er Jahre war er Pianist der berühmten Helmut-Brandt-Combo und arbeitete seit 1960 auch als Arrangeur und Dirigent beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Hildegard Knef machte ihn 1966 zum musikalischen Leiter ihrer ersten Chanson-Tournee. 1967 wechselte Noris dann als Pianist, Arrangeur und Bandleader zum WDR und veranstalte unter anderem 1968 eine erfolgreiche Japan-Tournee. Seine Langspielplatte "Vier Jahreszeiten" mit einer modernen Version von Vivaldis Werk wurde 1976 in Japan zur "Platte des Jahres" gewählt.
Auch nach der Bundeswehr erfolgreich
1971 holte der damalige Verteidigungsminister Helmut Schmidt den populären Musikprofi zur Bundeswehr, um dort eine moderne Big Band aufzubauen. Sie wurde erstmals bei den Olympischen Spielen in München 1972 öffentlich vorgestellt. Auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 gestaltete Noris mit den Musikern der Bundeswehr das künstlerische Rahmenprogramm.
Nach internen Auseinandersetzungen kündigte er 1983 "aus außergewöhnlichen Gründen" bei der Bundeswehr und gründete die "Günter Noris Big Band". Auch mit dieser Band war er überaus erfolgreich, produzierte unter anderem 1986 zum vierten Mal in Folge die "Tanzplatte des Jahres" in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband. 1984 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Noris hat Schätzungen zufolge in 40 Berufsjahren 2.500 Live-Auftritte in 15 Ländern absolviert.
Quelle: WDR
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