04.12.2006 - 00:00:00
FLORIAN SILBEREISEN
smago! Kolumne: 'Monrose' und 'US5' rissen die Quote bei den 14- bis 49-Jährigen nach oben...
Zunächst einmal möchten wir FLORIAN SILBEREISEN sehr herzlich zu seiner tollen Quote am Samstagabend, den 2. Dezember 2006 gratulieren. Mit seiner Version der legendären Rudi Carrell-Show "Am laufenden Band" wies er selbst einen Günther Jauch mit "Wer wird Millionär?" in seine Schranken. Zwar wanderte nach der "Tagesschau" im Ersten (7,44 Millionen Zuschauer) der eine oder andere ins ZDF oder zu RTL ab, aber mit 6,26 Millionen Zuschauern und 21,9 % Marktanteil hatte der Deutschen Lieblings-Flo(h) klar die Nase vorn.
Ganz besonders beeindruckt dürften die ARD-Programmverantwortlichen von dem Ergebnis in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sein: Respektable 7,5 % Marktanteil können sich nun wirklich sehen lassen. (Das entsprach am Samstagabend 810.000 Zuschauern - oder, anders geschrieben, 0,81 Millionen Zuschauern.) Die Verpflichtung der "Popstars" "Monrose" und der Teenie-Band "US5" schlug sich tatsächlich bemerkenswert in der Quote wieder. Andererseits schienen die "Omis" im Saal selbst bei einer Kim Wilde bereits überfordert.
Würde man Michael Jürgens -- Michael Jürgens ist letzten Endes der große "Entscheider", wer in die Sendung kommt und wer nicht -- jetzt vorwerfen wollen, die Programmbesetzung sei völlig an der eigentlichen (Haupt-)Zielgruppe vorbei vorgenommen worden, so könnte er sich in diesem Fall damit aus der Affäre ziehen mit dem Argument, dass eben dies den eigentlichen Charme der Carrell-Show "Am laufenden Band" ausgemacht hatte, das sowohl "für die Kinder" (Monrose, US5) als auch für die Omi was dabei war.
Nur lassen sich die 70er Jahre leider nicht so einfach in die Jetzt-Zeit hinein-beamen. Zudem ist die große Frage, ob sich Florian Silbereisen wirklich einen Gefallen damit tut, in dem er sich immerfortwährend Schuhe anzieht, die ihm eben leider (noch?) ein paar Nummern zu groß sind. Zweifelsohne ist Silbereisen ein guter Entertainer. Speziell sein überdimensional großer Fleiß verdienst höchste Anerkennung. Nur: Einen Rudi Carrell wird er niemals ersetzen können, dazu wirkt er nun doch ein bisschen zu "geleckt".
Zudem kann man gewiss darüber diskutieren, ob es nicht vielleicht doch etwas zu anmaßend von "Deutschlands jüngstem Showmaster ist", im Duett mit einer Mireille Mathieu ("Good bye My Love - verzeih' My Love") den Platz des großen Peter Alexander einnehmen zu wollen.
Bisweilen scheint bei den Silbereisen-Sendungen leider die Weisheit "Das Gegenteil von 'gut' ist 'gut gemeint'" durchzuschimmern.
Eines aber muss man den Machern von "Am laufenden Band" lassen - und man sollte das auch fairerweise anerkennen: Innerhalb einer Woche eine solche Show aus dem Boden zu stampfen, verdient allemal ein Lob. Der gute Wille war mehr als deutlich erkennbar. Und allein schon für die Tatsache, dass die Familie von Rudi Carrell - speziell Carrell-Tochter Annemiede - "grünes Licht" gegeben hat (Annemieke Carrell war selbst in der Sendung zu Gast), gebührt Florian Silbereisen und seinem Team abermals Respekt.
Ob man sich nun wirklich über die gesamten drei Stunden gut unterhalten fühlte oder nicht, das sollte jeder einzelne Zuschauer unter sich ausmachen. Unter Umständen wäre es vielleicht doch besser gewesen, am Samstagabend - wie ursprünglich geplant - "Das Adventsfest der Volksmusik" über die Bühne gehen zu lassen.
Rudi Carrell wird sich zwar gewiss nicht im Grabe umgedreht haben (, wie ein Leser gleich noch am späten Samstagabend in unser Gästebuch schrieb), aber so ganz 100%-ig zufrieden dürfte der gestrenge Herr Carell beim besten Willen nicht gewesen sein.
"Silbereisen als Carrell: Rudi sollte Blitze schleudern!", befindet beispielsweise "Bild"-Autor Stefan Hauck. Hauck merkt u.a. an: "Er ((Silbereisen!)) übernahm (...) die wichtigsten Bestandteile vom 'Laufenden Band', unterbrochen von wichtigen Bestandteilen aus 'Rudis Tagesshow', garniert von Gästen, die sich wichtig machten, weil sie Carrell kannten oder gekannt haben wollten. Das wirkte ziemlich oft sehr angestrengt, gelegentlich unangenehm, vor allem aber klebrig." Außerdem attestiert Stefan Hauck dem 25-Jährigen, "derzeit ganz besonders schlecht beraten" zu sein. Silbereisen sei, so Hack, "von Sprache, Gestik und Mimik her der vermutlich älteste 25-Jährige der Welt". Eine vernichtende Kritik also! ((Da sehen Sie mal, "brav" - zumindest im Verhältnis - smago! schreibt...))
smago! meint: Florian Silbereisen sollte schlicht und ergeifend Florian Silbereisen bleiben und vor allem endlich begreifen, dass es eben nur einen Peter Alexander und eben auch nur einen Rudi Carrell gibt.
"Deutschlands jüngster Showmaster" ist auch so schon jetzt einer der ganz Großen. Nur sollte er jetzt nicht größenwahnsinnig werden. Nicht, dass ihm die ARD bald noch eine Show á la "Florian Silbereisen singt Frank Sinatra" gibt. (Das wollen wir bitte, bitte nicht!!!)
Lesen Sie HIER einen Kommentar von Quotenmeter.de-Redakteur Alexander Krei!
Wie fanden SIE denn die Silbereisen-Show? Wie bewerten SIE die Musikauswahl? Wir freuen uns über Ihre Meinungen - bitten Sie jedoch, diese in einem einigermaßen gemäßigten Ton (speziell jetzt zur Adventszeit...) vorzutragen...
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Kommentare:
19.03.2007 11:52:39
Florian Silbereisen
Hallu und Guten Tag,
es ist schon bemerkenswert wie hier über Menschen geschrieben und diskutiert wird, welche man ja nur aus dem TV größtenteils kennt.
Nun ja wir alle sollten uns selber einmal fragen, ob wir nicht alle noch eine dümmere Figur auf der Showbühne machen würden?
Es ist für mich auch schwer nachvollziehbar, wenn man einmalige Größen der deutschsprachigen Unterhaltung kopieren oder sogar übertrumpfen will. Dieses geht nicht - jedoch ein Vorblid zu haben, dies ist etwas anderes. Nur muß man dieses auch fein säuberlich getrennt halten!
Es gibt wirklich nur einen großen Rudi Carell und nur einen erfolgreichsten Unterhaltungskünstler der Naqchkriegszeit im deutschen Sprachraum: Peter Alexander. Diese Karrieren sind unerreicht und werden es auch wohl bleiben. Niemand sollte sich daher messen, mit fast 47 Mio. verkaufter Tonträger allein nur in Deutschland, mit den bis heute gehalten Einschaltquotenrekord im deutschen Fernsehen und Sehbeteiligungen von bis 45 Mio. Menschen in den gesamten deutschen Sprachraum in Europa. Hinzu kommen 10 Bambis, 4 Goldene Kameras, 5 Goldene Bildschirme, 9 Löwenpreise von Radio Luxenburg, den Großen Ehrenring der Stadt Wien u.v.a andere Verdienste einer Künstlerpresönlichkeit namens Peter Alexander. Stets ausverkaufte Tourneen mit Rekordzahlen von bis zu 500000 Menschen in seinen Konzerten. Also, laßt die berühmte Kirche im Dorf und immer auf den Tatsachen der Realitäten bleiben, man kann dieses Urgstein der Unterhaltung niemals erreichen und dieses gilt auch für einen Rudi Carell oder Peter Frankenfeld.
Daher sollte man äußerst vorsichtig mit solchen Vergleichen sein und der Florian Silbereisen hat zwar Mut, jedoch nicht das Charisma und Talent eines Rudi Careels oder eines Peter Alexander!
geschrieben von: Holger
04.12.2006 23:46:30
Showmaster Florian Silbereisen
Ich kenne Florian schon seit sehr, sehr vielen Jahren privat, aber gerade in der letzten Zeit hat er mich menschlich sehr enttäuscht. Denn Freunde scheinen ihm auf einmal nicht mehr wichtig zu sein, denn er hört nur noch auf seinen Manager Michael Jürgens und macht und tut was er sagt. Es ist schade das Erfolg Menschen so verändern kann. Wie im Artikel geschrieben - Florian sollte Florian bleiben und nicht ständig andere Menschen oder "Stars" kopieren. Er war ein toller und hervorragender Harmonica Spieler, wovon man heute leider nicht mehr viel sieht. Wenn er so weiter macht, dann wird er sehr schnell merken das Erfolg sehr einsam machen kann und gerade dann braucht man wahre Freunde, von denen er sich jetzt sehr entfernt!!!
geschrieben von: Kati
04.12.2006 17:30:20
So schlecht war es gar nicht
Im Großen und ganzen war es eine gelungene Show. Nur ich denke mal es war -im Vergleich zum Original- etwas zu sehr in die Länge gezogen. Wäre es etwas kompakter auf 90- max.120 Min. zusammen gedrückt worden, wäre mehr Spannung gewesen. Und so könnte ich mir möglicherweise eine Fortsetzung auch vorstellen.
geschrieben von: Thomas
04.12.2006 00:20:37
Nun hackt nicht auf dem Bub herum !
Ganz bestimmt hätte sich Rudi Carrell nicht im Grabe umgedreht, warum sollte er? Der Bub hat das prächtig gemacht und wenn ihm jetzt seine Jugend und seine Natürlichkeit als Größenwahnsinn ausgelegt wird, dann hört sich das einfach nur nach Neid an!!
geschrieben von: Hedwig
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