13.01.2009 - 00:00:00
(EVENT-BERICHT "SCHLAGER-STARPARADE HANNOVER") GABY BAGINSKY
Sie kam, sang und siegte...!
Man hätte den Veranstaltern Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter am Sonntag, den 11. Januar 2009 gerne ein paar Leutchen mehr in die TUI Arena gewünscht. Die tatsächliche Besucherzahl dürfte sich irgendwo zwischen 4.500 und 5.000 Gästen eingependelt haben. Zu wenig für eine Großveranstaltung dieser Art - mit 14 Spitzenstars des deutschen Schlagers und einem hoffnungsvollen Newcomer (Matthias Sagorski). (Sandro de Ville darf man getrost zu den "Stars" zählen; schließlich konnte er bereits eine ganze Reihe großer Radio-Hits auf seinem Konto verbuchen.)
Doch da die beiden - zum Glück - unverbesserliche Idealisten sind, wird es auch im Folge-Jahr wieder eine "Große Schlager-Starparade" in Hannover geben. Dafür wird die Veranstaltung am 8. März 2009 im AWD Dome in Bremen voraussichtlich ein einmaliges Gastspiel bleiben. Man will sich schließlich nicht selbst die Butter vom Brot nehmen lassen...
Das Programm sah diesmal wie folgt aus... 1. Programmteil: Helene Fischer, Andy Borg, Rosanna Rocci, Michael Morgan und Mary Roos. 2. Programmteil: Matthias Sagorski, Angelika Milster, Nino de Angelo, Mara Kayser und DJ Ötzi 3. Programmteil: Gaby Baginsky, Sandro de Ville, Nicole, Leonard und "Headliner" - bzw. "Rausschmeißer" - Bernhard Brink.
Gaby Baginsky, "Eisbrecherin" des 3. Programmteils, stellte mit am eindrucksvollsten unter Beweis, wie man das Publikum in Wallung bringt, auch wenn man selbst eigentlich nie den ganz großen Hit gelandet hat. Wie sehr sie - im Gegensatz zu einigen ihrer Kolleginnen (nein, wir nennen jetzt keine Namen...!) - den Grundgedanken und den Sinn der "Schlager-Starparaden" verinnerlicht hat, zeigte sich daran, dass sie eben nicht ums Verrecken in erster Linie nur ihre aktuelle Songs "promoten" wollte, sondern: Sie hatte sich für das Hannoveraner Publikum ein Programm zusammengestellt, dass aus gleich drei "Fremd-Titeln" bestand (das heißt: eigentlich doch nur aus zwei "Fremd-Songs"...). Dem sympathischen Energiebündel, das auch mit ihrer Bühnengarderobe einiges bot (und eben nicht mit einem Outfit die Bühne betrat, das man allenfalls noch in der Aerobic-Tanzgruppe anzieht...!), war nämlich eines sehr viel wichtiger, als ihre neuen Songs an den Mann (und natürlich auch an die Frau!) zu bringen, nämlich: den anwesenden "Gästen" Party pur zu bieten. Neben ihrem Siegertitel der "Deutschen Schlagerfestspiele 1998" ("Männer versteh'n nur, was sie woll'n") zog sie die Schlager-Fans mit dem Valente-Klassiker "Spiel noch einmal für mich, Habanero" in den Bann.
Wer nun glaubt, die Geschichte von ihrem "Discjockey Napolitano" sei mittlerweile kalter Kaffee, der irrt ganz gewaltig. Denn speziell dieser Titel erfährt - neben ihren Allzeit-Dauerbrennern "Der Rum von Barbados" und "Diebe kommen am Abend" - derzeit ein regelrechtes "Hit-Comeback". Kein Wunder also, dass sich auch in Hannover alle(s) in Windeseile einhakte und mitschunkelte. Brandneu und noch gar nicht veröffentlicht: Eine neue neue Version des Welthits "Volare" - mit einem neuen deutschen Text. Spätestens jetzt hatte Gaby auch den letzten vielleicht noch etwas "Unentschlossenen" gepackt. Und nach ihrer feurigen Version des 70er-Hits "Eviva Espana", den Gaby selbst übrigens bereits in den 70ern schon einmal aufgenommen hatte, wollte sie das Publikum gar nicht mehr von der Bühne gehen lassen.
Grandios wie immer: Mary Roos, die es sich trotz starker Erkältung nicht nehmen ließ, alle Titel live (und zwar richtig live!) zu singen. Und: Auch in Hannover wollte Mary auf ihr mittlerweile obligatorisches "Bad in der Menge" nicht verzichten. So viel Einsatz wurde belohnt - mit tosendem Beifall! Und: Marys diesmal mitgereister Sohn Julian war mal wieder mächtig stolz auf seine Frau Mutter, die - würde man einen entsprechenden "Wettbewerb" ausschreiben - mit Sicherheit zur beliebtesten Kollegin im deutschsprachigen Show- und Entertainmentgeschäft gewählt werden würde.
So richtig Vollgas gaben erwartungsgemäß auch Leonard und - zu guter Letzt - Bernhard Brink. Auch Andy Borg sorgte für beste Stimmung. Auch sie sangen durchweg live. Wie Mara Kayser, Matthias Sagorski, Nicole, Sandro de Ville auch. Und auch die anderen Künstler lieferten gute bis sehr gute Auftritte ab. Michael Morgan bot gar eine "Elvis-Presley-Einlage". Angelika Milster sang zumindest ihre aktuellen Titel sowie den ABBA-Klassiker "The Winner Takes It All" live. Warum es ausgerechnet für "Erinnerung" (= "Memory") und "Nessun Dorma" dann nicht gereicht hat... - wir wissen es nicht. Wir sind uns allerdings sicher, dass man auch etwas unauffälliger Vollplayback singen (oder eben nicht singen) kann.
Und dass momentan eine große Erkältungswelle durch das Land geht (und möglicherweise auch durch die Schweiz), könnte für dieses eine Mal vielleicht tatsächlich eine Entschuldigung dafür sein, dass man diesmal sowohl die so überaus engagierten Veranstalter als auch das Publikum ein Stück weit "beschissen" hat...
Der hervorragenden Stimmung in der TUI Arena Hannover konnte dies jedoch keinen Abbruch tun. Und ganz speziell Angelika Milster wurde mit großem Applaus und mit deutlich hörbaren "Zugabe!!! Zugabe!!!" verabschiedet. Ihre 'schauspielerische Leistung' (bei "Erinnerung" und "Nessun dorma") war denn ja auch unübertreffbar gut... (Selbstverständlich singt Angelika Milster bei ihren Konzerten immer live. Warum sie bei den "Schlager-Starparaden" ausgerechnet "Erinnerung" zumeist immer 'komplett vom Band kommen lässt'... - wir wissen es wie gesagt nicht. Vielleicht verfügt sie schlicht und ergreifend nicht über das Playback ihrer grandiosen Neuaufnahme.
Alles in allem aber wurde man auch bei dieser Schlager-Starparade wieder bestens bedient. Uns zur nächsten "Großen Schlager-Starparade" - am 1. März in München (Olympiahalle) - wird vermutlich auch die große Erkältungswelle wieder halbwegs abgeklungen sein... Und spätestens dann gibt es keine Gnade mehr. (Und wenn smago! heimlich die Vollplaybacks gegen die Halbplaybacks austauschen muss... - kleiner Scherz am Rande! Einmal ganz davon abgesehen, dass für München nahezu ausschließlich Künstler engagiert wurden, die für ihre exzellenten Live-Shows bekannt sind, darunter Andreas Fulterer, Truck Stop, Ingrid Peters, Semino Rossi, Roland Kaiser, Bata Illic, (natürlich!) DJ Ötzi, Nicole (wir betonen es immer wieder: eine ganz hervorragende Live-Sängerin, würde sie nur nicht immer (und das nach wie vor!) - neben "Ein bisschen Frieden"- ein bisschen Weltuntergangsstimmung verbreiten (und als eine Art 'Sydne Rome' des 3. Jahrtausends in einem Outfit auf die Bühne gehen, das eher an die Vortänzerin eines Aerobic-Kurses für Mütter über dreißig als an eine ernstzunehmende chansonorientierte Popschlagersängerin erinnert...) oder Wind.
Noch ein Hinweis zu Nicole: In diesen Tagen gibt sie ihre vorläufig letzten "Unplugged" Konzerte (am 15.01. in Cottbus und am 18.01. in Hamburg). Wenn sich Ihnen irgendwie die Möglichkeit bietet: Gehen Sie unbedingt hin (und machen sich Ihr eigenes Bild!). Speziell für ihr Abschlusskonzert in Hamburg gibt es die Karten zu ausgesprochen günstigen Preisen (ab 14.- €). Und auch für das Konzert in Cottbus gibt es "U30" Karten (U30 bedeutet in diesem Fall: für unter 30.- €).
Quelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.de
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