03.10.2007 - 14:46:00
EUROVISION SONG CONTEST
Neue Regeln für den Song Contest!
Die Kritik am Eurovision Song Contest war zuletzt groß: Ein ungerechtes Auswahlverfahren und die ersten Plätze belegen immer osteuropäische Kandidaten. Nun wurde darauf reagiert, um das Finale ausgeglichener zu besetzen. Und schon im Jahre 2008 sollen die veränderten Regeln in Kraft treten.
Neue Regeln für den Eurovision Song Contest sollen die Dominanz osteuropäischer Länder eindämmen. Die 42 Teilnehmer haben sich sieben Monate vor dem nächsten Finale in Belgrad auf zwei Halbfinales statt einem und den Einsatz einer Jury geeinigt. Für das Finale gesetzt werden nicht mehr die zehn Erstplatzierten des Vorjahres, sondern nur noch das Siegerland – und wie bisher die vier größten Beitragszahler für den Wettbewerb Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien.
"Das ist ein Versuch, das Finale ausgeglichener zu besetzen", sagte der für den Grand Prix verantwortliche Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), Manfred Witt, am Dienstag in Hamburg.
Auch der deutsche Vorentscheid im Frühjahr 2008 steht vor einer Umstrukturierung. "Das Ziel ist, das musikalische Spektrum zu erweitern, von drei vermutlich auf fünf Teilnehmer", sagte Witt. Der NDR spreche derzeit mit den Plattenfirmen über geeignete Kandidaten. "Wir wollen damit auch eine breitere Zuschauerschicht erreichen."
Der neue Modus soll die Qualifikationsrunde offener gestalten
Beim europäischen Finale 2007 in Helsinki hatte der deutsche Teilnehmer Roger Cicero mit "Frauen regier'n die Welt" nur den 19. Platz erreicht. Auf den ersten zehn Plätzen lagen einschließlich der serbischen Siegerin Marija Serifovic mit "Molitva" neun osteuropäische Kandidaten; im Halbfinale hatte sich kein westeuropäischer Qualifikant durchsetzen können. Das hatte zu heftigen Unmutsäußerungen bis hin zu Rückzugsdrohungen aus den traditionell starken Grand-Prix-Ländern in Skandinavien und den Benelux-Staaten geführt. Mit dem neuen Modus werde versucht, die Qualifikationsrunde für das Finale offener zu gestalten, sagte Witt. "Das hängt aber von der Auslosung der Halbfinales ab."
Es sei zu hoffen, dass die früheren Sowjetrepubliken und die Länder, die früher Jugoslawien bildeten, dabei auseinander gezogen werden. Dann falle es nicht mehr so stark ins Gewicht, wenn diese sich wegen des ähnlichen Musikgeschmacks gegenseitig Punkte gäben.
In den beiden Halbfinales entscheiden wie gewohnt die Zuschauer der jeweiligen Teilnehmerländer per Telefonabstimmung über die Punktevergabe und darüber, wer auf die Platze eins bis neun und damit ins Finale kommt. Bei den jeweils zehnten Plätzen entscheidet eine Jury im Saal, welcher von beiden Songs der 24. Finalteilnehmer wird.
Quelle: dpa
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