23.02.2010 - 00:00:00
"DIE GROßEN SCHLAGER-STARPARADEN" - smago! Event Bericht
"Das Wunder von Hannover": "Die große NDR 1 Niedersachen Starparade"!
Ein schöneres Geschenk Start ins 15. Jahr ihrer Veranstaltungsreihe "Die großen Schlager-Starparaden" ("Die große Schlager-Starparade" ging am Donnerstag!!!, den 3. Oktober 1996 in der Frankenhalle Nürnberg über die Bühne) hätten sich Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter nicht erträumen können: Denn seit sich NDR 1 Niedersachsen-Chef Lutz Ackermann von selbigem gemacht hat und Henry Gross nun "an der Macht" ist, flutscht es wie geschmiert. Niemals zuvor in der Geschichte der "Großen Schlager-Starparaden" konnten die zwei Muskteriere des Schlagers (Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter) über eine derart gigantische Zuschauersprung freuen - von allenfalls 4.000 Besuchern im Vorjahr auf weit über 10.000 am Sonntag, den 21. Februar 2010 in der TUI Arena Hannover.
NDR 1 Niedersachsen-Moderatorin präsentierte 14 Stars der deutsch(-österreichisch)en Schlagerszene (und ein waschechter Weltstar war auch mit von der Partie) - und zwar in der Reihenfolge ihres Auftritts: Michael Hirte, Jürgen Marcus, Die Paldauer, Uwe Busse, Helene Fischer (1. Block) sowie Michael Wendler, Ireen Sheer, Andreas Martin, Simone, Brunner & Brunner (2. Block) und Christian Lais, Claudia Jung, Tony Christie sowie G.G. Anderson (3. Block).
Es wurde (zumindest vorwiegend...!) live gesungen und - live musiziert ("geblasen" wurde sogar 100% live: Michael Hirte, 'Der Mann mit der Mundharmonika'). Ansonsten ist es schon wirklich bemerkenswert, welchen Einfallsreichtum manche Interpreten an den Tag legen, um "live" (und doch nicht "live") zu singen... Der letzte Schrei unter (manchen) Sängern - die Sängerinnen am 21.02.2010 wohlgemerkt allesamt ausgenommen!!! -: Die erste Strophe (und vielleicht auch noch der erste Refrain) wird live gesungen, der Rest dann im Vollplaybackverfahren "erledigt". Mal sehen, ob vielleicht Sie bei der nächsten "Großen Schlager-Starparade" am kommenden Sonntag, den 28. Februar in der Olympiahalle München diese drei "Schummel-Sänger" ausmachen können (wobei: ein vierter wäre gut beraten gewesen, er hätte Vollplayback gesungen).
Michael Hirte eröffnete das Mammut-Programm um 14.00 Uhr. Durch seinen Auftritt kamen - speziell die von weit(er) her angereisten Zuschauerinnen und Zuschauer - doch noch zu ihrer Sonntagsandacht. Mit "You Raise Me Up", "Moon River", "We Have A Dream", "Über 7 Brücken..." (Karaoke-Singen mit Michael Hirte war angesagt!) und "Ave Maria" verzauberte "Der Mann mit den 12 Mundharmonikas" das Publikum in Nu, so dass man die buchstäbliche Stecknadel hätte fallen hören können. Junge Mädchen hatten Tränen in den Augen... Eine kleine "Zugabe" gab's es natürlich auch noch: nämlich ein '2-stimmig geblasen'es Medley aus "Hey, Pippi Langstrumpf" und "Die Biene Maja". Die Halle tobte...
Nach diesem tief berührenden Auftritt (Michael Hirte ist ohne Zweifel ein echter Gewinn für die "Großen Schlager-Starparaden"), betrat eine Ikone der 70er Jahre die Bühne...: Jürgen Marcus. Er bot einmal mehr seine Kult-Hits "Komm mit auf die Sonnenseite der Straße", "Auf dem Karussell...", "Ein Festival der Liebe" sowie "ein Lied, das habt Ihr alle noch nicht gehört - und deshalb stell' ich es Euch heute vor"...: "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben". "Mein Gott, habt Ihr Euch vermehrt", stellte "Die Stimme" fest. Und nach "Ein Lied zieht hinaus in die Welt" hieß es denn auch schon wieder Abschied nehmen von "dem anderen 'Onkel Jürgen'" des deutschen Schlagers.
Bevor Die Paldauer (übrigens die einzigen Künstler dieser "Großen NDR 1 Niedersachsen Schlagerstarparade", die seinerzeit bei der "Feuertaufe" in Nürnberg mitwirken durften!) zum Zuge kamen, um vorwiegend das weibliche Publikum zu becircen, stellte sich der neue NDR 1 Niedersachsen-Musikchef Henry Gross, der sich sobald bitte nicht vom Acker machen möge, seinen Hörerinnen und Hörer vor. Nicht zuletzt auch, um ein bisschen "Reklame" für seine neue Hitparade zu machen - bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang unseren smago! Artikel vom 18. Januar 2010, den Sie HIER nachlesen können. Mit nur einem Satz brachte er ALLES auf den Punkt: "Woher sollen die neuen Kult-Schlager kommen, wenn wir Sie nicht spielen?!". Ja - woher, Herr Matthias Gehler??? Gottlob gibt es im Radio-Bereich noch Persönlichkeiten vom Schlage eines Henry Gross, die verstanden (und verinnerlicht!) haben, dass der deutsche Schlager nur überlebensfähig ist, wenn weiterhin neue Talente gefördert werden. Und wo er schon mal da war, durfte er auch gleich Die Paldauer ansagen. Er tat's denn auch - in Howard-Carpendale-Manier ("Howard Carpendale ist eines meiner großen Idole") und so "fffwröite er sisch", jetzt Die Paldauer ansagen zu dürfen, die - wie sollte es bei den Paldauern auch anders sein - eine grundsolide Leistung ablieferten.
Eigentlich, eigentlich heißt es ja "Singe, wem Gesang gegeben"... Vielleicht sollte Uwe Busse einmal über diesen Leitspruch nachdenken und sich vielleicht doch lieber wieder hinter dem Mischpult verschanzen. Er sang stellenweise dermaßen windschief, dass sich die Balken bogen und die Ohren bluteten. Er kann es besser. Und er wird es bestimmt beim nächsten Mal auch besser machen... Zumindest an der Song-Auswahl gab es nichts zu meckern...: "Zärtlicher Tyrann", "Sieben Sünden", "Der Sommer '76", "Horst ist mein Held". Mit seinem (und das ist jetzt bitte nicht böse gemeint) "Angeber-Medley" (deshalb auch in Anführungszeichen, denn diese Titel hat er tatsächlich alle geschrieben) trat Uwe Busse ab. Und wer kennt sie nicht...: "Die rote Sonne von Barbados" / "Cheerio" / "Mona Lisa" / "Ein Herz aus Schokolade" / Mama Lorraine" / "Der kleine Floh in meinem Herzen"...
Der kleine Krebs in unserem Ohr wurde glücklicherweise sogleich geheilt - und praktischerweise präsentierte sich Helene Fischer denn auch gleich im "Krankenschwester-Outfit" (und mal Hand auf's Herz: wer wäre bei Helene nicht zu gerne einmal Patient...). Helene entfachte sogleich ein "Feuer am Horizont" - und zwar diesmal mit folgender Repertoireauswahl: "Ich will immer wieder... dieses Fieber spür'n", "Mitten im Paradies", "Lass mich in dein Leben", "Du lässt mich sein, so wie ich bin" und "Hundert Prozent". Ob vielleicht ein bisschen erkältet oder nicht (der durch Herrn Busse verursachte Ohrenkrebs war noch nicht auskuriert...!), Helene gab hundert Prozent - und traf auch die Töne zu hundert Prozent.
Ein schmackhaftes Catering-Angebot sorgte in der zweiten Pause für weitere Linderung. Und zu Beginn des dritten Programmteils war der Ohrenkrebs besiegt. (Womit nun nicht gesagt sein soll, dass er nicht noch mal zurückkam...) "Es wird majestätisch jetzt", kündigte die irrsinnig sympathische und mit ihrem Publikum auf Tuchfühlung gehende Moderatorin "den Wendler" an. Wohl dem, der Oropax dabei hatte, denn "der Wendler" ließ die Regler bis zum Anschlag (und weit darüber hinaus) aufdrehen. "'Der Wendler' ist salonfähig geworden", stellte smago! erst vor wenigen Tagen fest und fürwahr...: ganz augenscheinlich hat die Schlagergemeinde Michael Wendler mittlerweile in ihr Herz aufgenommen. "Der Wendler" bot denn auch, unterstützt von vier Hupfdohlen, eine Super-Show und rockte mit seinen Fox-Fegern "Nina", "Sie liebt den DJ", "Wenn alle Stricke reißen" ("der Wendler": "ein Song, der Aktivität verspricht") und "Prinzessin" (mit einem dezentem Seitenhieb in Richtung seines 'Kollegen' Mickie Krause) das Haus. Und: Mit "Piloten (wie wir)" gab es sogar eine echte Song-Premiere, auch wenn das neue Wendler-Album wohl erst in ca. drei Monaten auf den Markt kommt. Aus den Händen von Henry Gross erhielt "der Wendler" dann auch noch eine Goldene Schallplatte - für mehr als 150.000 verkaufte Einheiten seines Titels "Sie liebt den DJ". Single-Gold gäbe es im deutschen Schlager-Segment "nicht mehr so oft", stellte der Wendler fest - und bedankte sich seinerseits bei Henry Gross, weil NDR 1 Niedersachsen "der erste Sender" gewesen sei, "der den Wendler gespielt hat". Nach einer kurzen a cappella-Einlage ("Sie liebt den DJ") rief der König des Pop-Schlagers seinen "Untertanen" zu: "Dankeschön, bleibt mir treu, Euer Michael Wendler". Hoffen wir mal, dass "der Wendler" am kommenden Sonntag (28.02.2010) in München auch so leichtes Spiel hat...
Ireen Sheer, die es nach wie vor mit jedem "Germany's Next Topmodel" aufnehmen könnte (ihr' Figur - a Wunda der Natur, würde DJ Ötzi sagen), verzichtete auch diesmal wieder auf ihren größten Hit "Goodbye Mama", dafür brachte sie die Titel "Feuer" (in der Neuaufnahme), "In die Sonne", "Tennessee Waltz", "Heut' Abend hab' ich Kopfweh" (Version 2010 - wird im Mai auf dem neuen Album veröffentlicht) und "Ach lass mich doch noch mal..." (Neuaufnahme - wird ebenfalls auf der CD zu ihrem 40-jährigen Bühnenjubiläum enthalten sein) zu Gehör. Und Ohrenkrebs, ick hör dir tapsen... - Ireen gab ohne Frage alles. Aber auch sie hatte gesanglich nicht ihren besten Tag. Stellenweise krisch sie - wohl in Folge starker Heiserkeit - wie ein kleines Äffchen, machte aber alles durch tolle Bühnenpräsenz wieder weg. PS: Hat Dr. Mang eigentlich auch Stimmbänder im Angebot...?
Andreas Martin hatte seine Hits "Nur mit dir und immer wieder", "Tausend gute Gründe", sein 80er Jahre Kult-Hitmedley ("Amore mio", "Du bist alles" und "Das erste Mal im Leben", das er - wie gewohnt - in Märchenonkel-Erzählpose vortrug), "Niemals zu alt" und "Ich fang dir den Mond" im Gepäck. Und natürlich durfte auch diesmal die Dampfhammer-Version des Schlager-Evergreens "Aber dich gibt's nur einmal für mich" von den Nilsen Brothers (vielen mittlerweile in der Schmalz-Version von Semino Rossi bekannt) nicht fehlen.
Das exakte Gegenteil von Augenkrebs spielte sich beim Auftritt von Simone ab, die in eine Art Hochzeitskleid gehüllt die Gefühle vieler Männer, darunter auch der eine oder andere Musikchef, gehörig in Wallung brachte. Doch sie überzeugte auch akustisch auf ganzer Linie. Mit Titeln wie "Ich hätt ja gesagt", "Wie viele Tränen bleiben ungeweint", "Jeronimo Blue", "Viel zu oft" und dem "Simone-Hitmedley" ("Ich hätt ja gesagt", "Wie viele Tränen bleiben ungeweint" und "Morgenrot") ging sie in die Qualitäts-Offensive, während der Auftritt von Brunner & Brunner (live mit Band) "Musik für die Masse" war - wenngleich ebenfalls auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau. Wobei Simones aktuelle Titel (nicht nur, aber eben gerade auch) in Sachen Lyrik und Poesie ein bislang kaum gekanntes Level im Schlagerpop-Bereich erreicht haben.
Pause.
Dritter "Block"...
Nun sind Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter ja keine Dummköpfe. Sie haben bereits mehrfach bewiesen, dass sie das richtige Näschen für die richtigen Künstler zur richtigen Zeit haben. Und so haben die beiden vor geraumer Zeit schon erkannt: "Der Lais ist heiß". Und so kommt's, dass Christian Lais in diesem Jahr einige Male mehr bei den "Großen Schlager-Starparaden" mitwirken wird. Gleich mit seinem ersten Song machte er das Publikum schier "Atemlos". Auf diesen Nr. 1-Hits (Basis: die "Charts Deutschland Konservativ") folgte der Nr. 1-Hit der letzten Jahre im Schlagergeschäft: "Sie vergaß zu verzeih'n" konnte sich 2008 sage und schreibe acht Wochen lang auf dem Thron behaupten. Als absolute öffentliche Live-Premiere stellte Herr Lais seine (mutmaßlich!) nächste Radio-Single "Die Nacht hat dein Gesicht" vor. Und mit "Als sie ging" (gerade erst 4 Wochen auf der #1 platziert und - aktuell - bereits in der 5. Woche auf Platz 1 der "TOP 40 Schlager", www.top40-schlager.de) hatte er noch ein weiteres ganz, ganz heißes Eisen im Feuer. Und Christian Lais demonstrierte einmal mehr, dass er ein wirklich herausragender Live-Sänger ist.
Da der Flieger von Tony Christie etwas Verspätung hatte, wurde der Auftritt von Claudia Jung vorgezogen, die eine Auswahl ihrer größten Erfolge der Alt- und Neu-Zeit präsentierte. Am 6. März 2010 fällt im "Schloss" in München der Startschuss für die große Jubiläumstournee von Claudia Jung live mit Band. (Frau Jung ist 2010 in ihrem 25. Karrierejahr angekommen.)
Die Auftritte und Tony Christie und G.G. Anderson (dann vom 28.02. in München) werden wir am kommenden Dienstag (02.03.) für Sie besprechen (das Catering war einfach zu gut... - und die smago!-Diät beginnt zum Glück ja erst am 1. März...).
Nicht zuletzt Dank Henry Gross war diese "NDR 1 Niedersachen Starparade" ganz, ganz groß...
Quelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.net
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