04.03.2010 - 00:00:00
"DIE GROßEN SCHLAGER-STARPARADEN"
"...aber die Stimmung war gut!" - Die smago! Kolumne: "Die große Schlager-Starparade" in der Olympiahalle München (28.02.2010)!
Es muss der blanke Hohn für einen Veranstalter sein, wenn man sich ein ganzes Jahr lang den A....llerwertesten aufreißt und noch dazu das beste (weil bunt gemischteste Programm) Programm auffährt... und der einhellige Tenor - frei nach Dr. Helmut Kohl ("wichtig ist, was hinten rauskommt") - des Publikums wie folgt ausfällt: "Es war zwar nichts los, ...aber die Stimmung war gut"...
Nun, "nichts los" ist natürlich deutlich übertrieben. Es dürften doch noch immerhin annähernd 7.000 Schlagerfans am Sonntag, den 28. Februar 2010 in der Olympiahalle München eingefunden haben. Das gleiche "Ergebnis" also wie im Vorjahr auch. Nur eben bei gestiegenen Kosten... Deswegen darf es einen auch nicht verwundern, dass der "Standort München" jetzt möglicherweise ganz in Frage gestellt wird.
Nichts Genaues weiß man nicht, aber smago! fiel auf, dass weder ein Datum für "Die große Schlager-Starparade 2011 in München" genannt wurde noch dass, wie sonst bei den "Schlager-Starparaden" üblich, der Vorverkauf bereits am Tag der Veranstaltung des Vorjahres gestartet ist. (Wobei die finale Entscheidung wohl noch nicht gefallen ist.)
In "unserem" Falle tut der - für Veranstalter prikäre - Satz "...aber die Stimmung war gut" gleich doppelt und dreifach weh. Zum einen, weil "Die großen Schlager-Starparaden" gleich von zwei Veranstaltern (Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter durchgeführt werden, die noch zudem in (Manni) oder bei (Karl-Heinz) München ansässig sind. Und insofern sitzt der Stachel natürlich ganz besonders tief...
Es ist aber auch eine echte Krux mit der Radio-Landschaft im Bayernland, der Schlager-Wüste Deutschlands. Und wenn man dann - nach zwölf Monaten harter Arbeit - (wenn überhaupt) +/- Null herauskommt, fragt man sich natürlich in der Tat, ob's das wirklich bringt... Aber Freud und Leid liegen bei den "Schlager-Starparaden" seit jeher dicht beieinander. Am 21. Februar 2010 gab es in Hannover (- dem neuen NDR 1 Niedersachsen-Musikchef Henry Gross und seinem Team sei Dank -) eine regelrechte "Besucherexplosion" von 3.000 - 4.000 Zuschauern auf über 10.000. Und ausgerechnet in der Heimat dann eine Woche später dieser "Kinnhaken".
"...aber die Stimmung war gut...": Hätte man in München jedoch die "Zufriedenheitsquote" der Zuschauer(innen) ermittelt, man wäre gewiss auf einen Wert von annähernd 100 % gekommen. (Einige wenige Unzufriedene und Frustrierte gibt es immer, das weiß man ja...) Und im Direkt-Vergleich zu Hannover war die Stimmung in der Olympiahalle in der Tat noch um ein Vielfaches besser. Das Publikum war völlig außer Rand und Band - und empfing ALLE 15 Stars des Tages mit großem Respekt. Nicht einmal der Moderator, der absolut keinen Stich machte, vermochte einem die gute Laune zu verderben...
Michael Hirte erwies sich auch diesmal wieder als absoluter Glücksgriff in der Position des "Openers". Er musste gleich nach seinem Auftritt weiter nach Mannheim, um rechtzeitig bei der von Florian Silbereisen präsentierten Veranstaltung "Das Frühlingsfest der Volksmusik" auf der Bühne stehen zu können. Michael Hirte ist ein Sympathieträger durch und durch und auch hinter den Kulissen dermaßen normal geblieben, dass man es - bei seinen überwältigenden Erfolgen - kaum fassen kann. Obwohl das "Supertalent" längst ein echter "Superstar" geworden ist, Michael Hirte ist und bleibt "einer von uns". Und ganz gleich, wo (und wann!) er auftritt: Es stellt sich unweigerlich (immer noch!) der "Gänsehaut-Effekt" ein (und zwar nicht, weil es einen gruselt...!), sondern weil dieser Mann nach wie vor mit seiner Lebensgeschichte so ungemein berührt. Und dass er ein (wenn nicht sogar der) Meister der Mundharmonika ist, das steht auch völlig außer Zweifel.
Auch Cindy & Bert fallen zweifelsfrei in die Rubrik "Gäste, die wir gerne öfter sehen würden". Sie sind nicht ohne Grund das Kult-Paar des deutschen Schlagers, wenngleich seit 1988 nur noch (aber immerhin!) beruflich. Sie präsentierten eine Auswahl ihrer größten Hits, darunter "Immer wieder sonntags" (Dubdidubdidubdub, dub), "Spaniens Gitarren" Ring digeding digeding, olé! Ring digeding digeding, olé! - Ring digeding digeding digeding digeding, olé! olé! olé!), "Aber am Abend, da spielt der Zigeuner" und "Wenn die Rosen erblühen in Malaga". Mit "Wenn du mich hören solltest" stellten sie ihren wohl lang-lebigsten Titel aus dem bislang letzten (1997 veröffentlichten) Album "Neue Zeiten" vor. Nun sind ja viele Schlagerstars von einer Art Minderwertigkeitskomplex befallen, der ihnen suggeriert, dass sie ums Verrecken - zumindest auf der Bühne - beweisen müssen "wir können mehr als nur Schlager!". Wie sehr hätte man sich über ein Kult-Medley aus ihren Cover-Songs "Der Hund von Baskerville" ("Paranoid" von Black Sabbath), "Im Fieber der Nacht" ("You're The One That I One" von Olivia Newton-John & John Travolta) oder "Darling" (Frankie Miller) gefreut, aber nein, es musste unbedingt ein "Rock'n'Roll Medley" her (bestehend aus Titeln wie "Rock'n' Roll Music", "Don't Ha Ha", "Let's Have A Party", "Na Na Na Hey Hey Kiss Him Goodbye", "Tutti Frutti" oder "Rock Around The Clock"), welches sie allerdings ebenfalls mit Braovur bewältigten. Dafür sorgte Cindy Berger für die Nachricht des Tages, in dem sie ein neues Cindy & Bert-Album in näherer Zukunft nicht kategorisch ausschloss: "Es wird wieder Zeit, wir haben lange nichts mehr veröffentlicht". Stimmt! 13 lange Jahre lang hat man uns schmoren lassen... Jetzt hoffen wir nur, dass dies nicht einfach nur so dahingesagt war, sondern dass den Worten bald auch Taten folgen...
Auf den Auftritt von Nicki hatten (nicht nur!) wir uns ganz besonders gefreut, zumal sie in München sozusagen exklusiv mit von der Partie war, was "Die großen Schlager-Starparaden 2010" betrifft. Und wir können es nicht anders sagen: Nicki bot einen der besten Auftritte des ganzen Tages! Hatten wir beim "Winterfest der Träume" mit Florian Silbereisen am 16. Januar diesen Jahres noch das Gefühl, Nickis Gemütszustand würde noch immer von einer gewissen Finsternis überschattet, so erlebten wir in München (auch hinter den Kulissen) eine vor Lebensfreude fast übersprudelnde Nicki, die noch dazu so richtig die Halle rockte. Nachdem sie sich mit "Mein ganz' Leb'n besteht aus Noten" vorgestellt hatte (- der Titel erinnert stellenweise ein bisschen an die "7.000 Rinder" von Peter Hinnen -), schmetterte sie mit ungemein kräftiger Stimme ihre "Edel-Schnulze" (Schnulze jetzt bitte nicht despektierlich gemeint!) ihren Kult-Hit "Wenn d' Sehnsucht brennt". Mit "Endlich Sommer" präsentierte sie dann wieder einen Song neueren Datums (2009 einer der ganz großen Schlager-Sommerhits), um dann sogleich wieder zurück in die 80er abzutauchen ("I bin a bayrisches Cowgirl"). Und spätestens bei der Zugabe "Wenn i mit dir tanz" waren alle gänzlich aus dem Häuschen. Und es war uns eine wahre Freude, Nicki endlich wieder so zu sehen.
Tri tra trullala, tri tra trullala- Kasperle ist wieder da... "Musikantenstadl" Gastgeber Andy Borg, wie immer bestens "bewacht" von seiner Birgit, entpuppte sich einmal mehr als eine echte Granate auf der Bühne. Tags zuvor hatte er in Wien noch den Tourabschluss seiner "Stadl" Tour 2010 gefeiert - und schon stand er wieder auf den Brettern, die für ihn ganz besonders die Welt bedeuten. Andy Borg liebt sein Publikum, jegliches Star-Gehabe ist ihm seit jeher fremd... - und das Publikum liebt ihn. Andy stellte zunächst den Titelsong seines aktuellen (ungemein erfolgreichen) Albums "Santa Maria" vor und präsentierte auch gleich noch seine aktuelle Radio-Single "Sie waren Freunde". Doch selbstverständlich hatte er auch einige seiner großen Kult-Hits wie "Angelo mio", "Die berühmten drei Worte" (eine der erfolgreichsten B-Seiten der Schlagergeschichte überhaupt!) und "Arrividerci Claire" im Gepäck. Und auch "Adios amor" durfte natürlich nicht fehlen. Doch die Zuschauer(innen) wollten Andy noch lange nicht "servus" sagen - und deshalb gab es mit "Pedro (Mandolinen um Mitternacht)" - im Original gesungen von Peter Alexander - noch eine Zugabe. Die Olympiahalle tobte...
Es könnte eng werden für "den Wendler", so dachte man sich. Doch Pustekuchen! Jegliche Befürchtungen, Michael Wendler könnte in München - erst jetzt direkt nach dem Auftritt von Andy Borg - von der Bühne gebuht werden, erwiesen sich als völlig unbegründet. "'Der Wendler' ist salonfähig geworden", hatte smago! denn ja auch vor einigen Tagen festgestellt. Gut durchgeschüttelt - Sturmtief Xynthia hat am Sonntagnachmittag ja halb Deutschland durcheinander-gewirbelt - betrat "der Wendler" die Bühne. Diesmal wurde er übrigens nur von zwei "Hupfdohlen" begleitet. Die anderen zwei hatten sich entweder am Sonntag zuvor in Hannover auf der Bühne erkältet - oder ihnen war im Hubschrauber schlecht geworden... Mit "Nina", "Sie liebt den DJ", "Wenn alle Stricke reißen", "180°", "Prinzessin" und "Piloten wie wir" (- hier holte "der Wendler" ein Kind auf die Bühne -) gab's denn auch wieder kräftig was auf die Ohren.
1. Pause.
Der Bürgermeista und Die Gemeinderäte eröffneten mit "Locker Macha" und "Guad" den zweiten Block, bevor uns Jürgen Marcus - live oder nicht immer ganz live... (das soll jeder für sich selbst beurteilen...) - mit auf eine Zeitreise in die 70er Jahre nahm. Bei dieser Gelegenheit möchten wir Ihnen unbedingt noch einmal das grandiose aktuelle Album von Jürgen Marcus ans Herz legen. Es heißt "Für immer" und wurde Mitte Juni 2008 veröffentlicht. Hoffen wir mal inständig, dass Jürgen Marcus sein letztes Lied noch nicht aufgenommen hat...
Nach Jürgen Marcus brachte Helene Fischer, deren Zusammenarbeit mit Jack White weiter währt, ihre aktuellen Radio-Hits zu Gehör: "Ich hätt' ja gesagt", "Wie viele Tränen bleiben ungeweint" und "Jeronimo Blue" zu Gehör. Wie bitte??? - Nun, wir erwähnten ja schon, dass der Moderator keinen Stich machte. Er begrüßte Simone mit den Worten, dass ihre Zusammenarbeit mit Simone weiter währt (David Brandes hätte ihm, wäre er in der Halle gewesen, vermutlich ein paar auf's Maul gehauen...!) und verabschiedete sie mit den Worten "vielen Dank, Helene Fischer". Und das waren weiß Gott nicht die einzigen Patzer des Tages... Tatsächlich sang "Helene Fischer" dann doch noch einen Titel aus der Feder von Jack White, nämlich "1.000-mal geträumt". Simone, deren strahlende Schönheit einen immer wieder schier zum Erblinden bringt, verabschiedete sich mit einem aktuellen Hit-Medley, bestehend aus ihren aktuellen Rundfunk-Hits "Ich hätt' ja gesagt", "Wie viele Tränen bleiben ungeweint", "Morgenrot", "Die Nacht, als sie fortlief". Und bitte, grüß uns den Florian... zu Hause in Wien, "Helene"...
G.G. Anderson - der Mann mit dem Gassenhauer-Gen - hatte wie immer leichtes Spiel... und eine gelungene Auswahl seiner größten Erfolge vorbereitet, darunter auch der (unter den Fans heftigst umstrittene) neue Titel "Schäfchen zählen", der es am Erstverkaufstag (Fr., 26.02.2010) immerhin auf Platz 91 der Trend-Charts geschafft hat. Es ist einfach immer wieder kaum zu fassen, was für eine Wahnsinnsröhre dieses (nicht böse gemeint jetzt:) "Kerlchen" (!) hat. "Gerd Grabowski" Anderson ist und bleibt einer der besten Live-Sänger Deutschlands. Punkt.
Achtung, jetzt kommt ein Witz (oder vielmehr der Versuch eines solchen)...: "Helene, Du bist aber ALT geworden!!!" - ha ha ha ha ha!!! Denn: Wie smago! bereits am Montag (01.03.2010) exklusiv vorab berichtet hat, hatte Sturmtief Xynthia Helene Fischer zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht... Als Ausgleich für die - frei nach Michelle - "Im Auge des Orkans" befindliche Helene hatten Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter vorsorglich Claudia JUNG engagiert und ihr die Vertretungsrolle für Helene Fischer zugedacht. Sie, die "Tausend Frauen" ist, räumte ebenfalls gut ab und hatte natürlich auch viele ihrer großen Erfolgstitel im Gepäck. Am Samstag(06.03.) fällt in München ("Das Schloss") der Startschuss für ihre Solo-Tournee "25 Jahre Claudia Jung - live mit Band". Als Gaststar hat sie Udo Wenders mit dabei. Schade, dass smago! nicht bei der Tournee-Premiere zugegen sein kann (wir lassen uns am Samstag bei Carmen benebeln...), dafür aber einen anderen Tour-Termin von Frau Jung wahrnehmen.
Essay. Der Münchner "Merkur" merkt zum Auftritt von Claudia Jung an: "(...) Das Publikum erlebte daher dank 'Xanthia' neben G.G. Anderson, Tony Christie und anderen 70er-Legenden einen weiteren Gast: Gabi Jung. Die wohnt nicht weit von der Olympiahalle. Zumal das Schlagersternchen, das für die Freien Wähler im Landtag auch Politik betreibt, gleich spontan Werbung für ihre nächste Woche startende Tournee machen konnte".
Liebe Fans von Claudia "Gabi" Jung: Beschwert Euch noch einmal über unsere Berichterstattung auf www.smago.net... Wir können wenigstens noch ihren Namen richtig schreiben. Auch wissen wir, dass G.G. Anderson, obwohl er bereits in den 70ern seine ersten Singles veröffentlichte, keine 70er Legende, sondern doch wohl eher ein "Kind der 80er" ist. "Die wohnt nicht weit von der Olympiahalle" - nun, 61 Kilometer (laut Routenplaner) und 45 Minuten Fahrtzeit (wenn's gut läuft) sind natürlich relativ... Die Bezeichnung "Schlagersternchen" in Bezug auf Claudia Jung ist schlicht und ergreifend eine Frechheit. Und dass sie - wenn sie schon spontan einspringt - auf ihre Tournee hinweist, ist ja nicht verwerflich, sondern eigentlich eher bemerkenswert, denn rein theoretisch könnte es ja auch sein, dass sie sich selbst durch einen Auftritt sechs Tage vorher in der Olympiahalle Zuschauer wegnimmt... Man sollte vielleicht nicht unbedingt Sportjournalisten zu Schlager-Veranstaltungen schicken. Beziehungsweise sich dann nicht wundern, wenn solche (und weitere!) Eigentore dabei herauskommen... (...und Gabi wartet im Park).
2. Pause.
Christian Lais (diesmal "untenrum" nicht in Weiß...!) machte nicht nur viele Zuschauer, sondern auch die in München anwesenden Ariolaner (Christel Knorrn, Anne Stegmaier und Ken Otremba) schier "Atemlos". An seinem insgesamt vierten Auftritt im Rahmen der "Großen Schlager-Starparaden" (nach Stuttgart, Oberhausen und Hannover) gab es rein gar nichts zu meckern - bis auf dass sein "Block" auch diesmal leider wieder mit nur vier Titeln deutlich zu kurz ausfiel. Möge man ihm für die Zukunft doch bitte zumindest einen fünften Titel (und dann bitte "Wie du") zubilligen!!! Und so war nach "Sie vergaß zu verzeih'n", "Die Nacht hat dein Gesicht" und "Als sie ging" (Siegertitel der Monatsauswertung Februar 2010 der "TOP 40 Schlager" - siehe www.top40-schlager.de!) auch schon wieder Schluss.
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an..., dachte sich auch Tony Christie und sagte fünf Termine für "Die großen Schlager-Starparaden" zu. Obwohl man Tony Christie - ohne zu übertreiben - als echten Weltstar bezeichnen kann, ist er ein Musterbeispiel für Bescheidenheit und Bodenhaftigkeit. Im Gegensatz zu anderen (zwischenzeitlich abgehalfterten) "Weltstars" ist Mr. Christie noch immer sehr en vogue. So feierte er 2005 sowohl in den Single- als auch in den Album-Charts Großbritanniens schier unglaubliche Erfolge: "Is This The Way To Amarillo?", die offizielle Single der Benefizaktion "Comic Relief", schaffte es 34 Jahre nach der Erstveröffentlichung ebenso auf Platz 1 wie das Album "The Definitive Collection", das sich sieben Wochen lang auf dem Charts-Thron behaupten konnte und Dreifach-Platin-Status erreichte. Selbstredend präsentierte Tony Christie auch in München seine größten Hits.
"Als er ging", kam SIE auf die Bühne. Der Kumpeltyp von nebenan. Andrea Jürgens. (Und nein, wir können leider noch immer nicht sagen, wann ihr neues Album auf den Markt kommt. Nach wie vor ist "Sommer 2010" im Gespräch. Nichts Genaues weiß man auch hier nicht.) Andrea Jürgens, die gleich von smago! umgetauft werden wird, begann ihr Programm mit "Verbotenen Träumen", um dann gleich abzuwiegeln "Ich hab' dir nie den Himmel versprochen". So - und jetzt schreiten wir zur Taufe... beziehungsweise "Umtaufung": Obwohl Andrea noch immer ein bisschen an ihrer hartnäckigen Grippe, die sie im Januar buchstäblich fast umgehauen hätte, laboriert, hatte sie "backstage" gezögert, ob sie ihren Dauerbrenner-Titel "Eleni hieß das Mädchen" tatsächlich singen sollte. Vollplayback kommt für sie nicht in Frage. Und doch - sie riskierte es! Und nachdem wir mit eigenen Ohren hören durften, wie brillant sie diesen schweren Titel gesungen hat, taufen wir sie jetzt einfach um - von der "Nachtigall aus dem Kohlenputt" zur "(Barbra) Streisand aus dem Kohlenpott". Andrea ist so durch und durch authentisch, dass man ihr in der Olympihalle München gerne auch mal einen Spruch á la "Ich bin ja eher für die Blau-Weißen, aber trotzdem herzlichen Glückwunsch, FC Bayern!" nachsieht... Mit "Dieses Parfüm auf deiner Haut" und "Komm lass uns reden" setzte sie dann noch zwei weitere i-Tüpfelchen auf ihren Auftritt. Hoffentlich dauert es nicht wieder 14 Jahre, bis dass "Madame" nach München kommt (O-Ton Andrea: "Man wird ja auch nicht jünger")...
Nach Andrea Jürgens ging es mit Andreas Martin weiter, der ebenfalls livehaftig auf der Bühne stand. Der Meister des gepflegten Disco-Fox' begeisterte mit Hits aus drei Jahrzehnten, wobei den 80ern in Form eines "Nostalgie-Medleys" ("Amore mio" / "Du bist alles" / "Das erste Mal im Leben") Tribut gezollt wurde. Die Zeitreise führte über 90er ("Nur mit dir und immer wieder", "Tausend gute Gründe") zurück ins Hier und Jetzt ("Ich fang dir den Mond" und "Aber dich gibt's nur einmal für mich" im harten Diskotheken-Sound).
Da Helene Fischer immer noch nicht in München eingetroffen war, mussten Brunner & Brunner diesmal eben etwas länger ran. Sie traten - wie immer in den letzten Jahren - live mit Band, ohne Netz und doppelten Boden auf und blickten , vorwiegend in Medley-Form, zurück auf zwanzig Jahre Brunner & Brunner. Apropos Charly: Er hatte am Sonntag (28.02.2010) Geburtstag, wurde 55 Jahre jung und wurde von Bruder Charly (hatte ihm absichtlich vorher nicht gratuliert!) und den Musikern mit einem Blumenstrauß und einem "Happy Birthday To You" überrascht. Gegen 21.10 Uhr (- die Brunners waren mit ihrem Bühnenlatein bereits am Ende und überhaupt enden die "Großen Schlager-Starparaden" immer gegen 21.00 Uhr -) dann die frohe Kunde: Helene Fischer soeben im Hauptbahnhof München angekommen!!! Da sie jedoch erst noch "herausgefischt" und zur Olympiahalle gebracht werden musste (es ist amtlich verbrieft, dass die "Fahrerin" von Helene es tatsächlich innerhalb von sechs Minuten vom Hauptbahnhof zur Olympiahalle geschafft hat!), konnten die Brunners noch nicht von der Bühne runter. Und so verwickelte Moderator Alexander-Klaus Stecher sie noch in ein Gespräch. Charly Brunner betonte noch einmal, dass Ende 2010 definitiv Schluss sei mit Brunner & Brunner. Bis zum 31.12. werden es Charly und Jogl jedoch noch einmal so richtig krachen lassen. Als Dankeschön an Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter werden sie 2010 auch noch einmal bei ALLEN "großen Schlager-Paraden" in diesem Jahr mitwirken.
"In 80 Jahren um die Welt", so heißt ein Roman von Jules Verne. "In 9 1/4 Stunden von Frankfurt nach München", so könnte das nächste Studioalbum von Helene Fischer heißen... Alles Wissenswertes über Helenes Odyssee können Sie HIER nachlesen. Immerhin "durfte" Helene - "Xynthia" sei Dank - eine Premiere der ganz besonderen Art bei den "großen Schlager-Starparaden" feiern: Erstmals überhaupt bildete sie den Schlusspunkt des Programms. Obwohl Helene absolut nichts für die (im wahrsten Sinne des Wortes!) äußeren Umstände konnte (gegen höhere Gewalt ist selbst eine Helene Fischer machtlos), entschuldigte sie sich immer und immer wieder bei ihrem Publikum für die Verspätung. Dafür kamen die Zuschauer(innen) in der Olympiahalle in den Genuss, Helene einmal "ganz in natura" zu sehen, denn ihre Bühnengarderobe befand sich zum Zeitpunkt ihres Auftritts noch "im Flieger", der nicht starten konnte... Helene hätte auch in einen Kartoffelsack gehüllt auftreten können - und dabei immer noch eine hervorragende Figur abgegeben... Zu später Stunde sang Helene, wie frisch aus dem Ei gepellt, ihre Hiots "Und morgen Früh küss' ich dich wach", "Ich will immer wieder... dieses Fieber spür'n", "Mitten im Paradies", "Lass mich in dein Leben" und "Du lässt mich sein, so wie ich bin". "Ich bin Ihnen ja noch was schuldig, einer geht ja wenigstens noch", meinte sie und gab mit "Hundert Prozent" und "Du fängst mich ein und lässt mich fliegen" noch zwei Zugaben.
Unser Gesamtfazit: annähernd 100%-ige Begeisterung. Dieses Programm hätte einige tausend Zuschauer mehr verdient, ...aber die Stimmung war gut. Einziger wirklicher Minuspunkt: der nun wirklich extrem selbstverliebte Moderator, der so spricht, als hätte er gerade eine heiße Kartoffel im Mund und der sich den ganzen Nachmittag und Abend hindurch wohl lieber selbst interviewt hätte. Da wünschen wir uns doch direkt Frederic Meißner mit seinem Staubsaugervertreter-Charme zurück... Aber letzten Endes ist auch das ja alles Ansichtssache...
Und da nach der Schlager-Starparade immer auch vor der Schlager-Starparade ist, weisen wir gerne auf die nächste Veranstaltung ("Die große Antenne Brandenburg Schlager-Starparade") im Velodrom Berlin hin. Am 18. April 2010 mit dabei...: Bernhard Brink, Die Paldauer, Fantasy, Frank Zander, Linda Feller, Olaf Berger, Ireen Sheer, Andy Borg, Claudia Jung, Tony Christie, Michael Wendler, Helene Fischer, Anna Katharina Stoll sowie Brunner & Brunner. Karten gibt's wie immer unter www.schlagerstarparade.de! 
Quelle: Andy Tichler, Chefredakteur www.smago.net
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