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04.06.2008 - 00:00:00

DIE GROßE NDR 90,3 STARPARADE
Holger Stürenburg war am Sonntag (01.06.2008) für uns vor Ort...

...in der Color Line Arena (Hamburg) bei der großen "NDR 90,3 Starparade" mit (u.a.) Helene Fischer, Andreas Martin, Bernhard Brink, Karel Gott, Juliane Werding, Nicole, den Amigos, Tom Astor, Andy Borg, Cordalis, Mary Roos, Rosanna Rocci und Semino Rossi!

30 Grad im Schatten, unzählbare verlockende Stadtteilfeste von Eppendorf bis Bergedorf – Trotz dieser vielen, nicht uninteressanten Großereignisse, war es den beiden Münchener Konzertmoguln, Manni Schulte und Karl-Heinz Schweter, am vergangenen Sonntag, dem 01. Juni 2008, wiederum gelungen, zigtausend Freunde deutschsprachigen Liedguts in die "Color Line Arena" zu Hamburg-Stellingen zu locken, wo an eben jenem glühend heißen "Sommersonnentag" (Zitat: Severine, 1982) "Die große NDR 90,3 Starparade" auf der Agenda stand.

14 höchstprominente Künstler aus der Schlagerbranche gaben sich dort, insgesamt über sieben Stunden lang, ihr Stelldichein – Unzählige Evergreens der letzten 20, 30 Jahre kamen dabei ebenso zum Zuge, wie brandaktuelle Titel jener genrerelevanter Koryphäen, die Manni und Karl-Heinz für die profunde Hamburger Schlagersause zu verpflichten vermocht hatten.

NDR-90.3-Ikone Wido Röttger führte durch eine knallige, über weite Strecken geradezu elektrisierende Show, die kurz nach 14.00 Uhr von ANDREAS MARTIN auf faszinierendste Art und Weise eröffnet wurde. Das seit über 25 Jahren in der Branche aktive Neunkirchner Multitalent, dessen aktuelles Album "Mondsüchtig" (Ariola/SONY-BMG) kurz nach Erscheinen vor rund 14 Tagen auf Rang 54 der "Media Control"-Charts einzog und somit Andreas’ erfolgreichsten Hitparadeneinstieg seit mehr als einem Jahrzehnt bedeutete, zog die Massen von einer Sekunde auf die andere in seinen Bann.

Knackige Discofoxrenner aus den 90ern, wie z.B. "Nur mit Dir und immer wieder" (1993) oder "Tausend gute Gründe" (1995) wechselten sich ab mit Andreas’ großen, unvergeßlichen Erfolgen aus den 80ern – etwa "Amore Mio" (1982), "Das erste Mal im Leben" (1984) oder "Du bist alles (Maria, Maria)" (1987). Zudem kamen die gesellschaftskritische Rockhymne "Niemals zu alt" (2003) – mit leichtem Augenzwinkern unserer nicht gerade effektiv handelnden Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gewidmet – und – wie konnte es anders sein? - der brandneue Singlehit "Ich fang Dir den Mond", der seit mehreren Wochen auf den besten Plätzen der Top-100-Charts vertreten ist, zum Einsatz.

Der Verfasser dieser Zeilen prophezeite zuletzt immer wieder, 2008 würde DAS Jahr für Andreas Martin werden. Dem Komponisten, Produzenten und Arrangeur aus dem Rheinland gelang es problemlos, die prallgefüllte "Color Line Arena" innerhalb von Minuten in beste Stimmung zu versetzen. Das altersmäßig überaus breitgefächerte Publikum geriet aus dem sprichwörtlichen Häuschen, als Andreas all diese exzellenten Deutschpop-Perlen kraftvoll und romantisch zugleich anstimmte – was ein weiterer Beweis eben genannter These des Rezensenten ist, daß es in diesem Jahr für Andreas Martin nur strikt aufwärts gehen kann.

Kurz danach, stand eine lebende Legende auf der Bühne der "Color Line Arena": KAREL GOTT, die "Goldene Stimme aus Prag", kontinuierlicher Hitfabrikant seit 40 Jahren, intonierte perfektest seine unverbrüchlichen Dauerbrenner der Sorte "Babicka", "Die Biene Maja", "Lady Carnival", "Einmal um die ganze Welt", wie gleichsam die dramatische 1990er-Top-40-Schmachtballade "Nie mehr Bolero" oder Karels persönliche Roy-Orbison-Hommage "Pretty Woman". Bislang ungehört, erklang die tanzbare Up-Tempo-Nummer "Jeden Tag ein neues Leben" – ja, und des liebenswerten Tschechen Zugabe entlockte dem Verfasser dieser Zeilen durchaus ein paar Tränen: Im Herbst 1984 – ebenjener Phase, in der ich menschlich, wie musikalisch alles auslebte, was mir nur möglich war – veröffentlichte die Münsteraner Synthipop-Truppe "Alphaville" ihre melodramatische ‚Jahrhundertballade’ "Forever Young": Ein klassischer 80er-Jahre-Titel, der geballt den Zeitgeist jener Tage in sich trug. Anfang des neuen Jahrtausends legte Karel Gott seine spezielle Sichtweise dieses genialischen Zeitgeist-Zeugnisses vor: "Für immer jung"... letztlich DAS Lebensmotto von uns 80er-Jahre-Kindern – und, selbst, wenn wir dies, aus welchen Gründen auch immer, nicht so ganz erreichten, ist und bleibt "Forever Young"/"Für immer jung" eine treffliche Reminiszenz an unsere Jugend, in der alles noch ganz, ganz anders (und womöglich viel, viel besser) war!

Anfang 2008 legte JULIANE WERDING ihr enorm textlastiges neues Opus "Ruhe vor dem Sturm" bei DA-Music vor. Ein Wagnis, keine Frage – das sich aber als überaus reputierlich erwiesen hatte: Einstieg in die offiziellen Charts auf den so unerwarteten, wie unvermuteten Platz 21 der Albumhitlisten Ende Januar 2008.

Gleich zwei Titel aus diesem absolut unkonventionellen Meisterwerk stellte die sympathische Essenerin am 01. Juni 2008 im Rahmen der "NDR 90,3 Starparade" zu Hamburg vor: Hierbei handelte es sich um die – mehr als nur mystische – erste Singleauskoppelung "Ein Haus am Meer", sowie die brodelnde Ballade "Unsichtbar".

Darüber hinaus vernahmen wir seitens Juliane deren unvergängliche 80er-Jahre-Tophits "Drei Jahre lang" und "Geh nicht in die Stadt (heut Nacht)", sowie ebenjene ‚Wut-und-Betroffenheits-Ballade’, welche der liebenswerten Gratwandlerin zwischen Schlager, Pop und Chanson 1971/72 ihren allerersten Hit beschert hatte: "Am Tag, als Conny Kramer starb" – das Schicksal eines drogenabhängigen Jugendlichen, das anno 2008 noch genauso aktuell und zeitnah ertönt, wie zu seinem Entstehungsdatum – und zusätzlich seiner Interpretin eine sagenhafte Karriere ermöglicht hat, die bis heute – qualitativ stets auf höchstem Niveau – anhält und bestimmt auch in Futuro noch für einige sehr gelungene Schlagerchansons der gehobenen Güteklasse gut sein dürfte.

Hochprofessionelles Entertainment, durchwegs mit einer gesunden Portion Selbstironie verbunden, präsentierte das Wiener Multitalent ANDY BORG und versetzte damit das ohnehin schon restlos aus dem Häuschen geratene Publikum in der Stellinger "Color Line Arena" in immer größere Verzückung. Der Starmoderator des "Musikantenstadel" betörte mit fetzigen, aufmunternden, eher volkstümlich angehauchten Muntermachern jüngeren Datums a la "Ich brauch ein bißchen Glück" oder "Wieder in die Sonne fliegen", kam aber natürlich gleichsam nicht umhin, ein paar seiner Romantikschlager-Gassenhauer aus den 80er Jahren darzubieten. Aus diesem unerschöpflichen Fundus immergrüner Melodien, hatte Andy an jenem Nachmittag "Die Fischer von San Juan", "Die berühmten Drei Worte" und – selbstverständlich – seinen 1982er-Einstiegshit "Adios Amor" ausgewählt. Zudem gab sich der liebenswerte Österreicher augenzwinkernd als jugendlicher Gotthilf Fischer (von dem Blödelbarde Mike Krüger einst behauptete, dieser sei der einzige deutsche Chorleiter, der seinen Vornahmen zurecht trägt: Gott hilf...) und forderte die anwesenden Fans auf, gemeinsam mit ihm, z.B. den grellen Oktoberfestreißer "Hey Baby", Andrea Bergs Tophit "Du hast mich tausend mal belogen" oder – man höre und staune – "Stille Nacht" und "Oh Du Fröhliche" anzustimmen...

Ja und dann kam "Kurt" – der urige Berliner Rockkomiker FRANK ZANDER schlüpfte zu Beginn seines ca. 25 Minütigen Auftritts in seine Paraderolle: Nämlich in die, des ultracoolen Discoaufreißers "Kurt" – "Hier kommt Kurt", Im Frühjahr 1990 ein superber Top-10-Stürmer für den gelernten Grafiker – eine Parodie, wie sie im Buche steht: Geistreich, voller witziger Wortspielereien und versehen mit einer charmanten, tanzbaren musikalischen Untermalung, die man nur einmal gehört hat und nie mehr vergißt.
Die schöne, aber offenbar unerreichbare "Marleen" kam ebenso zum Zuge, wie die stark rhythmisierte "Zanders Hammer-Party", basierend auf dem 1963er-Trini-Lopez-Welthit "If I had a Hammer", Franks brandneue Single "Spaß ist für alle da", eine muttersprachliche Sichtweise der 1982er-Partyhymne "Centerfold" von der "J. Geils Band", oder Rod Stewarts "Sailing" als Abschiedslied, nach einem heißen Abend, von Frank deutsch betextet als "Nur nach Hause".

Frank mag zwar "schon" 66 Jahre alt sein – aber – wie schon Andreas Martin ein paar Stunden vor dessen Aufwartung sang – man ist "Niemals zu alt" – und Frank dürfte tatsächlich "niemals zu alt" sein für witzige, regelmäßig quergedachte, kabarettistische Parodien auf jederzeit hohem Niveau. Er ist und bleibt ein radikal ehrlicher, zu keinem Zeitpunkt ‚abgehobener’ Vollblutmusiker, dem man zwar sein ‚Alter’ nicht ansieht, dafür aber, daß er noch diverse nicht alltägliche Ideen in sich trägt, die er sicherlich im Laufe der nächsten Jahre peu a peu auch realisieren wird.

Zu den weiteren Höhepunkten der großen Hamburger "NDR 90,3 Starparade" zählte z.B. der Auftritt der immerjungen Hanseatin Mary Roos. Mit starker Stimme beseelt, interpretierte sie voller Inbrunst überwiegend ihre größten Erfolge aus den 80er Jahren: So z.B. ihren grandiosen (damals leider vollkommen unterschätzten) 1984er-Grand-Prix-Beitrag "Aufrecht geh’n", eine mehr als nur liebenswerte Neufassung von "Hoffmann & Hoffmanns" 1983er-Grand-Prix-Hit "Rücksicht", eine wahrhaft authentische, deutschsprachige Auslegung von Frank Sinatras "My Way" ("So leb Dein Leben") und – wie konnte es anders sein ? – all ihre muttersprachlichen Sichtweisen seinerzeitiger Dieter-Bohlen-Kompositionen, die da hießen "Bleib wie Du bist" ("Jump In My Car"), "Ich bin stark – nur mit Dir" ("You’re My Heart – You’re My Soul") oder "Keine Träne tut mir leid" ("I Can Lose My Heart Tonight").

Als sich ein kleines Mißverständnis zwischen Mary und dem Verfasser dieser Zeilen eingestellt hatte, ging Mary "aufrecht" auf mich zu – wir klärten die Problematik innerhalb von Sekunden... ja, und dann, als dies geschehen war, nahm mich die kesse Schlagerlady feste in den Arm und küßte mich auf den Mund...

1980 – damals neunjährig – hörte ich meinen allerersten Mary-Roos-Favoriten "Ich werde geh’n heute Nacht" erstmals im Radio – bis heute einer DER Hits meines Lebens... Als Neunjähriger konnte ich tatsächlich nicht erahnen, daß die Interpretin jenen wundervollen Titels mich 28 Jahre später einmal umarmen und küssen würde...
Wow, welch ein Erlebnis : ))

Ein Jahr, nach meinem ersten – rein musikalischen – Zusammentreffen mit Mary Roos, startete die damals kaum 16jährige Saarländerin NICOLE ihre Karriere mit der – im positivsten Sinne des Wortes – süßlichen Gitarrenballade "Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund". Eine künstlerische Laufbahn, die nicht nur bis heute in den höchsten Sphären anhalten, sondern seit damals unzählige Hits hervorbringen sollte, von denen Nicole nicht wenige am vergangenen Sonntag in der "Color Line Arena" zum Besten gab.

Klar, daß jenes Lied über die Freundschaft zwischen einem als simpler Straßensänger gestrandeten Ex-Stars und einem kleinen Vogel im zur "Schlager-Starparade 2008" zusammengestellten Repertoire der heute 43jährigen Schönheit einen guten Platz finden mußte. Zusätzlich stellte Nicole, die sich 2004/05 von ihrem langjährigen Mentor und Produzenten Ralph Siegel getrennt hatte, um neue kreative Wege zu beschreiten, ihre sehr beliebte Radiosingle "Mitten ins Herz" (die zugleich als Titelsong ihrer letzten, im Februar 2008 veröffentlichten, dritten Post-Siegel-CD fungiert), sowie das esoterisch angehauchte Popschmankerl "Alles fließt" vor – 2005 das erste Ergebnis ihrer Zusammenarbeit mit ihrem neuen Produzententeam, bestehend aus Giorgio und Martin Koppehele, das frühzeitig und eindeutig bewies, daß die sympathische Schlagerchanteuse auch ohne "Übervater" Ralph Siegel tolle, eingängige Songs zu kreieren vermag.

Daß Nicoles 1982er-Grand-Prix-Renner "Ein bißchen Frieden" (Das waren noch Zeiten, als beim Grand Prix Eurovision de la Chanson noch niveau- und anspruchsvolle Titel mit Welthit-Charakter an den Start gingen... der Verf.), am 01. Juni 2008 in Hamburg nicht fehlen durfte, war reine Ehrensache. Ein rasantes, knackiges Medley, kreiert aus Nicoles größten Erfolgen der 80er und 90er Jahre, sowie eine schier genialische A-cappella-Darbietung zweier neuerer Titel, beschlossen ein Programm der Extraklasse – wobei an dieser Stelle exklusiv verraten werden soll, daß sich die stimmstarke Dame im Herbst 2008 zum ersten Mal seit fünf Jahren auf Solo-Tournee begeben wird, im Rahmen derer sie sozusagen "Unplugged" auftritt und sich ausschließlich von zwei Gitarristen und einem Percussionisten begleiten läßt – und das Abschlußkonzert dieser Konzertreise, auf das wir hanseatische Nicole-Freunde uns jetzt schon sehr, sehr freuen, im schummrigen Kleinkunsttheater "Schmidt’s Tivoli", direkt auf der Reeperbahn, stattfinden wird. Der Rezensent wird dann garantiert vor Ort sein und zum gegebenen Zeitpunkt einen tollen Bericht über dieses hochspannende, wenngleich alles andere als alltägliche und äußerst außergewöhnliche Ereignis auf Smago.de veröffentlichen!

"Für immer jung" – diese kongeniale "Alphaville"-Bearbeitung, sang Karel Gott relativ zu Beginn der großen Hamburger "NDR 90,3 Starparade". Diese drei Worte kamen dem Verfasser umgehend in den Sinn, als er – zunächst hinter, später auf der Bühne – erstmals in seinem Leben den der Deutschen Lieblingsgriechen COSTA CORDALIS in Augenschein nahm.


 



Dem Multitalent aus Elatia in der griechischen Präfektur Fthiotida sind seine 64 Lebensjahre nicht und niemals auch nur in Nuancen anzusehen. Frisch, fröhlich, sympathisch, wie eh und je, zelebrierte Costa, gemeinsam mit seiner Tochter Kiki und seinem Sohn Lucas, beide Mitte 30 (was man ihnen, ganz dem Vater, ebenso keinesfalls ansieht), eine krosse Mixtur aus aufgedonnerten Partyfassungen seiner größten Erfolge aus den 70ern – "Anita", "Carolina, komm", "Steig in das Boot heute Nacht, Anna Lena", "Shangri-La", bzw. "Der Wein von Samos" –, einer original griechischen Version der melancholischen Tol-&-Tol-Ballade "Eleni hieß das Mädchen" und eher neuzeitlicheren Partyaufmischern, wie z.B. "Viva la Noche". Ein grandioser Auftritt eines wundervollen Künstlers, der – wie gewohnt – feurig, überzeugend und mitreißend die anwesenden Schlagerfreaks zu wahrhaftigen Tanzorgien anregte.

Ja, und dann erschien sie: HELENE FISCHER, das Goldigste, Erotischste, Süßeste, was der Deutsche Schlager in den letzten Jahren, gar Jahrzehnten, aufgefahren hat. Die knapp 24jährige Traumfrau hat innerhalb kürzester Zeit fraglos Musikgeschichte geschrieben: Mit einer unkopierbaren Mischung aus perfekter Stimme, immenser Ausstrahlung, strahlender Schönheit, knisternder Erotik und herausragendem Entertainment-Talent, ist die gebürtige Sibirierin seit rund zwei Jahren mittenmang dabei, das einheimische Popgeschehen von Grund auf zu revolutionieren.

Ihr Stelldichein auf der "Schlagerstarparade 2008", begann Helene mit ihrem Top-Radiohit aus 2007, "Du fängst mich auf und läßt mich fliegen", geschrieben von ihrem Entdecker und Produzenten Jean Frankfurter (Musik) und dem hochbegabten Düsseldorfer Nachwuchslyriker Tobias Reitz (Text). Zweifelsfrei eine schlichte, aber konsequentest eingängige Melodie, ein Ohrwurm per Excellanze, der mit einiger Sicherheit als einer DER Riesenschlager des neuen Jahrtausends in die Annalen eingehen dürfte.

Es folgten die liebliche Mid-Tempo-Komposition "Ich glaub Dir 100 Lügen", die hochdramatische Ballade "Du hast mein Herz berührt" und des Helenchens vierter Eindruck im teutonischen Schlagergeschehen, "Und morgen früh küß ich Dich wach", bevor die Liveprämiere ihrer erst am vergangenen Freitag (30.05.2008) erschienenen, ersten Handels-Single "Laß mich in Dein Leben" vonstatten ging – eine klassische Jean-Frankfurter-Kreation, betextet von Kollegin Kristina Bach, die – und hier ist sich der Rezensent absolut sicher – in Bälde auf den höchsten Rängen der Verkaufshitparaden auftauchen wird.

"Mitten im Paradies" – ein Superohrwurm aus Helenes letztem Album "So nah wie Du" – beendete einen (m.E.) viel zu kurzen Auftritt des schieren Phänomens Helene Fischer, der damit seinen Abschluß fand.

"Hauptact" der großen "NDR 90,3 Starparade"  2008" in Hamburg-Stellingen war niemand geringeres, als "Schlagerkanone" Bernhard Brink. Mit leicht angerauter Stimme, sang sich der einstige Jurastudent durch neuere – "Caipirinha", "Offene Arme", Ich will Die Nacht mit Dir", Die Zeit heilt keine Wunden" - wie auch gleichfalls allseits bekannte, betagtere Evergreens der Sorte "Lieder an die Liebe (Canzone)" (hier dargeboten in einer im Tempo angezogenen, mit krachenden Rhythmen unterlegten Dancefloor-Auslegung), "Blondes Wunder" oder – direkt aus den Coolen 80ern ins Hier und Heute transferiert – "Ich wär so gern wie Du", im Januar 1980, als "Deutsche Originalaufnahme" von Suzi Quatros lautem, grellen Rockhammer "She’s in Love with you", nicht mehr und nicht weniger, als ein höchst reputierlicher Top-20-Erfolg für die "Schlagerkanone" aus dem niedersächsischen Nordhorn.

Nach über sieben Stunden Schlagerparty pur war gegen 21.20 Uhr unwiderruflich Schluß. Mit glücklichen Gesichtern ausgestattet, schritten die Tausenden Schlagerfans hinaus in die immer noch warme Sommernacht.

Manni Schulte und seinem Kompagnon Karl-Heinz Schweter ist es – wie seit vielen, vielen Jahren – ein weiteres Mal in bester Manier gelungen, die Creme de la Creme der deutschen Schlagerwelt geballt zu versammeln. Für jeden Geschmack war etwas dabei – ob eher Volkstümlich, ob eher Komödiantisch-Drall, ob mal Country-inspiriert oder Romantisch-Einschmeichelnd – alles, was das Herz des ‚gemeinen Schlagerfreundes’ begehrt, war auch diesmal unverblümt dabei!

Der Deutsche Schlager wurde in den letzten Jahren von irgendwelchen Möchtegerns immer wieder abgeschrieben. Die "Schlager-Starparaden" mit all ihren tollen Interpreten jedoch belegen ein ums andere Mal, daß diese selbsternannten "Besserwisser" letztlich keine Ahnung von der Materie haben.

Der Deutsche Schlager lebt in prächtigster Form – und dies aktiver, denn je! Und an diesem wunderbaren, ergreifenden Faktum tragen die von Manni und Karl-Heinz regelmäßig mit viel Liebe und Akribie organisierten "Schlager-Starparaden" einen nicht unbedeutenden Anteil!

Quelle: Holger Stürenburg, 01./02. Juni 2008

 

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