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23.05.2006 - 00:00:00
DAGMAR OBERNOSTERER
Interview mit Dagmar Obernoster!
Liebe Frau Obernosterer, Deutschland ist Papst, Deutschland ist Fußball – ist Deutschland auch Bergkristall?
Nach 12 Jahren ohne Sieg beim Grand Prix der Volksmusik setzt Deutschland diesmal auf große Namen wie Patrick Lindner, Die Randfichten und Maria und Margot Hellwig. Dagmar Obernosterer, die schon für Südtirol und Österreich erfolgreich war, stellt sich zum ersten mal überhaupt der deutschen Vorausscheidung. Mit den Liedern "Wer heute noch an Engerl glaubt" und "Unser tägliches Brot ist Musik" hofft sie auf einen Sieg für Deutschland.
Der Grand Prix der Volksmusik geht in das 21. Jahr. Glauben Sie, dass dieser Wettbewerb auch die nächste Legislaturperiode überstehen wird:
Das glaube ich sehr wohl. Denn entgegen vieler "Branchenkenner" bin ich der Meinung, dass der Grand Prix auch in 10 Jahren die wichtigste Plattform für neue Interpreten und neue Lieder sein wird. Das Problem liegt nur an den Medien, die auf die Volksmusik negativ einwirken.
Wie erklären Sie sich die schlechteste Quote im Jubiläumsjahr 2005?
Wenn man Volksmusik so herzlos präsentiert wie beim Finale in Zürich, dann haben die Menschen auch keine Lust, dabei zu sein. Ein großes Problem sehe ich auch darin, dass in der Volksmusik immer mehr Leute Verantwortung tragen, die eigentlich mit dieser Musik gar nichts am Hut haben. Marianne und Michael werden beweisen, dass man mit Fröhlichkeit und Herz die Menschen wieder für den Grand Prix begeistern kann. Sie kommen aus der Volksmusik und sie glauben auch daran.
Sie waren bisher beim Grand Prix der Volksmusik mit 32 Liedern beteiligt und sind jetzt zum ersten mal in Deutschland am Start. Haben Sie vorher nie für Deutschland eingereicht?
Oh doch, wir (Marc Bell und ich) haben schon oft eingereicht. Nur ist es gerade in Deutschland sehr schwer, die Jury zu überzeugen. Das liegt wohl daran, dass es in Deutschland eine unheimliche Breite an Volkskultur gibt, wo die musikalischen Unterschiede sehr groß sind.
Der Grand Prix ist eigentlich als Chance für den Nachwuchs gedacht. Nun gehen mit Maria und Margot Hellwig zwei nicht mehr ganz junge Damen an den Start. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Alpenstar liest man sogar von einer alten, blinden Frau. Wie stehen Sie dazu?
Ich bin gespannt, ob Herr Schwertführer vom Alpenstar mit 86 Jahren noch seine Zeitung lesen kann. Man hat es bis heute noch nie allen Recht machen können. Sind Kinder dabei, dann schimpfen auch alle. Ich glaube, dass gerade in der Musik niemand ausgeschlossen werden darf. Es ist doch die Musik, die uns am Leben hält, ohne Musik gäbe es keine glücklichen Menschen, nehmen wir uns also die Zeit für das Glück. Margot Hellwig ist doch das beste Beispiel dafür, dass Musik ganz entscheidend die Gesundheit beeinflussen kann. Und mir persönlich ist Maria mit ihrer tollen Stimme allemal lieber, als junge Interpreten, die nicht einmal annähernd mithalten können. Wenn man bedenkt, wer in den letzten Jahren einen Bergkristall entgegennehmen durfte – Maria und Margot Hellwig hätten ihn mehr als verdient.
Man hat in diesem Jahr wesentliche Änderungen an den Teilnehmerbedingungen durchgeführt. Sind die Reglementbestimmungen noch zeitgemäß, oder würden Sie im Vorfeld des Grand Prix für die Zukunft etwas ändern?
Eigentlich werden die Teilnahmebedingungen immer kurioser. Man sollte vielleicht darüber nachdenken, ob es einer Jury überhaupt noch bedarf.
Wie ist das gemeint?
Nach dem Vorbild des Song Contests werden die Teilnehmer und deren Lieder einfach von einem der Musik entsprechend kompetenten Team frühzeitig bestimmt. Außerdem sollte man die Anzahl der Lieder reduzieren und so wie früher auf die volkstümliche Farbe der Beitrage bestehen. Leider wurde dieser wichtige Punkt gänzlich gestrichen, daher hat man in den letzten Jahren oft auf die Volksmusik vergessen.
Was raten Sie jungen Interpreten?
Dagmar: Talent allein genügt nicht. Man muss an sich arbeiten und seine Ziele ständig erneuern. Vor allem ist es wichtig, draußen beim Publikum präsent zu sein. Und ganz wichtig: Mach nie etwas, an das du nicht selbst glaubst, nur weil es dir Andere raten. Nur was man selbst in die Hände nimmt, führt zum Erfolg.
Wer wird Fußballweltmeister?
Ich habe von Fußball so viel Ahnung wie meine Stereoanlage vom Kochen. Aber Marc ist ein fanatischer Passivfußballer - und er tippt auf Brasilien.
Biografie DAGMAR OBERNOSTERER
Es ist nicht weit von Klagenfurt nach St. Veit an der Galn, nur ein paar Minuten mit dem Auto. St. Veit ist eine kleine Stadt und die Glan ist auch nicht unbedingt der Mississippi Kärntens.
"Hier in dieser Ecke bin ich auf die Welt gekommen" – die blonde Frau mit den großen Augen weist auf einen Platz in der geräumigen Wohnküche. "Das ist mein Elternhaus".
Das Elternhaus von Dagmar Obernosterer. Der Name taucht in den Hitlisten nur dann auf, wenn die Urheberangaben mit abgedruckt sind. Dagmar ist Texterin und als solche die wahrscheinlich erfolgreichste des Landes, sofern es sich um die Volks – und Schlagermusik handelt. Und um diese dreht sich viel in Österreich, vor allem in St. Veit.
Dagmar Obernosterer hat schon in jungen Jahren begonnen, Gedichte zu schreiben. Mit besonderer Musikalität ausgestattet, gelang es ihr schon früh, Musik in Worte umzusetzen.
Der Welt ein wenig zuhören – so heißt das Motto von Dagmar, die Umsetzung in Reimform ist Handwerk. Als junges Mädchen - so wie in Kärnten üblich – dem Chorgesang zugeneigt, sang sie später in verschiedenen Musikformationen und war auch oft gern gesehener Gast beim "Musikantenstadl oder in der Sendung "Wenn die Musi spielt". Die Deutsch – und Musiklehrerin zog sich bald von der Bühne zurück, um für Ihre beiden Kinder ganz und gar Mutter zu sein. Das Texten von Liedern blieb jedoch bis Heute eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen Es gibt nur wenige Künstler aus der Volksmusik – und Schlagerwelt, die nicht einen oder mehrere Titel aus der Feder von Dagmar aufgenommen haben. Doch vor allem der Grand Prix der Volksmusik verdankt ihr unzählige Hits. Seit nunmehr 10 Jahren lebt das echte St. Veiter Dirndl mit dem ebenso erfolgreichen Komponisten Marc Bell zusammen. Musik und Text entsteht somit unter einem Dach und verbindet Freizeit und Arbeit zu einem grenzenlos schöpferischen Miteinander.
Dagmar Obernosterer konnte zwei mal den Grand Prix der Volksmusik gewinnen und ging vier mal hintereinander beim Vorausscheid in Österreich als Sieger hervor. Ihre Bilanz ist bis heute unerreicht.
2 x Platz 1: "Ich zeig dir die Berge" und "Dort auf Wolke 7"
1 x Platz 2: "Drobn auf dem Berg steht a Kircherl"
2 x Platz 3: " Donna de la raspa" und "Ciao Marlena"
2 x Platz 4: "Mille Grazie" und "Edlziller Partyknüller"
2 x Platz 5: "Buona fortuna" und "Zeig mir noch einmal die Heimat"
1 x Platz 6: "I bleib bei Volksmusik"
Österreichische Vorausscheidung:
Platz 1 – 1990 (Alpentrio Tirol
Platz 1 – 2002 (Edlseer)
Platz 1 – 2002 (Nockalmquintett und Stephanie)
Platz 1 – 2003 (Gruppe Frei)
Platz 1 – 2004 (Edlseer)
Die Liste erfolgreicher Titel außerhalb des Grand Prix ist lang und beinhaltet Erfolgstitel wie z.B.: "Der Himmel spielte Hollywood", "Junge Träume", "Che bella la vita", "My Love", "Napoli adieu", "Bolero Montagna", "Lass den Sommer in dein Herz", "Klinge mein Lied", "Aus Liebe gemacht" und viele mehr.
Alles über die Erfolgsgeschichte des Grand Prix der Volksmusik auf www.maukomedia.at!
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