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09.03.2010 - 00:00:00

"BÄÄÄRENSTARK!!!"
Die Doppel-CD "Bääärenstark!!! - Frühjahr 2010" im Test von Holger Stürenburg!

Das Doppelalbum beinhaltet (2 x 21 =) 42 aktuelle Schlager-Hits sowie einen persönlichen Audio-Gruß der "Flippers"...:

Lange, viel zu lange, hat es gedauert, doch nun ist es offenkundig unumkehrbar: Das Frühjahr naht schnellen Schrittes, ENDLICH ist der ultralange, kalte, verschneite, von Glatteis beherrschte Winter zu Ende. Vielleicht ist dafür ja auch "Balu" mit verantwortlich, das bärige Schlager-Maskottchen von SONY Music.

Das fröhliche blaue Bärchen hat nämlich zuletzt keinen Winterschlaf gehalten, sondern mal wieder, wie jedes Jahr um diese Zeit, die aktuellen Hits, Radiodauerbrenner und Tips für die kommenden Wochen zusammengetragen. Also, sozusagen alles, was im deutschen Schlager und Pop derzeit Rang und Namen hat – insgesamt 42 Titel plus ein Audiogruß – kommt nun auf der prallgefüllten Doppel-CD "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2010" zum Einsatz, die dieser Tage das Licht der Welt erblickte.

"Balu" gab sich alle nur erdenkliche Mühe, die einheimischen Schlagerfreunde mittels seiner neuesten Kompilation zufrieden zu stellen. Viele tolle Songs befinden sich auf "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2010" – obwohl, sorry, lieber "Balu", der Einstieg nicht unbedingt geschmackssicher ausgefallen ist. Vollkommen schlageruntypisch, trällern die fünf Möchtegern-Pavarottis von "ADORO" mit aufgesetzter Ernsthaftigkeit eine semiklassische Schnulze namens "Liebe ist…" zu Beginn von CD-01 – erfolgreich mag dies ja sein; mein spezifischer Favorit ist diese auf Teufel komm’ raus erzkommerziell ausgestaltete Crossover-Parodie, trotz eines Nummer-Eins- und eines Nummer-2-Albums des vortragenden Quintetts, nicht.

Einer der größten Hypes des vergangenen Winters war die ebenso schnulzig ertönende Ballade "Küss mich, halt mich, lieb mich", dargeboten von ELLA ENDLICH, der 25jährigen Tochter eines bekannten 80er-Jahre-Musikproduzenten aus Berlin. Die Melodie entstammt dem genialischen tschechischen Märchenfilm "Drei Nüsse für Aschenbrödel", der in den mittleren 70er Jahren die damalige Kindergeneration in West und Ost gleichermaßen in hellste Verzückung versetzte. Nur, was Frau Endlich, die Ende der 90er als Teeniestar unter dem Pseudonym "Junia" einige Charthits im mittleren Bereich feiern konnte, aus dieser ureigentlich Klasse Komposition gemacht hat, ist schnell vergänglicher Kommerz pur – Rang 12 als höchste Platzierung in den "Media Control"-Listen, schön und gut… aber… nix für mich!

Wenn ich jetzt schreibe, die rumänische Panflötistin PETRUTA KÜPPER könne gut blasen, habe ich womöglich morgen den Jugendschutz vor der Tür stehen und fliege ich zeitgleich aus dem Schulvorstand… Im Ernst: Die junge Dame aus Sibiu (Hermannstadt) ist knapp 29 Jahre alt, studierte Soziologin und Ethnologin, arbeitete als Musiklehrerin und erlernte ihr Instrument, die Panflöte, bei niemand geringerem, als der gleichsam aus Rumänien stammenden 70er-Ikone Gheorghe Zamfir. Ihre Interpretation von "Memory" – DER Erkennungsmelodie des Andrew-Lloyd-Webber-Kultmusicals "Cats" – läßt den gefühlskältesten Menschen der Welt umgehend an Liebe und Zärtlichkeit denken. Von Frau Küpper, die seit 2008 in Deutschland lebt, werden wir in Futuro bestimmt noch eine ganze Menge hören! Ich werde mir dieser Tage mal ihr Top-5-Debüt-Album "Panträume" anhören und mich an dieser Stelle gerne ausführlicher dazu äußern!

Nun kommt (bzw. erscheint) HELENE FISCHER. Ja, der seit zwei, die Jahren scheinbar unübertreffbare Topstar des Deutschen Schlagers stellte für "Bääärenstark – Frühjahr 2010" eine schier traumhafte Ballade zur Verfügung: "Du lässt mich sein, so wie ich bin", entnommen ihrem letzten Studioalbum "So wie ich bin" – ein optionaler Klassiker zwischen Schlager, Pop, gar Softrock, ein hoch emotionales Lied mit enormem Tiefgang, das Helene ENDLICH mal wirklich so sein lässt, wie sie es letztendlich ist!

Nach seinem starken Comeback 2007, ist Frauenschwarm HOWARD CARPENDALE gefragter, denn je. Seine letzte Studio-CD "Stark" enterte im vergangenen Herbst den zweiten Rang der hiesigen Albumcharts; die aktuelle Tournee steht vor der Tür – und als neue Radiosingle fungiert eine wahrhaft edle Rockballade, die "Balu" für "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2010" bei Howards Company KOCH/Universal anzulizensieren vermochte: "Jetzt bist Du weg" ist ein fraglos trauriges, aber sehr, sehr gefühlvolles Lied – klassisch Carpendale, ohne jeden Zweifel umgehend einzureihen in die legendären Liste der unschlagbaren Howard-Evergreens, von "Nachts, wenn alles schläft" über "Samstag Nacht" und "Shine on", bis "Piano in der Nacht"!

Ja, und nun folgt auf hier analysierter Doppel-CD DER männliche "Shooting Star" des gehobenen Schlagers: CHRISTIAN LAIS veröffentlichte kürzlich sein zweites Album "Atemlos". Wiederum produziert/komponiert von David Brandes, brilliert Christian nun mit dem höchst anspruchsvollen, recht 70er-Jahre-beeinflussten Hochglanz-Schlager "Als sie ging" – kompakt, eingängig, schlicht perfekt inszeniert und umgesetzt; zweifelsohne ein Klassiker in Spe.!

Auf ihrem letzten Album "Geheime Zeichen" überzeugte die Bayerische Landtagsabgeordnete CLAUDIA JUNG mehrheitlich mit schnieken Up-Tempo-Titeln. Doch als überaus erfolgreich und beliebt, erwies sich die ganz und gar balladesk gehaltene Radiosingle "Mein Herz lässt Dich nie allein". Ein im wahrsten Sinne des Wortes schönes Lied voller Romantik und Sensibilität, das Appetit macht auf Claudias kommende Solotournee zu ihrem 25jährigen Bühnenjubiläum. Über ihr Konzert in Stade am 25. März d.J. werden Sie, werdet Ihr, an dieser Stelle einiges Nettes aus meiner Feder lesen!

Der "Stern", der auf den Namen NIK P. hört, macht derzeit auf folkloristisch untermalte Neue Deutsche Welle. Seine aktuelle Radiosingle "Hörst Du mich" lässt in gewisser Hinsicht Peter Schillings NDW-Überhymnus "Völlig losgelöst" wieder aufleben. Und, daß das Wort "Stern" in diesem Superohrwurm des Österreichers auftauchen muß, ist offenbar Ehrensache… (auch, wenn es langsam nervt… ;)))

Letztes Jahr veröffentlichten der Pop/Rockschlager-Großmeister ANDRE’ STADE (Sänger/Komponist) und der wohl wichtigste Nachwuchs-Schlagertexter des Jetzt und Hier, Tobias Reitz, ihre hervorragende Gemeinschaftsproduktion "Endlich wieder ich". Nach dem erfolgsverwöhnten Radiohit "Du hast noch immer Sterne in den Augen", wurden die bedeutsamen Rundfunkstationen in diesem, unseren Lande nun kürzlich mit der fetzigen Rocknummer "Luisa" bemustert. Die verantwortlichen Redakteure scheinen zunehmend darauf zurückzugreifen – und auch die Hörer von "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2010" werden diesen extrem eingängigen, mitsingbaren Titel sehr schnell in ihr Herz schließen, da bin ich mir ganz sicher!

Die immerjunge MARY ROOS singt die sehr nachdenkliche, sacht philosophische, aber stets positive Ausstrahlung innehabende Mid-Tempo-Ballade "Wo sind all die Jahre nur geblieben?", die sich inhaltlich damit auseinander setzt, daß die flügge gewordenen Kinder ihr Elternhaus verlassen haben, sich Mutter und Vater daher zunächst sehr einsam und alleine fühlen – aber ja darauf hoffen können, daß seitens ihres Nachwuchses bald ein liebes Enkelkind auf die Welt gebracht werden könnte – so , daß wieder das gewohnte, lieb gewonnene "Chaos" in der Familie herrscht ;)))

Eher im Chanson-/Liedermacherbereich angesiedelt, ist der wahrlich gelungene Deutschpop-Beitrag "Sie liebt a la Carte" von FRANK RAMOND, der bislang eigentlich weniger selbst als Sänger, sondern vielmehr als Texter für u.a. Udo Lindenberg, Roger Whittaker, Vicky Leandros, Ina Müller oder Roger Cicero hervorgetreten ist.

Silvio D’Anza… Brauchen wir diesen Herrn wirklich? Der gebürtige Kroate, fraglos nicht unsympathisch, wirkt auf den Verfasser dieser Zeilen, wie die von Frank Zander so herrlich überzeichnet und sarkastisch persiflierte Kunstfigur "Gerhard Mumpe" alias "Peppino de Pizza", ein Möchtegern-Troubadour, der seinen Zuhörern mit Möchtegern-Chansons, wie "Die Fischer von Sorrent" (Songtitel von Franks 1979er-LP "Donnerwetter") gehörig auf die Nerven ging. Das deutsch/französisch gesungene Popchanson "Das ist der wahre Sinn des Lebens" ist beileibe nicht schlecht. Silvio aber intoniert den ehrlichen, ernsten, authentischen Titel in einer Form, die einfach nur zum Lachen anregt. Das ging, trotz ansprechenden Arrangements, mit Akkordeon und nur ganz sachtem Schlagzeug, mächtig daneben…

Die Saarländische Schlagerlady INGRID PETERS hymnisiert daraufhin in einer sehr überzeugenden Ballade ihre geliebte "Schwester" (Songtitel); der vermutlich größte Howard-Carpendale-Fan auf Erden, JENS BOGNER, erfreut die Fans mit dem so ansprechenden, wie liebevollen Popschlager "Nachts, wenn der Tag beginnt". Über GABY BAGINSKYS plumpes Kommerz-Schlagerchen "Heut’ Nacht will ich kein Engel sein" hüllen wir am Besten den Mantel des Schweigens? Ok? ;) 

Und es folgt sogleich wiederum ein weiterer tönender Höhepunkt auf "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2010". Der liebenswerte Österreicher GILBERT geht mit einer vollkommen eingängigen, 70er-Jahre-orientierten Komposition von Starproduzent David Brandes an den Start: "Doch ich wein" wurde vom Interpreten selbst betextet und stellt nicht mehr und nicht weniger dar, als einen der ersten wahrhaftig großen Radiohits der neuen Dekade!

Viele Beobachter wunderten sich, als 2005 der hochbegabte Chaot Bernd Begemann, damals noch in der Hamburger Lindenallee, nahe der Sternschanze, wohnhaft, eine ganze CD für das als eher leichtfüßig bekannte "Blümchen" alias Jasmin Wagner schrieb. Der verkopfte, schwierige, hochbegabte Bernd und der "BRAVO"-hörige Teeniestar… was keiner erahnte: Es schien gut zu gehen (auch wenn der kommerzielle Erfolg leider ausblieb)!
2010 wiederholt sich ein ähnliches Szenario: Der hochtalentierte Querkopf Heinz Rudolf Kunze schreibt einen Text für eine knapp 20jährige Popschlager-Schönheit aus Österreich. SARAH-STEPHANIE, ursprünglich der volksdümmlichen Szene entstammend, wechselte 2009 ins gehobene Schlagerfach. Ihre erste, in diesem Rahmen veröffentlichte Radiosingle "Eiskalter Sommer", erschien im August letzten Jahres, war von David Brandes (Musik) und Heike Fransecky (Text) verfasst worden. Ein erster Achtungserfolg für die junge Dame aus dem Burgenland, jenseits von dem öden volkstümlichen Trallala.



Nun griff also der große Rockintellektuelle HRK für das unbedarfte Mädel zur Feder und ersann für die hübsche Nachwuchssängerin einen äußerst provokativen Text, bezüglich dessen noch längst nicht abzusehen ist, ob der Bayerische Rundfunk ihn künftig mit viel Freude, Überzeugung und Elan in die Dauerrotation aufnehmen wird. "Sie liebt sie" thematisiert in sehr gewählten, mitfühlenden, durchwegs passenden Worten eine lesbische Beziehung. Eine ungeheuer eingängige Melodie von David, dazu die phänomenalen Reime von Heinz – das könnte etwas werden!!!

Sarah-Stephanies letzte Single, "Eiskalter Sommer", hatte, wie erwähnt, die 37jährige Heike Fransecky mit trefflichen Reimen versehen. Dieser so liebenswerten, wie extrem attraktiven und vor allem, herzensguten Texterin aus Sachsen, verdanken wir die nächsten beiden Beiträge auf CD-01 von "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2010". Das wäre zum einen das melancholische Chanson "Fünfzehn Jahre früher", gesungen vom Greifswalder GERD CHRISTIAN, in dem es um einen älteren Mann geht, der von einem wesentlich jüngeren Mädchen umgarnt und umschwärmt wird, aber selbst die Meinung vertritt, eine Beziehung zu diesem halben Kind könne ihm nur schaden, und zum anderen der nächtlich-urbane Tanzschlager "Wand an Wand"; hier ist der in Dresden lebende Sänger, Moderator und Synchronsprecher RONNY KRAPPMANN der Interpret, von dem es 2010 übrigens eine ganz neue Albumproduktion geben wird.

Die saarländische Schlagerchanteuse SUSAN EBRAHIMI ("Ich trag’ mein Herz zum Himmel") und die feurige Italienerin ROSANNA ROCCI ("Aloha Coco") beschließen den ersten Silberling von hier vorgestellter Doppel-CD.

Sie mögen in ihren Texten niemals das intellektuelle Niveau eines Heinz Rudolf Kunze oder einer Heike Fransecky erreichen – aber, sie sind zumindest problemlos der deutschen Sprache mächtig…

Seit der letzten "Bääärenstark!!!"-Ausgabe im November 2009, ist es Usus, daß, zusätzlich zu den jeweiligen Schlagerhits, immer ein Ariola/SONY-Frontline-Künstler einen kleinen "Audiogruß" an die zigtausenden Fans der beliebten CD-Serie richtet. Bei der Ausgabe "Hits 2009" war es das sogenannte (!) "Nachwuchstalent" – mit Betonung auf "sogenannt" – VANESSA NEIGERT, die mit damals 17 Jahren bei dem nicht unumstrittenen RTL- Casting-Spektakel "Deutschland sucht den Superstar" einheimische Schlager der 50er und 60er Jahre vortrug, damit den sechsten Rang erzielte, daraufhin von Ariola unter Vertrag genommen wurde, und das Album "Mit 17 hat man noch Träume" aufnahm, das ausschließlich (leider völlig uninspirierte und belanglose) Coverversionen von ebenjenen Gassenhauern der Wirtschaftswunderjahre enthielt. Frl. Neigert wurde damals also die Ehre zuteil, den allerersten "Audiogruß" für "Bääärenstark!!!" einzusprechen. Dieser strotzte aber nur so vor grammatikalischen Fehlern, weshalb sich der Rezensent frühzeitig die Frage stellte, ob sich diese Idee überhaupt rentieren würde.

Ja, und nun beweisen die drei ältlichen Herren von den "FLIPPERS", daß so ein "Audiogruß" durchaus seinen Sinn und Zweck erfüllen kann. Bernd, Olaf und Manfred moderieren gekonnt ihren aktuellen Radiohit "Aloha he – Stern der Südsee" an und bewerben zeitgleich ihre Abschiedstournee, die zwischen November 2010 und März 2011 stattfindet und – ob man die Musik der "Flippers" nun mag oder nicht – garantiert einen Triumphzug für eine DER unschlagbaren Legenden der deutschen Schlagergeschichte darstellen dürfte.

Mit diesem fundamentalen Comeback hatte wohl kaum einer gerechnet: Der selbsternannte "König von Mallorca", JÜRGEN DREWS, legte im Spätsommer 2009 einen Superohrwurm per Excellanze vor: "Ich bau Dir ein Schloß" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Oldie von Heintje Simons) – ein schlichtes, einfaches Lied, das sich aber - im wahrsten Sinne des Wortes – "einfach" als unwiderstehlich erwiesen hat. Ein dauerhafter Sommerhit voller Fröhlichkeit und Wärme, musikalisch zwischen Nik P’s "Stern", Andreas Martins gefangenem "Mond" und ein paar Synthiakkorden aus Peter Maffays Gefühlselegie "Und es war Sommer" angesiedelt – einmal gehört, nie mehr vergessen!

Es folgen "der WENDLER" mit von ihm gewohntem Disco-Fox bester Güteklasse ("Wer weiß, warum"), David Brandes’ Wiener Muse SIMONE ("Wie viel Tränen bleiben ungeweint?") und "des Wendlers" ärgster Konkurrent im derzeit immens ausufernden Spektrum ‚Disco-Fox’, NICO GEMBA, dessen aktuelles Werk "Dieses Lied ist nur für Dich" diesmal zumindest meine Wenigkeit bei weitem nicht so sehr überzeugt, wie Früheres von ihm: 08/15-Mainstream ohne Charme und Schmiß; Nico, Du kannst es besser : ))

Ja, und dann fängt ANDREAS MARTIN zwar nicht erneut den Mond, schießt aber aus Ausgleich dazu den sprichwörtlichen Vogel ab: 1965 erzielten die dreiköpfigen "Nilsen Brothers" mit der unvergesslichen, grandiosen Schnulze "Aber Dich gibt’s nur einmal für mich" nicht nur einen unverbrüchlichen Nummer-Eins-Knaller, sondern schufen sie damit zugleich einen immergrünen Allzeit-Favoriten des Deutschen Schlagers. Und jetzt kam der Neunkirchener Popschlager-Experte Andreas M. auf die Idee, diesem Ewigkeitsreißer neues Leben einzuhauchen. Selbstverständlich ertönt der altehrwürdige Schlagerklassiker nun modern und zeitnah; er wurde stark rhythmisiert, verrockt, mit knalligen Synthi-Beats untermauert – aber, Andreas gelang es famos, in seiner Auslegung dieses genialen Titels, alle Facetten des Originals zwar zu bearbeiten und auf den neuesten Stand zu bringen, aber dennoch zugleich in der stimmungsbezogenen Ausprägung ihrer Urform zu belassen. DIES nenne ich eine wirklich gelungene Coverversion!!!

NICOLE präsentiert nun den gediegenen, tanzbaren Popschlager "P.S. Ich lieb’ Dich", entnommen ihrer letzten Spitzen-CD "Meine Nr. 1", die Schweizerin FRANCINE JORDI bleibt (zu) konventionell ("Du bist mein Held"), während der "doppelte G-Punkt des Deutschen Schlagers" (© Smago.net), G.G. ANDERSON, mal wieder mit einer verträumten Edelschnulze ("Alle Liebe dieser Welt") daherkommt, GABY ALBRECHT ("Komm doch rein"), Country-Barde TOM ASTOR ("Wenn es kein Morgen gibt"), sein weibliches Pendant SALLY CARTER ("Deine Boots im Flur") oder Ex-"DDR"-Star OLAF BERGER (diesmal im Duett mit Ex-"Tremeloes"-Frontmann Chip Hawkes, Titel: "Dafür sind Freunde da") sind und bleiben reines Mittelmaß. Warum auf jeder "Bääärenstark!!!"-Koppelung der letzten Zeit die darüber hinaus nicht weiter auffallende Sängerin JENNIFER berücksichtigt werden muß – diesmal mit dem langweilenden Blabla-Titel "Jede Träne" – muß firmenpolitische Gründe haben…

LENA VALAITIS hat die so gemächliche, wie heißblütige und mitreißende Chansonballade "Und ich rufe Deinen Namen" im Gepäck (zu ihrem aktuellen Album "Liebe ist..." bald mehr von mir an dieser Stelle!), 60er-Altstar PETER RUBIN interpretiert die phantastische David-Brandes-Komposition "Wem, außer Dir".

Herr Brandes zeichnet auch verantwortlich für einen weiteren Höhepunkt auf CD-02 von "Bääärenstark – Frühjahr 2010": CHRISTIAN FRANKE, einer, wenn nicht gar DER Begründer des Neuen Deutschen Romantikschlagers 1981/82, ist mit einem schier traumhaften Titel mit von der Partie: "Wenn Du jetzt gehst (fallen nie Tränen)", die zweite Kooperation des liebenswerten Nürnbergers mit dem Bad Bellinger Klangzauberer, setzt genau dort an, wo seine erste Rückmeldung in der Branche seit zig Jahren, "Geh nicht fort (Guardian Angel)", im letzten Sommer aufhörte. Eine betörende Kooperation zwischen Meister Brandes und Christian, dessen legendäre Kopfstimme hier mal wieder in bester Manier zum Einsatz kommt; ein Titel, an dem man sich nicht satt hören kann und der hoffentlich einen weiteren Schritt zu einem brandneuen Christian-Franke-Album, möglichst unter der kreativen Ägide von David Brandes, darstellt!!!

Die Reutlinger Partyband "Lollies" war bislang nicht gerade mein Fall. Und nun höre ich, daß deren neuester, ziemlich rockiger Pop-Titel "Schade, Schade, Schade" von meinen lieben Freunden "Geier Friedel" und "Geier Carlo", besser bekannt als "GEIER STURZFLUG", geschrieben wurde, mit denen ich seit einigen Jahren sehr intensiv zusammenarbeite. Also, ein Grund, sich "Schade, Schade, Schade" genauer zu Gemüte zu führen!

Eine vorantreibende Pop/Rock-Hymne mit Wiedererkennungswert – ein Titel, den man sich auf jeden Fall merken sollte!

Doch, was daran anschließend die "Dorfdeppen", sorry, Freudscher Versprecher, ich meine natürlich die "DORFROCKER" fabrizieren, ist einfach nur grausam und ohrenzerstörend. "Der teuerste Wald ist der RechtsanWALT"… ich bin der letzte, der dies bestreitet… aber, dieser Song ist einfach nur unterste Schublade… ebenso, wie der Beitrag der angeblichen Komikerin VERONIKA VON QUAST, "Veronika, der Lenz war da"… also… liebe Frau von und zu Quast – da Sie ja aus Bayern stammen, wage ich mal, in Anbetracht Ihrer künstlerischen Diarrhöe, Ihren früheren Ministerpräsidenten F,.J. Strauß zu zitieren: "O misericordia, o Sancta Simplicitas"….

Am Schluß von CD-02 der aktuellen "Bääärenstark!!!"-Ausgabe entschädigt die "ERSTE ALLGEMEINE VERUNSICHERUNG" für manchen, zuvor verkoppelten klanglichen Müll. "Neue Helden (braucht das Land)" ist bissigste Zeitgeist-Kritik in bösester Form. Jedes Wort sticht – hört Euch am Besten das gesamte (gleichnamige) Album an – dann wisst Ihr, was Dr, Guido W. mit seinen (m.E. sehr berechtigten) Auslassungen zur "spätrömischen Dekadenz" ausdrücken will.

Ja, auch die neue "Bääärenstark!!!" birgt eine Menge Licht und – zum Glück – nur wenig Schatten in sich. An sich kann ich hier genau dasselbe schreiben, was ich bereits in vielen meiner Rezensionen der letzten "Bääärenstark!!!"-Kompilationen formulierte, Diese CD-Reihe ist für Schlagerfans genauso radikal vonnöten, wie für Chronisten, Sammler und Musikhistoriker. Nicht jedem mag jeder darauf verkoppelte Titel gefallen – aber, "Balu" und seinen emsigen Mitstreitern bei SONY ist auf jeden Fall wiederum das Bestmögliche eingefallen, was Heute & Hier in Sachen Schlager-Koppelung möglich ist. Trotz "ADORO", "Dorfrocker" etc., gibt’s auch für die "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2010" mal wieder die…


Gesamtnote: Bestwertung

Quelle: Holger Stürenburg, 05./06. März 2010

 

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Kommentare:

10.03.2010 18:05:46

Vanessa Neigert Audio Gruß 2009
Hallo.. also ich finde diese Analyse nicht sehr schön.
Ich meine Die Vanessa Neigert kann sehr gut singen, sie hat echt talent. Und was man ihr lassen muss Schlagersongs mit 17. WOW ..

Da der Audio-Gruß nicht ganz " deutsch ist " lässt sich verzeihen wenn man mehr über sie weiss. Und hallo.. kleine Fehler machen einen Menschen einzigartig.. so weiss man wenigstens das es nicht gestellt ist und wirklich von Herzen kommt.

Ich finde die Bärenstaark Hits Super.

geschrieben von: M
 

09.03.2010 20:23:37

Grußwort 2009 Vanessa Neigert
eine bissige CD Analyse - in Eurem Stil, aber bitte, nicht zu abwertend über das Grußwort in letzter CD 2009. Das ist Vanessa wie man sie liebt, ein liebenswertes Original, keine Deutschlehrerin!
Außerdem ist das Album von Vanessa Neigert total schön. Von wegen "sogenannt"-Talent- Vanessa hat es doch längst bewiesen! Sie hat zwei Schlagertourneen in 2009 mitgemacht. Habe Vanessa Neigert zweimal Live erlebt und war begeistert. Sie steckt mit ihrer Fröhlichkeit und Natürlichkeit die Massen an.
Hoffentlich gibts mal wieder ne Bääärenstark mit Vanessa Neigert, dann hole ich mir die auch wieder!

geschrieben von: [url=http://www.vanessaneigert-forum.de
 

 

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