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07.03.2008 - 00:00:00

BÄÄÄRENSTARK!!!
Die Doppel-CD "Bääärenstark!!! – Frühjahr 2008" im Test von Holger Stürenburg!

Und der Hamburger Musikjournalist hat eine fürwahr bääärenstarke CD-Rezi verfasst...:

Frühlingszeit ist Bääären-Zeit. Stets dann, wenn es morgens wieder früher heller, abends später dunkler wird, die Temperaturen sich milder gerieren, die Sonne sich häufiger zeigt, und der letzte Schnee auf Nimmerwidersehen entschwindet, taucht der liebenswerte Zeichentrickbär "Balu" in der einheimischen Schlagerszene auf, und präsentiert mittels einer prallgefüllten Doppel-CD mit nicht selten über 40 Titeln all das, was sich in dieser stilistischen "Schublade" in den ersten Monaten eines jeweiligen neuen Jahres als Hit erwiesen hat oder allergrößte Chancen besitzt, so etwas, wie ein Hit, zu werden.

Auch im Frühjahr 2008, genau gesagt am 07. März, erscheint bei SONY-BMG die aktuelle Ausgabe der Hitkoppelung "Bääärenstark!!!". Auf dieser findet sich, mit einer Gesamtspielzeit von über 144 Minuten, wiederum eine über weite Strecken mehr als nur anregende und ansprechende Reise durch die weiten Welten des Deutschen Schlagers. Volkstümliches, Gehobenes, Eingängiges, Tanzbares, Balladeskes und manches, was eher in das Spektrum Blödel/Jux fällt – für alle Geschmäcker ist auf "Bääärenstark – Frühjahr 2008" etwas dabei.

Zu den großen Namen auf vorliegender Kompilation zählt z.B. Roland Kaiser, der im September vergangenen Jahres seine  – und hier sind sich Fans, wie Kritiker unisono einig – beste Produktion seit langem vorgelegt hat. Daraus wurde vor kurzem der zickig-erotische, leicht jazzig angehauchte Edelschlager "Meine Ex ist wieder frei" als dritte Promo-Single ausgekoppelt, der nun auch auf "Bääärenstark" zum Einsatz kommt.

Monatelang war es das bestgehütetste Geheimnis der Branche. Zwar wußten es alle "in der Szene", aber keiner sprach auch nur ein einziges Wort darüber: Howard Carpendale, immerhin einer der legendärsten und langlebigsten Gratwandler zwischen Schlager und Pop der letzten vier Dekaden, würde vier Jahre nach seinem vollmundig angekündigten Rückzug von Showbühne und Plattenstudio, nochmals so richtig durchstarten wollen. Im Herbst 2007 war es dann soweit: Es erschien – von seinen langjährigen Freunden und Anhängern sehnlichst erwartet – die erste Howard-Single seit 2003: "Na und" hat etwas Chansonhaftes an sich, beinhaltet zudem sachte folkloristische Elemente a la Bob Dylan und wartet zudem mit einem fulminanten, autobiographisch geprägten Text aus der Feder von Howards langjährigem Intimus Joachim "Knibble" Horn-Bernges auf.

Den ersten unschlagbaren Höhepunkt des Schlagerjahres 2008 lieferte nur vier Tage nach Anbruch desselben der unvergleichliche Großmeister des feudalen Schlagerchansons, Udo Jürgens, ab. Dessen aktuelles Album "Einfach ich" betört durch 15, besonders in emotionaler Hinsicht zutiefst berührende Popperlen, von denen "Tanz auf dem Vulkan (Freut Euch des Lebens)", Udos launiger Kommentar zur momentan wildgeführten Debatte um den nicht zu übersehenden Klimawandel, auf "Bääärenstark – Frühjahr 2008" verkoppelt wurde. Ein zweifelsfrei superber Titel, der seit langem wieder mal einen überaus sarkastisch-satirischen Künstler an den Tag legt, dem man seine zwischenzeitlich 73einhalb Jahre weder ansieht, noch anhört.

Kürzlich legte die Saarländer Schlagerlady Nicole ihr viertes, von ihrem neuen Produzententeam Giorgio & Martin Koppehele inszeniertes Album "Mitten ins Herz" vor, das ein endgültiges kreatives Zusammenwachsen von Künstlerin und Koppeheles eindeutig beweist. Der aufbauende, anregende, zugleich äußerst romantische Titelsong fungiert als erste Radiosingle daraus und wurde folglich gleichsam für "Bääärenstark – Frühjahr 2008" berücksichtigt.

Auf seinem letzten Album "100 Prozent Sehnsucht" überwogen unzweifelhaft eher zurückhaltende, balladeske, introvertierte Klänge: 2008 möchte Andreas Martin aber wiederum flottere, tanzsaaltauglichere Melodien vorstellen, wovon seine brandneue Maxi-CD perfekt Zeugnis ablegt. "Ich fang Dir den Mond" geht unterschiedslos in Beine und Herz und müßte eigentlich in aller Form dafür sorgen, daß das soeben gestartete Jahr zu einer sehr reputierlichen Ära – künstlerisch, wie kommerziell – für das ewig unterschätzte Multitalent aus dem rheinischen Neunkirchen erwachsen wird. Genannte Kauf-Maxi werde ich in Bälde an dieser Stelle gesondert vorstellen.

"Sterne leuchten auch im Winter", die letzte, im November 2007 veröffentlichte CD von Kristina Bach, sollte, laut Aussage der Künstlerin, niemals als ein konventionelles Weihnachtsalbum in die Musikgeschichte eingehen, sondern vielmehr eine vielschichtige Songkollektion darstellen, die den interessierten Hörer die gesamten, eher dunklen Monate, vom Spätherbst bis ins aufblühende Frühjahr hinein, zu begleiten in der Lage ist. Die traumhaft düstere, wie gleichfalls offensive, mutmachende Ballade "Ein neuer Morgen kommt bestimmt"  macht dies in aller Form deutlich, weshalb sie auch für "Bääärenstark – Frühjahr 2008" ausgesucht wurde.

Das in Pfaffenhofen/Ilm auf einem Bauernhof residierende Energiebündel Claudia Jung legte im Herbst 2007 ihr profundes, wahrhaft "unwiderstehliches" Album "Unwiderstehlich" vor, das in erster Linie durch sanfte, schleichende, Chanson-angelehnte Feudalballaden besticht. "Ein Tag zu wenig", die Geschichte einer im Grunde genommen zukunfts- und aussichtslosen Wochenendliebschaft zweier sich in festen Händen befindlicher Protagonisten, bietet Melancholie und Sehnsucht pur – und ist daher geradezu prädestiniert, einen würdigen Platz auf "Bääärenstark – Frühjahr 2008" zugewiesen bekommen zu haben.

DIE Schlagerkönigin des Jahres 2007 war zweifellos die in Sibirien geborene Deutsch-Russin Helene Fischer. Mit ihrem genialischen Top-5-Album "So nah wie Du" bot die bildhübsche 23jährige einen unverbrüchlichen klanglichen Meilenstein ihres Genres dar, aus dem als vierte – und vermutlich letzte – Radiosingle die schüchterne Ballade "Du hast mein Herz berührt" ausgekoppelt wurde, die dieser Tage die Rundfunkstationen dieses unseren Landes ganz schön durcheinander wirbelt.


 



Rein subjektiv, aus Sicht des Verfassers dieser Zeilen, ist "Du hast mein Herz berührt" vielleicht nicht gerade der überzeugendste Titel aus "So nah wie Du". Dennoch macht auch diese Nummer ohne jegliche Zweifel enormen Appetit auf Helenes künftige Aktivitäten, die in Bälde mit ihrer angekündigten Live-DVD "Mut zum Gefühl" einen neuen Höhepunkt und noch 2008 eine brandneue Studio-CD hervorbringen werden.

"Einen Stern, der Deinen Namen trägt" – mit diesem wundervollen Ewigkeits-Ohrwurm schoß der gebürtige Kärntner Nik P. vor einem Jahr den sprichwörtlichen Vogel ab. Dieser luftig-fetzige Discofox-Schlager hat mit einiger Sicherheit deutsche Schlagergeschichte geschrieben, er brach mehrere Rekorde und wurde darüber hinaus 2007 mit dem heißbegehrten Musikpreis "ECHO" ausgezeichnet.

Mit der knackigen Up-Tempo-Hymne "Gloria" wird Nikolaus Presnik 2008 ohne jede Frage an seine bisherigen Erfolge anschließen können. Die dralle Hymne auf (s)eine Traumfrau, repräsentiert einen aufstrebenden Künstler, der in Futuro garantiert noch für einige spannende Lieder gut sein dürfte.

Mit zehn Jahren stand sie erstmals auf der Bühne und landete sogleich einen Tophit  – mit 40 ist sie immer noch aktiver denn je: Der "Spatz von Wanne-Eickel" (Uwe Hübner) Andrea Jürgens, der sich Ende 2004 von  seinem Entdecker, Mentor und langjährigen Produzenten Jack White freigeschwommen hatte, wartete vor kurzem mit dem schier hervorragenden Album "Verbotene Träume" auf, dessen ohrwurmträchtiger Titelsong derzeit nicht nur einen formidablen Rundfunkreißer abgibt, sondern gleichzeitig einen wichtigen Platz auf "Bääärenstark – Frühjahr 2008" eingeräumt bekam.

Nicht wenige Fans von "Schlagerkanone" Bernhard Brink waren durchaus pikiert, als im Sommer 2007 dessen letzte Produktion "Stier" auf den Markt kam. Viele Beiträge darauf zeigten sich als ziemlich lieblos geschrieben, arrangiert und gesungen, weshalb "Stier" sicherlich nicht unbedingt zu den Glanzleistungen des 55jährigen Nordhorners zählt. "Liebe XXL", fraglos eingängig und keß, aber eben nicht die gewohnte Brink-Qualität in sich tragend, gibt es auf hier analysierter Doppel-CD zu hören.

Man mag von der RTL-Show "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" halten, was man will. Der eine schätzt das trashige Format, der andere lehnt es aus ethisch-moralischen Gründen ab. Fakt ist allerdings, daß die letzte Staffel, die zwischen dem 11. und 26. Januar 2008 über die Bildschirme flimmerte, einen überaus sympathischen "Altstar" des kultigen 70er-Jahre-Schlagers von heute auf morgen, nach einigen magereren Jahren, wiederum ganz nach oben gespült hat. Der ursprünglich aus Belgrad stammende Bata Illic feiert, Dank seiner Mitwirkung im "Dschungelcamp", derzeit ein fundamentales Comeback, das zur Veröffentlichung gleich dreier Alben führt. Jack White kramte für die CD "Herzgeschichten" bislang verschlossengehaltenes Material aus den Jahren 2004 bis 2007 hervor, KOCH/Universal präsentiert in Bälde eine Doppel-CD mit Batas größten Hits aus den Goldenen 70ern, während Ariola/SONY-BMG ganz neue Songs mit dem 68jährigen einspielte, die, ebenfalls am 07.03.08, im Rahmen der Silberscheibe "Wie ein Liebeslied" das Licht der Welt erblicken. Den gemütlich-gediegenen Titelsong derer suchten die Verantwortlichen für "Bääärenstark – Frühjahr 2008" aus.

Ebenfalls von erwähnter RTL-Sendereihe enorm profitierte Achim Petry, Sohn des großen Wolle P., der seit einiger Zeit mit den bekanntesten Gassenhauern seines Herrn Papa, wie auch mit eigenen Titeln in ähnlichem Stil, ungeahnte Erfolge feiert. Sohnemann Petry reanimierte als Einleitungsmelodie zu "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" seines Vaters 1983er-Evergreen "Wahnsinn", änderte den Originaltext hinsichtlich des Showinhalts einwenig ab – und zog mit dem "Dschungel-Wahnsinn" zum Zeitpunkt der Ausstrahlung desselben umgehend in die Top 20 der "Media Control"-Listen.

Juliane Werding veröffentlichte vor zwei Monaten das sehr textintensive, tiefgründige Album "Ruhe vor dem Sturm" – ein phantastisches Opus, vollgefüllt mit höchst anspruchsvoller Lyrik, die auch um religiöse und/oder historische Themen keinen Bogen macht. Seit vielen Wochen kontinuierlich auf den besten Rängen der Airplaycharts, Rubrik "Deutschrock", hält sich die erste Singleauskoppelung daraus, "Haus überm Meer" – ein klassischer Juliane-Werding-Titel, nachdenklich, latent esoterisch, ehrlich, authentisch und überzeugend – so daß es kein Wunder ist, daß SONY-BMG dieses Meisterwerk bei Julianes aktueller Plattenfirma DA Music für "Bääärenstark – Frühjahr 2008" anlizenzierte.

Zusätzlich vernehmen wir auf vorliegender Doppel-CD z.B. modernen, aber niemals unsympathischen Deutschpop von Nachwuchstalent "Valerie" ("Regen"), die großorchestrale, nahezu klassisch ausgestaltete Hymne "Wir sind Europa", die Austropopper Rainhard Fendrich gemeinsam mit den legendären "Wiener Sängerknaben" eingesungen hat, locker-legeren Popschlager von Leonard ("Fliegen ohne Flügel"), Olaf Berger ("Wenn ich Dich berühr’") und Michael Heck ("Hallo Suzanne") oder fetzigen Discofox von Michael Wendler ("Dennoch liebst Du mich") bzw. Partykönig Olaf Hennig, der mit der inzwischen dritten Fassung seines genialen Fetenknallers "Cowboy und Indianer (Komm, hol das Lasso raus)" in diesen Wochen die deutschen Top 10 mächtig aufmischte.

Hit-Kompilationen gibt es wie Sand am Meer. Die plietschen Macher von "Bääärenstark" beweisen jedoch immer wieder den richtigen Riecher und verkoppeln ein ums andere Mal interessante Lieder aus dem gesamten, so immens vielseitigen Genre, das allgemein unter der Bezeichnung "Deutscher Schlager" firmiert. Nicht jeder Käufer von "Bääärenstark – Frühjahr 2008" wird alle Titel darauf gleichermaßen lieben – wer aber einen letztlich mehr oder minder vollständigen Überblick darüber erhalten möchte, was sich in den ersten Frühlingstagen des Jahres 2008 in der Schlagerszene so alles tummelt, der ist mit der aktuellen Ausgabe von "Bääärenstark" mehr als nur gut bedient!


Gesamtnote: 2plus


ZUR TITELLISTE MIT HÖRPROBEN...:

Quelle: Holger Stürenburg, 03./04. März 2008

 

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