26.03.2008 - 00:00:00
ANDREAS MARTIN
Sein neuer Titel "Ich fang dir den Mond" im Test von Holger Stürenburg!
Anfang Februar vergangenen Jahres, legte der ewig unterschätzte Neunkirchner Schlagersänger ANDREAS MARTIN seinen Ariola-Einstand "100 Prozent Sehnsucht" vor. Ein fraglos Klasse Album, das ausschließlich durchwegs superbe, edle Titel beinhaltete, die aber allesamt eher getragen, balladesk, introvertiert gehalten waren.
In "100 Prozent Sehnsucht" mußte man sich erst intensiv hineinhören, um den wahren Charme der 14 darauf berücksichtigten Songs zu erkennen und sich in diese zu "verlieben". Einen radikalen, unverbesserlichen Ohrwurm, der nicht nur von einer Sekunde auf die andere ins Tanzbein geht, sondern zugleich einen Klassiker für die Ewigkeit darstellt, suchte man auf Andreas’ 2007er-Opus allerdings vergebens.
Nichtsdestotrotz etablierte sich "100 Prozent Sehnsucht" durchaus erfolgreich auf dem Markt. Zwar wurden die Albumcharts knapp verpaßt; stattdessen aber entwickelte sich die CD zu einer Art "Langzeit-Dauerbrenner" mit guten Verkaufszahlen und stetem Radioeinsatz der einzelnen Titel, was dazu führte, daß Andreas’ Plattenfirma Ariola, gerade im Jahre 2008, Großes mit dem sympathischen Multitalent aus dem Rheinland vor hat.
Andreas Martin hat in den inzwischen rund 28 Jahren seiner Karriere zweifellos Schlagergeschichte geschrieben. Melancholische Romantikpopper der Sorte "Amore Mio" (1982), "Der Himmel kann warten" (1984), "Du bist alles (Maria, Maria)" (1987) oder flotte Fetenreißer a la "Deine Flügel fangen Feuer" (1991) bzw. "Das kann nur Liebe sein" (1995), gelten bei Freunden anspruchsvoller deutscher Klangexperimente zwischen dunkel-urbanem Schlager und fetzigem Disco-Fox bis heute als dauerhafte Höhepunkte eines vielseitig begabten Künstlers, der stets hochwertige Arbeiten vorlegte, selbst, wenn ihm der (absolut verdiente) Durchbruch an die Spitze der einheimischen Popszene – bislang – nicht gelungen ist.
Dieser soll – und hier ist sich der Rezensent völlig sicher: wird auch garantiert – 2008 anstandslos vonstatten gehen. Um dies zu erreichen, setzt Andreas, nach der, wie eingangs beschrieben, eher ruhig und zurückhaltend ausgefallenen Produktion "100 Prozent Sehnsucht", fortan wiederum auf eine treffliche, kongeniale, sagen wir ruhig: prickelnde Mischung aus emotionalen, "sehnsüchtigen" Liedern einerseits und feschen, knackigen, rhythmischen Disco-Rennern andererseits.
Erstes Beispiel hierfür legt die am 28. März 2008 zu veröffentlichende Handels-Maxi "Ich fang Dir den Mond" (Ariola/SONY-BMG) ab. Ein aufstrebender, offensiver, überaus eingängiger Ohrwurm, der zeitgleich und gleichermaßen in Herz, Hirn, Bauch und Beine geht.
Geschrieben haben diesen grandiosen Titel zwei alte Hasen des teutonischen Popschlagerlebens: Für die Komposition zeichnete niemand geringeres verantwortlich, als J.P. Valance, der 1992 für Wolfgang Petry den Gassenhauer "Verlieben, Verloren, Vergessen, Verzeihen" entworfen hatte und damit zu einem schier unvorstellbaren Comeback des "Kölschen Jong" beitrug, das "Wolle" zu DEM erfolgreichsten Schlagersänger der 90er Jahre machte.
Die so liebenwerte, wie (versteckt) augenzwinkernde Lyrik stammt von Michael Buschjan, der bereits für Genregrößen, wie z.B. Bernhard Brink, Jürgen Drews oder Ireen Sheer, zur Feder gegriffen hat, und zudem auch bei "100 Prozent Sehnsucht" von Andreas Martin für einige herausragende Texte gesorgt hatte.
"Ich fang Dir den Mond", auf vorliegender Maxi-CD, zusätzlich zum klassischen "Radio Mix", als über fünfminütige Maxiversion, als spezieller "D.J. Mix", sowie als Karaoke-/Instrumentalversion, vorhanden, setzt sich inhaltlich mit einem verliebten Mann auseinander, der seiner Traumfrau den Mond fangen und ihr damit ewige Treue und Zuneigung zusichern möchte.
Als vor einem Jahr der plietsche Österreicher Nik P. seiner Angebeteten einen "Stern" auf deren Namen taufen wollte, griffen Millionen Fans umgehend zu, und sorgten durch ihr Tun für einen der ersten realen Schlager-Dauerbrenner nach dem Millennium – Andreas Martin beschafft seiner Liebsten nun den Mond; und dies zu einer wahrlich göttlichen Melodie mit stetem Wiedererkennungswert, dargeboten mit seiner ihm so typischen romantisch-dunklen Stimme.
Ergo müßte es letztlich mit dem Teufel zugehen, wenn sich 2008 nicht ein weiterer, liebevoll besungener "Himmelskörper" zu einem unverbrüchlichen Megahit entwickeln würde!
Der Titel trägt immenses Hitpotential in sich, lockt sofort zum Mitsingen und Mittanzen, und bietet darüber hinaus einen extrem wohlschmeckenden klanglichen Vorab-Hinweis auf Andreas’ zweite Ariola-Albumproduktion, an der er derzeit mit Hochdruck arbeitet, und die vermutlich noch vor der Sommerpause 2008 der gespannten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Gesamtnote: 1
Quelle: Holger Stürenburg, 10./11. März 2008
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