06.06.2008 - 00:00:00
ANDREAS MARTIN
Die CD "Mondsüchtig" im Test von Holger Stürenburg!
Zur Jahreswende 2006/07 hatte der Neunkirchner Deutschpopper ANDREAS MARTIN sein Debüt bei der Münchener Plattenfirma ARIOLA/SONY-BMG vorgelegt: "100 Prozent Sehnsucht" beinhaltete fast ausschließlich zurückhaltende, introvertierte, balladeske Klänge, fraglos feinster Machart. 14 gediegene Popschlager höchster Qualität, international jederzeit konkurrenzfähig, die aber nicht repräsentativ für DEN Andreas Martin standen, der in den Jahren zuvor, damals noch bei DA Music unter Vertrag, mit eher rockigen, fetzigen Titeln seine Reputation konsequent hatte steigern können.
Dieser Tage legte das ewig unterschätzte Multitalent aus dem Rheinland seine aktuelle Produktion "Mondsüchtig" (Ariola/SONY-BMG) vor. Erneut 13 (plus einen Bonustrack) überaus gelungene Titel, die diesmal aber wiederum mehr in Richtung Popschlager/Rockschlager/Diskothekentauglichkeit blicken.
Bereits die erste Singleauskoppelung aus "Mondsüchtig", stellt einen mehr als nur eingängigen, nächtlich-romantischen Superohrwurm dar, der garantiert alle Chancen besitzt, als einer der erfolgreichsten, interessantesten und sympathischsten Popschlager des Jahres in die Annalen einzugehen: Nachdem Nik P. vor einem Jahr einen "Stern" auf den Namen seiner liebsten taufte, ist bei Andreas 2008 ein weiterer Himmelskörper an der Reihe: "Ich fang Dir den Mond" nennt sich das liebevolle Liebeslied, das – obwohl als Maxi-CD erst seit Mitte März auf dem Markt – schon jetzt besonders gut im Livekontext "funktioniert" – die Riesenstimmung im Publikum der Hamburger "NDR 90.3 Starparade" vom vergangenen Sonntag, als Andreas gerade diesen Titel intonierte, belegt diese These eindrucksvoll.
Ach ja, eh ich es vergesse: "Ich fang Dir den Mond" befindet sich, zusätzlich zur rund dreiminütigen Radiofassung, als Bonustrack in Form einer profunden 5.15-Minuten-Maxi-Version auf "Mondsüchtig", nach der in nicht allzu ferner Zeit vermutlich nicht wenige Discjockeys dieser Republik geradezu schreien werden!
Auch die weiteren Titel von "Mondsüchtig" zeigen einen Andreas Martin in Bestform. Nahezu alle tragen enormes Hitpotential in sich und regen unwiderruflich zum Tanzen und Mitmachen an.
Ob eher rhythmisch, hymnisch, aufbauend ("Durch jeden Tunnel führt ein Licht", Wir werden die Sieger sein"), gitarrenbetont, im mittleren Tempo gehalten und mit romantisch-verliebter Lyrik ausgestattet ("Diese Jahre mit Dir", "Tiefe Gefühle", "Sag’s mir", "Wenn Du gehst") oder gar rockig, urban-nächtlich ausgestaltet ("Alles aus", "Geh Deinen Weg", "Nein", "Ohne Dich") – stimmlich, wie immer Up to Date, vermag es der Künstler, all diese verschiedenen stilistischen Facetten überzeugend, authentisch und ehrlich zu interpretieren.
In zwei Beiträge von "Mondsüchtig" hat sich der Rezensent sogleich nach dem ersten Anhören unwiderruflich "verliebt":
Dies wäre zum einen Track 7: "Endlich wieder mal" ist eine rasante, voranstrebende, lyrisch durchaus einwenig – im positivsten Sinne des Wortes – aufmüpfig-frech wirkende Disconummer, die über eine heiße, heftige Sommerliebe erzählt, die dem Protagonisten "Endlich wieder mal" fundamentale Lebens- und Liebenslust verschafft hatte – Eine lange Zeit später, treffen sich die beiden wieder. Sie fragen sich nun, ob man ggf. die Zeit zurückdrehen könne, zweifeln, an der Realität orientiert, zwar daran, wissen aber ganz tief in ihrem Herzen, daß beide immer noch immense Gefühle füreinander hegen – ein klassischer Sommerhit, versehen mit einem tollen Text aus der Feder von Lyrikikone Dr. Bernd Meinunger – diese kongeniale Mischung aus grandioser Melodie und perfekter lyrischer Umsetzung, hat ohne jegliche Zweifel das Zeug zu einem ultimativen Tanzflächenfüller auf den kommenden Open-Air-Partys des Sommers 2008!
Track 12 hat den Verfasser dieser Zeilen gleichfalls umgehend umgehauen: "Ist schon lange her" berichtet, in Sachen Betextung wiederum verantwortet von Dr. Meinunger, auf der Basis eher sanfter Gitarrenspielereien, von einer zutiefst emotionalen Jugendliebe, die "schon (so) lange her" ist, damals DAS Großereignis schlechthin für beide Partner bedeutete – im Heute und Hier aber einfach nicht mehr zu erneuern, zu wiederholen ist. Ein absolut trefflich ausformulierter Plot, verbunden mit einer unendlich liebenswerten Melodie, für die der Interpret selbst verantwortlich zeichnet; ein "perfekter Popsong", der es mit Andreas’ eher düster-melancholisch ausgeformten Evergreens aus den 80er Jahren jederzeit aufnehmen kann.
"Mondsüchtig" ist sozusagen die stilistische ‚Antipode’ zum Vorgängeralbum "100 Prozent Sehnsucht". Auf jenem überwogen eher sanfte, balladeske Inszenierungen; 2008 jedoch werden auch all jene Andreas-Fans radikalst zufriedengestellt, die bislang zumeist die schnelleren, tanzbareren Epen ihres Idols präferierten. Die Texte auf "Mondsüchtig" sind stets "100 Prozent Sehnsucht" – in musikalischer Hinsicht aber setzt Andreas genau dort an, wo er 2005/06 auf seinen phänomenalen Produktionen für DA-Music aufgehört hatte!
Es ist mit einiger Sicherheit davon auszugehen, daß "Mondsüchtig" dafür sorgen wird, daß Andreas Martin 2008 ENDLICH dort einen Platz findet, den er seit 25 Jahren eigentlich längst innehaben müßte: Nämlich an der Spitze des einheimischen Schlagergeschehens, auf einer Augenhöhe mit Roland Kaiser, Howard Carpendale oder Udo Jürgens!
Gesamtnote: Bestwertung
Quelle: Holger Stürenburg, 05./06. Juni 2008
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Kommentare:
29.06.2008 00:38:11
100%
Bisher war ich alles andere als mondsüchtig.
Seit dem Kauf des Albums bin ich es allerdings, wozu ich auch 100%ig stehe.
"Amore mio" war vor fast 26 Jahren meine erste (Schallplatten)Single von Anderas Martin.
Es ist und bleibt mein absoluter Lieblingstitel von ihm.
Das beste Album liegt dafür aber nur wenige Wochen zurück - "Mondsüchtig"!
geschrieben von: Rainer Hellwig
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